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Enermax DigiFanless 550W im Test

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Seite 2: Enermax Digifanless 550W - Technik

Das Digifanless 550W ist nun das neue Top-Modell in Enermax´ Produktpalette, auch wenn es mit 550 Watt nicht das typische High-End-Netzteil ist. Zugegebenermaßen erfindet Enermax mit dem Digifanless das Rad nicht neu, aber zumindest die Kombination aus Passivbetrieb, 80PLUS Platinum und digitaler Schnittstelle ist neu. Ob das natürlich Kunden dazu bewegt, ca. 70 Euro mehr als für ein sehr gutes Platinum-Passivnetzteil wie das SilverStone Nightjar 520W auszugeben, muss sich zeigen.

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Der Karton des Enermax Digifanless 550W

Die wesentlichen Produktdetails hat Enermax auf der Kartonrückseite vermerkt. Da das Digifanless vermutlich eher selten direkt in Regalen von Elektronikgroßmärkten stehen wird, dient dies weniger der direkten Kaufentscheidung, als vielmehr zur Steigerung der Vorfreude direkt vor dem Auspacken.

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Infos zum Digifanless auf der Kartonrückseite

Der Lieferumfang des Enermax Digifanless 550W ist angemessen. Positiv fallen die beiden beiliegenden Handbücher auf, die einmal das Netzteil selber und zum anderen die ZPDMS-Software erläutern. Das Netzteilhandbuch enthält alle wichtigen technischen Daten und gibt auf vier Seiten die üblichen Hinweise zur Installation.

Als weitere Beilage legt Enermax neben den modularen Anschlusskabeln samt Aufbewahrungsbeutel ein Netzkabel, einige Kabelbinder, einen Schraubensatz und einen "Cordguard" genannten Metallbügel bei, der eingehakt an die Ösen neben der Netzbuchse ein Herausrutschen des Netzkabels aus dem Netzteil verhindern soll. Dazu ist noch ein Verbindungs-Kabel vom Netzteil zum Anschluss auf einen USB-Pfostensteckeranschluss direkt auf dem Mainboard dabei.

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Der Lieferumfang des Enermax Digifanless 550W ist vollständig.

Weiterhin ist zu erwähnen, dass Enermax auf das Digifanless fünf Jahre Herstellergarantie gewährt, wobei das aber in diesem Segment selbstverständlich ist.

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Das Enermax Digifanless hebt sich optisch von anderen Modellen ab.

Das Enermax Digifanless 550W ist als Passiv-Netzteil konzipiert, d.h. es ist kein Lüfter verbaut und die Kühlung erfolgt nur über die natürliche Konvektion der Luft durch die großflächigen Wabengitter im Gehäuse. Die Physik bzw. die Herstellungskosten setzen hier gewisse Grenzen, daher ist es von Vorteil, möglichst wenig Wärme überhaupt abführen zu müssen. Enermax hat daher eine Plattform gewählt, die dank hoher Effizienz (80PLUS Platinum) vergleichsweise wenig Abwärme produziert. Aus diesen Gründen kann das Digifanless auf einen Lüfter verzichten, was auch die äußere Erscheinung prägt. Wie auch die Passiv-Netzteile von Seasonic wird das Digifanless mit einer Banderole ausgeliefert, welche auf die Notwendigkeit eines aufrechten Einbaus hinweist. Der Deckel soll also in jedem Fall nach oben ausgerichtet sein, damit die warme Luft optimal abgeführt wird.

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Das Enermax Digifanless 550W ist mit einem voll-modularen Kabelmanagement ausgestattet.

Die Optik des Digifanless lehnt sich zwar etwas an anderen Enermax-Netzteilen an, aber im Prinzip hat Enermax hier ein eigenständiges Design gewählt. Das Gehäuse ist mit 175 mm ein gutes Stück länger als das eines übliches 550W-Netzteils. Es ist im dunklen Anthrazit lackiert, wovon sich das silberne Gitter im Deckel abhebt. Von der Wertigkeit her macht das Digifanless einen insgesamt guten Eindruck, ohne aber besonders herauszustechen.

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Das Anschlussfeld des modularen Kabelmanagements mit der ZPDMS-Schnittstelle.

Beim Thema Ausstattung kann das Digifanless 550W überzeugen. Das voll-modulare Kabelmanagement bietet bis zu vier PCI-Express-Anschlüsse, acht SATA- und vier Molex-Anschlüsse, was für ein Netzteil mit 550 Watt vollkommen angemessen ist.

Das Digifanless 550W verfügt über ein gut umgesetztes, voll-modulares Kabelmanagement, d.h. alle Anschlusskabel lassen sich für Transport oder Aufbau des Systems abnehmen. Die Buchsen sind beschriftet und farblich codiert. Über die beiden roten zwölf-poligen Buchsen werden die PCI-Express-Anschlusskabel verbunden, welche im Falle eines Multirail-Betriebs mit 12V2 belegt sind. Die Info über die Belegung ist im Handbuch vermerkt. Ebenfalls 12V2 finden sich dann auf den fünf-poligen Anschlussbuchsen für die Peripheriegeräte, also SATA- und Molex-Stecker. ATX-Hauptstromkabel und 8-Pin-EPS-Stecker werden über ein kombiniertes Kabel realisiert, wobei hier dann für beide Stecker die 12V1-Schiene genutzt wird. Zu guter Letzt ist links unten noch die Buchse für die USB-Verbindung zum Mainboard angebracht.

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Die Außenseite des Enermax Digifanless 550W.

Laut Featureliste bietet das Enermax Digifanless 550W gute Leistungswerte. Die auf 80PLUS Platinum gesteigerte Effizienz haben wir bereits erwähnt. Eine Besonderheit am Digifanless ist, dass es wahlweise als Single- oder Multirail-Netzteil betrieben werden kann. Die Umschaltung kann über die ZPDMS-Software vorgenommen werden, allerdings ist anzumerken, dass das Digifanless aktuell immer im Single-Rail-Modus startet. Die Umschaltung auf Multi-Rail wird dann später durch die Software vorgenommen. Hierbei stehen dann zwei Rails mit je bis zu 30 Ampere zur Verfügung. Kombiniert bzw. im Single-Rail-Modus sind es dann 45 Ampere bzw. 540 Watt. Auf den Nebenspannungen stehen je 20 Ampere und zusammen bis zu 100 Watt zur Verfügung. Die Gesamtleistung von 550 Watt steht laut Enermax bei Umgebungstemperaturen von bis zu 40 °C zu Verfügung. Weiterhin sind 605 Watt als Peak-Wert vermerkt, wobei diese Leistung dann nur für sehr kurze Zeit zur Verfügung stehen soll.

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Die Leistungswerte des Enermax Digifanless in der Übersicht.

Enermax lässt beim Digifanless eine selbstentwickelte Plattform zum Einsatz kommen, die vermutlich beim Auftragsfertiger CWT produziert wird. Mit DC-DC-Wandlern und einem für die Leistung recht großzügig ausgelegten Design verspricht sich Enermax eine wettbewerbsfähige Performance zu erreichen. So wird eine "Copper Bridge Array" genannte Bauweise verwendet, die laut Enermax sonst in den 1kW-Modellen für geringe interne Verluste sorgt. An der Bestückung hat Enermax beim Digifanless nicht gespart: Primärseitig wird ein Kondensator von Nippon Chemicon mit 470 Microfarad verwendet, dessen Spannungsfestigkeit 400 Volt beträgt und welcher für 105 °C spezifiziert ist. Sekundärseitig kommen neben Feststoffkondensatoren ebenfalls 105-°C-Elektrolytkondensatoren von Nippon Chemicon zum Einsatz.

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Das Innenleben des Enermax Digifanless 550W in der Übersicht.

Zum Thema Schutzschaltungen gibt Enermax an, dass alle wichtigen Schutzschaltungen gegen Überspannung (OVP), Unterspannung (UVP), Überlastung (OPP), Überlastung einzelner Rails (OCP) und Kurzschluss (SCP) vorhanden seien. Für ein Passivnetzteil eine Selbstverständlichkeit aber dennoch positiv zu erwähnen ist, dass auch ein Temperaturschutz (OTP) mit an Bord ist. Im Test konnten wir das Vorhandensein der OCP auf allen drei Spannungen bestätigen. Auf den Nebenspannungen löst die OCP bei jeweils 25 Ampere aus, was angesichts der nominalen Railstärke von je 20 Ampere ein sinnvoller Wert ist. Auf 12 Volt schaltet sich das Netzteil im Single-Rail-Betrieb bei knapp 52 Ampere ab, 45 Ampere sind hier die Leistungsangabe auf dem Papier. Im Multirail-Betrieb lag bei unserem Testexemplar die Abschaltschwelle bei knapp 40 Ampere, was durchaus nachvollziehbar ist, da alle PCI-Express-Anschlüsse an einer Rail hängen und hier gewisse Reserven sinnvoll sind.

Den Temperaturschutz haben wir nicht getestet, er soll aber bei ca. 90 °C auslösen. Im Testbetrieb, wo das Digifanless frei auf einer Tischplatte liegt, zeigte uns das Digifanless nach einer Stunde Volllastbetrieb eine interne Temperatur von 58 °C an. Rechnet man jetzt eine erhöhte Umgebungstemperatur im eingebauten Zustand ein, sollte dennoch mehr als genügend Puffer zur Abschalttemperatur vorhanden sein.

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Die Tochterplatine mit dem Microcontroller des Digifanless.

Von der Technik her scheint Enermax hier eine gute Wahl getroffen zu haben. Kommen wir auf der nächsten Seite zu Lautstärke und Ausstattung.