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Vier High-End-Netzteile der 1200-Watt-Klasse im Test

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Seite 3: Cooler Master V1200


Die "V Series" stellt bei Cooler Master aktuell die Top-Serie dar, welche mit 80PLUS Platinum, einem voll-modularen Kabelmanagement sowie hoher Leistungsfähigkeit sehr gut aufgestellt ist. Mit dem V850 und dem V1000 hatten wir bereits zwei kleinere Modelle dieser Serie im Test, welche beide eine sehr gute Vorstellung abliefern konnten, was sicher auch daran liegen wird, dass Cooler Master für die V Series auf Seasonic als Auftragsfertiger zurückgegriffen hat. Die V Series basiert auf der Plattform, die Seasonic auch bei den eigenen Platinum-Modellen einsetzt, was das V1200 und das Platinum 1200W zu halben Geschwistern macht. Neben dem nun getesteten Spitzenmodell mit 1200 Watt umfasst die V Series noch ein viertes Modell mit 700 Watt. Preislich sind die Cooler Master V Series attraktiv aufgestellt, das V1200 liegt mit ca. 240 Euro auf einem für diese Klasse durchschnittlich hohen Preisniveau.

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Das Cooler Master V1200 wirkt auf seine Weise elegant.

Das V1200 wird ebenfalls gut verpackt und mit einigem Zubehör ausgeliefert. Neben Handbuch, Kabeln, Aufbewahrungstaschen und Kleinkram wie Kabelbindern fällt noch ein Slotblech samt kleinem Schalter und Anschlusskabel auf. Dieses dient zur Umschaltung zwischen den beiden Modi der "hybriden Lüftersteuerung", aktiv und semi-passiv. Leider hat Cooler Master für den Fall, dass das Slotblech nicht im Rechner montiert werden kann, keine Alternative in Form einer kleinen Steckbrücke beigelegt, so wie es be quiet! bei den Dark Power Pro macht.

Vom optischen Auftreten her hat die Designabteilung von Cooler Master einen guten Job erledigt, in dem sie statt auf Auffälligkeit eher auf Wertigkeit gesetzt hat. Mit seinem anthrazit-farbenen beschichteten Stahlblechgehäuse, welches mit 190 mm für diese Leistungsklasse entsprechend dimensioniert ist, folgt es dem klassenüblichen Stil, aber durch das Design des Deckels kann es eigene Akzente setzen. Die Lüfterumrandung aus Metall hinterlässt zusammen mit dem großzügigen Wabengitter einen hochwertigen Eindruck. Dieser wird auch durch die Verarbeitung des Gehäuses bestätigt.

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Das V1200 bietet 80PLUS Platinum und voll-modulares Kabelmanagement.

Das Cooler Master V1200 ist als Single-Rail-Netzteil ausgeführt, dessen einzelne 12V-Schiene nominal bis zu 100 Ampere liefern kann. Somit steht die gesamte Netzteilleistung von 1200 Watt theoretisch allein auf der 12V-Seite zur Verfügung. Die Nebenspannungen können jeweils bis zu 25 Ampere liefern, wobei ihre kombinierte Belastbarkeit bei 125 Watt liegt. Zusätzlich zu den guten Leistungswerten bringt das V1200 eine Effizenz nach 80PLUS Platinum mit.

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, kommt im V1200 eine Plattform von Seasonic zum Einsatz, die mit einer Full-Bridge-LLC-Topologie sowie Synchronous Rectification und DC-DC-Wandlern arbeitet. Bei den Kondensatoren setzt Cooler Master auf Produkte mit gutem Ruf: Primärseitig kommen drei Elkos (105°C / 420V / 2x 330uF, 1x390uF) von Matsushita zum Einsatz, sekundärseitig sind es Elkos von Nippon Chemicon mit 105°C-Rating und etliche Feststoffkondensatoren.

Die diversen Schutzschaltungen eines (guten) Netzteils stehen meistens etwas im Schatten der anderen Eigenschaften, sind aber ebenso wichtig. Cooler Master setzt beim V1200 dem High-End-Status entsprechend ein umfassendes Paket ein. Mit dabei sind Schutzschaltungen gegen Über-/Unterspannung (OVP/UVP), Überlastung (OPP), zu hohen Strömen auf einzelnen Rails (OCP), Kurzschlüsse (SCP) und auch gegen Überhitzung (OTP). Auf den Nebenspannungen von 3,3 Volt und 5 Volt konnten wir ein Eingreifen der Schutzschaltung bei 32 bzw. 34 Ampere beobachten. Für einen Überlasttest der 12V-Schiene reicht leider die Kapazität unserer Chroma nicht aus, aber von einer funktionierenden OPP/OCP ist unserer Erfahrung nach bei diesem Hersteller auszugehen.

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Neben schwarzen Flachbandkabeln steht auch eine umschaltbare Lüftersteuerung auf der Feature-Liste des V1200.

In der nächsten Disziplin, nämlich dem Bereich Ausstattung, leistet sich das Cooler Master V1200 ebenfalls keine Schwäche. Das voll-modulare Kabelmanagement hat sich in diesem Marktsegment schon fast als Standardmerkmal etabliert. Cooler Master hat eine übersichtliche Version verbaut, bei der die verschiedenen Anschlusskabel für Mainboard, Peripherie und 12V-Verbraucher entsprechend gruppiert sind und ein aufgedruckter "Lageplan" sollte helfen, die letzten Fragen bzgl. der richtigen Buchse zu klären.

Mit zwölf PCI-Express-Anschlüssen ist das V1200 überdurchschnittlich gut ausgestattet, wobei die zusätzlichen Anschlüsse in der Praxis wohl ausschließlich für Bitcoin-Mining-Systeme interessant sein dürften. Für andere Anwendungen ist wohl eher interessant, dass sich Kabel mit zwei Abgriffen auch als Einzelkabel verwenden lassen, was den verfügbaren Leitungsquerschnitt zur Versorgung der Grafikkarte(n) erhöht. Für die Stromversorgung anspruchsvoller Systeme stehen zwei 8-Pin-EPS-Stecker zur Verfügung. Aber auch bei den Anschlussmöglichkeiten für Peripheriesysteme kann das V1200 überzeugen: Zwölf SATA- und neun Molex-Anschlüsse bieten maximale Flexibilität. Bis auf das ATX-Mainboard-Kabel sind alle Anschlusskabel als schwarze Flachbandkabel ausgeführt.

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Das Cooler Master  V1200 bietet dank einer Seasonic-Plattform exzellente Leistungen.

Eine Besonderheit des V1200 ist seine hybride Lüftersteuerung. Der User kann über einen Schalter zwischen Aktiv- und Semi-Passiv-Modus umschalten. Im Semi-Passiv-Modus bleibt der 135-mm-Lüfter bis zu einer bestimmten Temperatur/Last ausgeschaltet, d.h. im unteren Lastbereich entspricht das V1200 einem Passiv-Netzteil. Dieses von Seasonic vor einiger Zeit eingeführte Prinzip lässt sich mittlerweile auch bei EVGAs High-End-Modellen finden. Anders als Seasonic hat Cooler Master den Schalter aber nicht an der Innenseite des Netzteilgehäuses befestigt, sondern ihn per Slotblech mit Anschlussleitung nach außen geführt. Sofern natürlich noch ein Slot frei ist, bietet diese Lösung den Charme, dass sich eine Umschaltung ohne Öffnung des Gehäuses vornehmen lässt.

Das Cooler Master V1200 arbeitet unterer niedriger Last (im Semi-Passiv-Modus) lautlos, kein "Spulenzwitschern" störte die Stille. Mit aktivem Lüfter, dessen Basisdrehzahl bei ca. 525 U/min liegt, arbeitet das V1200 sehr leise. Nur in direkter Nähe machte sich schwach das Lüfterlager bemerkbar. Bei unserem Test hat sich im Last-Bereich von 40 bis 50 Prozent (im Semi-Passiv-Modus) der Lüfter eingeschaltet, wobei von da an beide Lüftersteuerungsmodi die gleichen Drehzahlen lieferten. Bei guter Belüftung lässt sich also der Passiv-Betrieb bis 400-500 Watt nutzen. Bei 80% Last lagen dann moderate 600 U/min an, bei der das V1200 auch entsprechend leise arbeitete. Im Volllast-Betrieb hat das V1200 seinen Lüfter dann zügig bis auf ca. 1600 U/min hochgefahren, was ein relativ deutliches Lüfterrauschen produziert. Angesichts der anliegenden Leistung von 1200 Watt ist seine Lautstärke aber durchaus noch als angenehm zu bezeichnen.

Weitere Bilder vom V1200 sind in der Galerie zu finden.

Auf der nächsten Seite widmen wir uns dem EVGA SuperNOVA 1200 P2.