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Vier Mittelklasse-Netzteile mit 80PLUS Gold im Test

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Seite 3: Fractal Design Edison M 650W

Fractal Design hat im Oktober letzten Jahres sein Portfolio um eine neue Modellreihe erweitert, die mit modularen Kabeln und 80PLUS Gold aufwarten kann und so den wichtigen Leistungsbereich von 450 bis 750 Watt optimal abdeckt. Die Edison M ergänzen somit die Modelle der Tesla-Reihe, die 80 PLUS Gold mit festem Anschlusskabel kombinieren und einen etwas anderen Leistungsbereich umfassen. Insgesamt hat Fractal Design aktuell vier Serien im Angebot: noch die Top-Serie Newton R3 mit Platinum-Effizienz und Integra M im 80PLUS-Bronze-Bereich. Die Edison M möchte Fractal Design selbst über eine hohe Qualität und eine herausragende Leistung definieren, was aufgrund unserer Erfahrungen mit früheren Modellen von Fractal Design nicht abwegig sein dürfte. Für ein Netzteil der Premium-Klasse mit 80PLUS Gold und modularem Kabelmanagement liegt sein Marktpreis mit ca. 100 Euro im Normalbereich.

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Das Fractal Design Edison M 650W wirkt auf seine Weise elegant.

Das Edison M 650W ist wie die anderen Modelle dieser Reihe nur mit schwarz lackiertem Gehäuse erhältich. Die aktuellen Newton- und Tesla-Modelle sind alternativ noch in einer Ausführung mit weißer Lackierung zu bekommen. Aber auch wenn die schwarze-/anthrazitfarbene Gehäuselackierung, die das Edison im Prinzip mit 95% aller Netzteile teilt, auf den ersten Blick einen wenig aufregenden Standardlook nahelegt, so konnte Fractal Design den Edison-M-Netzteilen doch ihren eigenen "Look" geben. Insbesondere der weiße 120-mm-Lüfter fällt aufgrund seines Kontrastes zum Rest des Netzteils sofort auf. Mit einer Gehäuselänge von 160 mm weist es die für diese Klasse üblichen Abmessungen auf.

Geliefert wird das Edison M 650W vorbildlich und sicher verpackt in Schaumstoff-Elementen. Im Lieferumfang ist neben Netzkabel, Anschlusskabeln, Kabelbindern und Schrauben noch ein mehrsprachiges Handbuch zu finden, welches einen guten Überblick über die technischen Daten gibt und auf drei Seiten Infos zum Einbau und eventueller Fehlerbehebung beinhaltet. Interessanterweise dreht sich ein Abschnitt um die Geräuschentwicklung, insbesondere um das "bei minimalen Inkompatibilitätsproblemen von Komponenten" mögliche Auftreten von Geräuschen der Elektronik, auch bekannt als Spulenfiepen. Fractal Design empfiehlt hier, zuerst die Lasteinstellungen zu variieren, bevor das Netzteil retourniert wird.

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Das Edison M 650W bietet 80PLUS Gold und teil-modulares Kabelmanagement.

Fractal Design hat beim Edison M 650W - wie auch die drei Mitbewerber dieses Round-Ups - auf ein Single-Rail-Design gesetzt, bei dem eine einzelne 12V-Schiene alle wesentlichen Komponenten versorgt. Diese ist beim Edison M 650W nominal 54 Ampere stark, was ca. 648 Watt entspricht. Die Nebenspannungen sind mit je 20 Ampere und kombiniert mit bis zu 100 Watt belastbar. Die Gesamtleistung von 650 Watt wird bei bis zu 40°C Umgebungstemperatur erreicht, bei 50°C sollen es noch 80% davon sein.

Im Inneren arbeitet eine Plattform auf Basis einer LLC-Resonanzwandler-Topologie mit Synchronous Rectification und DC-DC-Wandlern auf der Sekundärseite, eine aus dem High-End-Bereich bekannte Technologie. So wie es aussieht, setzt Fractal Design bei den Edison M diesmal auf Seasonic als Auftragsfertiger, denn die verwendete "Mittelklasse-Plattform" kennen wir schon aus Seasonics G-Serie. Die Komponentenwahl ist insgesamt ordentlich: Als Primärkondensator kommt ein Elko von Rubycon (420V, 390uF, 105°C) zum Einsatz, wohingegen auf der Sekundärseite neben etlichen Polymerkondensatoren 105°C-Elkos von Nippon Chemicon zu finden sind.

Laut Handbuch sind alle wichtigen Schutzschaltungen mit an Bord: OPP, OVP, UVP, SCP, OCP und OTP. Positiv ist hier das Vorhandensein einer OTP, also eines Überhitzungsschutzes zu nennen. Im Test konnten wir die Überlastsicherungen auch ohne Probleme "nachweisen". Auf den Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt lag die Abschaltschwelle bei jeweils 32 Ampere. Bei mehr als 64 Ampere auf 12 Volt erfolgte auch hier eine Abschaltung. Insgesamt also eine vorbildliche Umsetzung.

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Neben schwarzen Flachbandkabeln steht auch ein teil-modulares Kabelmanagement auf der Ausstattungsliste.

In der nächsten Disziplin, nämlich dem Bereich Ausstattung, leistet sich das Edison M 650W ebenfalls keine Schwäche. Das teil-modulare Kabelmanagement ist gut umgesetzt und bietet vergleichsweise gute Anschlussmöglichkeiten. Acht SATA- und fünf Molex-Anschlüsse sind in dieser Klasse quasi der gute Standard, aber mit sechs PCI-Express-Anschlüssen kann kaum ein weiteres 650W-Modell aufwarten. Die Frage, in wie vielen Szenarien bei einem 650W-Netzteil wirklich alle sechs Anschlüsse zum Einsatz kommen, lassen wir einmal offen, aber zumindest ergibt sich durch die Aufteilung auf drei Kabel mit jeweils zwei Abgriffen eine höhere Flexibilität. Die Anschlusskabel sind bis auf das ATX-Kabel als schwarze Flachbandkabel ausgeführt, wobei Verarbeitung und Länge in Ordnung gehen. Als sehr gut ist auch die Herstellergarantie über fünf Jahre zu bezeichnen.

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Das Edison M 650W bietet gute Leistungswerte und gute Technik.

Fractal Design hat beim Edison M 650W eine normale, rein aktive Lüftersteuerung integriert. Die semi-passive Variante ist der Top-Serie Newton R3 vorbehalten, aber das Edison M 650W zeigt, dass auch eine rein aktive Lüftersteuerung sehr gute Ergebnisse bringen kann. Der mit einem FDB-Lager ausgestattete 120-mm-Lüfter von Ong Hua (Modell HA1225M12F-Z) beginnt bei einer Startdrehzahl von 500 U/min, bei welcher dieser äußerst leise arbeitet. Da auch das Edison hier keine Probleme mit Spulenfiepen und dergleichen hat, ist der Gesamteindruck als sehr leise zu bezeichnen. Die niedrige Drehzahl behielt unser Testsample bis knapp 60 Prozent Last bei. Ab 60 Prozent wurde die Drehzahl hochgefahren und erreichte bei 80 Prozent bereits 1.200 U/min. Der Lüfter war bei diesem Punkt noch recht leise und nur etwas als Rauschen zu vernehmen. In ähnlicher Lautstärke machte sich hier allerdings dann noch ein Surren der Elektronik bemerkbar. Bei Volllast lagen dann 1.900 U/min an, welche ein nicht lautes, aber deutlich wahrnehmbares Rauschen zur Folge hatten. Hinzu kam ein - im Vergleich leiseres - Surren der Elektronik. Insgesamt ist das Fractal Design Edison M 650W auch mit den schwachen Elektroniksurren bei hoher Last als angenehm leise zu bezeichnen. Es ist gut möglich, dass andere Exemplare kein Problem mit elektronischen Störgeräuschen haben, aber auszuschließen ist im Gegenzug auch nicht, dass manche Systemkonfigurationen hier kritischer als unsere Chroma sind.

Weitere Bilder vom Fractal Design Edison M 650W sind in der Galerie zu finden.

Auf der nächsten Seite widmen wir uns dem Thermaltake Paris 650W.