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Vier High-End-Netzteile der 1200-Watt-Klasse im Test

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Seite 4: EVGA SuperNOVA 1200 P2


Auch wenn die Marke EVGA ihre Wurzeln in einem anderen Bereich des Komponentenmarktes hat, so konnten zuletzt ihre Netzteile für Aufmerksamkeit sorgen. Uns liegen nicht die Verkaufszahlen vor, aber aus unserer Sicht müssten die Netzteile von EVGA auf dem Markt gut ankommen. Die zuletzt von uns getesteten Modelle der SuperNOVA-Linie hatten allesamt ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zur Konkurrenz im High-End-Segment. Sehr gute Effizienz kombiniert mit umfassender Ausstattung, guter Performance und langer Herstellergarantie sollten daher auch beim SuperNOVA 1200 P2 zu finden sein. Das eigentliche Top-Modell bei EVGA dürfte das 1600W-Modell der G2-Familie (80PLUS Gold) sein, aber das 1200 P2 ist mit 1200W und 80PLUS Platinum aus unserer Sicht mindestens genauso interessant. Die SuperNOVA P2 sind aktuell in zwei Leistungsstufen von 1000 und 1200 Watt erhältlich, wobei mit den G2-Modellen der Bereich 750 bis 1600 Watt abgedeckt wird.

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Das EVGA SuperNOVA 1200 P2 in charakteristischer Optik.

Mit einem Marktpreis von knapp unter 220 Euro ist das SuperNOVA 1200 P2 das günstigste Modell in diesem Vierer-Vergleich. Beim Auspacken fällt dieses aber keineswegs auf: Das SuperNOVA 1200 P2 ist hochwertig verpackt und wird mit allem üblichen Zubehör ausgeliefert. Als Besonderheit ist ein Adapterstecker für den 24-Pin-Anschluss dabei, mit dem sich das Netzteil auch ohne Mainboard starten lässt.

In Sachen Optik geht EVGA ebenfalls seinen eigenen Weg. Für das 200 mm lange Gehäuse wurde eine Pulverbeschichtung verwendet, die eine vergleichsweise raue und ungleichmäßige Oberfläche aufweist. Als Lüftergitter dienen entsprechend ausgestanzte Bereiche im Gehäusedeckel, d.h. es wird kein separates Lüftergitter verwendet. Zusammen mit dem eingeprägten "EVGA" ergibt sich so ein interessanter "Look". Wie bereits bei der Vorstellung des Cooler Master V1200 erwähnt, bringt auch das SuperNOVA 1200 P2 eine umschaltbare Lüftersteuerung mit. Der zugehörige Schalter ist außen oberhalb der Netzbuchse zu finden.

Das SuperNOVA 1200 P2 bietet auf seiner einzelnen 12V-Schiene eine nominale Leistungsfähigkeit 99,9 Ampere, was rechnerisch 1198,8 Watt ergibt. De facto steht also die gesamte Netzteilleistung, welche laut EVGA auch bei einer erhöhten Umgebungstemperatur von bis zu 50°C gewährleistet wird, auf der 12V-Seite zur Verfügung. Die Nebenspannungen sind einzeln mit bis zu 20 Ampere und kombiniert mit bis zu 100 Watt belastbar. Etwas unterdurchschnittlich für diese Leistungsklasse sind die max. 2,5 Ampere auf der 5-Volt-Standby-Schiene.

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Das EVGA ist auch das günstigste Netzteil in diesem Roundup.

EVGA hat bei der Wahl des Auftragsfertigers mit Super Flower eine gute Wahl getroffenen, denn deren aktuelle High-End-Plattform, welche auch in Super Flowers Top-Modellreihe "Leadex" zum Einsatz kommt, konnte uns bereits bei vorangegangenen Tests überzeugen. Die gleiche Plattform ist jetzt auch Herzstück der SuperNOVA P2, sodass im Test sehr gute Werte bei Effizienz und Spannungsregelung zu erwarten sind. Die "Leadex-Plattform" setzt angesichts der Leistung und Effizienz nicht überraschend eine Full-Bridge-Topologie mit LLC-Resonanzkonverter ein, die von Synchronous Rectification und DC-DC-VRMs ergänzt wird. Bei der Wahl der Kondensatoren hat EVGA nicht gespart, alle Elkos stammen von Nippon Chemicon und haben ein 105°C-Rating. Die beiden Primärkondensatoren sind dabei mit je 400V Spannungsfestigkeit und 560uF Kapazität spezifiziert.

Beim SuperNOVA 1200 P2 listet EVGA fünf Schutzschaltungen auf: Überlast (OPP), Überstrom (OCP), Unter-/Überspannung (OVP/UVP) und Kurzschluss SCP. Ein Überhitzungsschutz (OTP) ist somit also nicht an Bord. Im Test konnten wir beim SuperNOVA das gleiche feststellen, was auch schon die anderen auf der Leadex-Plattform basierenden Testkandidaten offenbarten. Ein schrittweise Anheben auf die maximal möglichen 40 Ampere unserer Chroma haben auf den Nebenspannungnen 3,3 Volt und 5 Volt keine Reaktion ausgelöst. Auch bei 40 Ampere - nominale Belastbarkeit sind 20 Ampere - wurde auf beiden Spannungsschienen die Ausgangsspannung sauber gehalten, mit exzellent niedrigen Ripple-/Noisespannungen noch dazu. Nur ein Einschalten war bei mehr als 32 Ampere Last nicht mehr möglich. Den Test der OCP auf 12 Volt bzw. der OPP insgesamt konnten wir aufgrund der Beschränkung unser Chroma nicht durchführen.

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Auch bietet das EVGA relativ gute Anschlussmöglichkeiten.

In Sachen Ausstattung braucht sich auch das EVGA SuperNOVA 1200 P2 nicht hinter der Konkurrenz zu verstecken. Ein voll-modulares Kabelmanagement ist bei vielen Anschlussmöglichkeiten und einer hohen Netzteilleistung bei Vollbestückung naturgemäß etwas weniger komfortabel zu nutzen. EVGA hat aber zwischen Buchsen genügend Platz gelassen, damit auch notfalls das Kabel "aus der Mitte" erreicht werden kann. Die Buchsen sind in einfacher Form beschriftet und insgesamt stimmt auch die Verarbeitung. Von den Anschlussmöglichkeiten her ist das EVGA der Klasse entsprechend ordentlich aufgestellt. So sind acht PCI-Express-Anschlüsse vorhanden, wobei davon sechs in 8(6+2)-Pin- und zwei in 6-Pin-Version ausgeführt sind. Neben zwei 8-Pin-EPS-Anschlüssen können noch bis zu zwölf SATA- und fünf-Molex-Stecker genutzt werden.

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Das EVGA SuperNOVA 1200 P2 punktet mit exzellenten Ausgangsspannungen und sehr guter Effizienz.

Mit satten zehn Jahren Herstellergarantie - die Konkurrenz bietet durchgängig "nur" sieben Jahre - dürfte es auch die durchschnittliche Nutzungsdauer eines High-End-Netzteils um ein Mehrfaches überschreiten. Dementsprechend ist der von EVGA verbaute 140-mm-Lüfter mit einer doppelten Kugellagerung ausgestattet, welcher man allgemein eine hohe Lebensdauer zuspricht. Eine weitere Eigenschaft von kugelgelagerten Lüftern soll deren erhöhte Lautstärke aufgrund des Lager sein, aber davon konnten wir beim SuperNOVA 1200 P2 nichts beobachten. Allenfalls in direkter Nähe war ein leichtes Brummen wahrzunehmen. Erwähnen müssen wir, dass bei einer Last von 5 Prozent sich die Elektronik durch ein deutliches "Spulenzwitschern" bemerkbar hat, welches aber beim Erhöhen der Last auf 10 Prozent vollständig verschwand und im weiteren Lastverlauf auch nicht mehr auftauchte.

Das EVGA bietet wie auch das Cooler Master oder das Seasonic eine umschaltbare Lüftersteuerung. Im Eco-Modus arbeitet das Netzteil bis ca. 60% Last im Passiv-Modus, d.h. der Lüfter blieb ausgeschaltet. Darüber hinaus bei höheren Lasten waren dann die Drehzahlen in beiden Modi identisch. Im aktiven Modus (Eco off) beginnt der Lüfter bei Niedrigstlast mit der recht hohen Drehzahl von 1100 U/min zu laufen. Der Lüfter bleibt dabei - abgesehen von dem schwachen Brummen - sehr leise. Die Lüfterdrehzahl steigt dann mit zunehmender Last nur minimal, sodass bei einer Last von 50 Prozent ca. 1250 U/min erreicht werden, was keinen wirklich signifikanten Unterschied in der Lautstärke macht. Die weiteren Drehzahlstufen sind dann 1400 U/min (60 Prozent), 1500 U/min (80 Prozent) und moderate 1600 U/min bei Volllast. Der Lüfter macht sich dann durch ein deutliches Luftrauschen bemerkbar, aber insgesamt bleibt die Lautstärke des EVGA noch relativ angenehm leise.

Weiter Bilder vom EVGA SuperNOVA 1200 P2 sind in der Galerie zu finden:

Auf der nächsten Seite stellen wir mit dem Seasonic Platinum 1200W den vierten Testkandidaten dieses kleinen Roundups vor.