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Drei Netzteile der 600W-Klasse im Test

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Seite 5: Testergebnisse

Für den Belastungstest haben wir das Testsystem verwendet, das auch für den Netzteiltest der Hardwareluxx [printed] 03/2008 verwendet wurde, dort allerdings im „Triple-SLI-Modus“. Auch gleich war der Testablauf, der nach einer Aufwärmphase einen Durchlauf des 3DMark06-Benchmarks beinhaltete.

Die Kerndaten des Testsystems:

  • Intel Core 2 Extreme QX9770 (Yorkfield, übertaktet auf 4.00 GHz)
  • XFX nForce 780i SLI mit 4 GB DDR2 Speicher
  • 2 x Leadtek WinFast PX8800 Ultra Leviathan (GeForce 8800 Ultra)
  • 4 x Samsung SP2504C im RAID 5

Dieses System nahm aus dem Stromnetz im Idle-Zustand auf dem Windows-Desktop ca. 350 Watt und unter Volllast bis zu 600 Watt Leistung auf. Bei einem konservativ angenommen Wirkungsgrad im Bereich von ca. 82 % entspricht dies einem Stromverbrauch der Hardware von ungefähr 290 Watt im Idle bzw. ca. 490 Watt in der Spitze. Gemessen wurde die Leistungsaufnahme mit einem Voltcraft VC940, dessen Messdaten von einem Messrechner kontinuierlich protokolliert wurden.  Die Verläufe der Ausgangsspannungen wurden mit einem Labjack U12 DAQ aufgenommen und ebenfalls vom Messrechner aufgezeichnet, um anschließend ausgewertet werden zu können.

Für die Leistungsaufnahme wurden vier Kennwerte pro Netzteil ermittelt:

  • Standby – Rechner heruntergefahren, Soft-Off (S5-State)
  • Idle – gemittelter Wert einer Ruhephase auf dem Windowsdesktop
  • Volllast – gemittelter Wert über den Teilbenchmark „Canyon Flight“ des 3Dmark06
  • Maximal – höchster Wert (gleitender Mittelwert über 5 Sekunden berechnet)

 

Leistungsaufnahme

Beim Vergleich der aufgenommen Leistung aus dem Netz lassen sich keine gravierenden Unterschiede feststellen. Im Soft-Off-Zustand liegen erfreulicherweise alle drei Kandidaten bei unter 4 Watt. Im Idle-Zustand beträgt der größte Unterschied etwa 6 Watt, was bei 350 Watt Leistungsaufnahme weniger als  2 % darstellt und in der Praxis zu vernachlässigen ist. Unter Volllast liegen die drei Testkandidaten etwas weiter auseinander, aber die 24 Watt Differenz zwischen dem Schlechtesten und dem Besten liegen noch im vertretbaren Rahmen. Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass das Corsair TX650W im Vergleich der Energieeffizienz eindeutig vorne liegt. Ebenfalls gut ist das PC Power & Cooling Silencer 610 - das Thermaltake liegt in diesem Vergleich an dritter Stelle.

 

Ausgangsspannungen

Bei den Verläufen der Ausgangsspannungen ist der Verlauf über den kompletten 3DMark06 dargestellt, eingegrenzt jeweils von einer kurzen Idle-Phase. Der in den Diagrammen dargestellte Wertebereich entspricht dem nach ATX zulässigen Toleranzbereich, der beispielsweise im Falle der 12 Volt von 11,40 Volt bis 12,60 Volt reicht, entsprechend +- 5 Prozent,  was auch bei 3,3 Volt und 5 Volt gilt. Der Idealwert liegt in der Mitte der Diagramme und ist durch eine dicke Linie gekennzeichnet. So ist auf den ersten Blick zu erkennen, welches Netzteil evtl. Probleme damit hat, seine Ausgangsspannungen im grünen Bereich zu halten. Die 12V1 bezeichnen die 12V-Versorgung über den 24-poligen ATX-Stecker, die 12V2 liegen am 8-poligen EPS-Stecker an. Dies haben wir auch bei den Netzteilen mit nur einer 12V-Schiene beibehalten, die ja eigentlich kein 12V1 und 12V2 haben. Aufgrund unterschiedlicher Belastungen und Kabellängen an beiden Messpunkten unterscheiden sich die dort gemessenen Spannungen aber auch bei Single-Rail-Netzteilen, d.h. Netzteilen mit nur einer 12V-Schiene. Schließlich sei noch erwähnt, dass die meisten Multi-Rail-Netzteile auch nur über virtuelle 12V-Schienen verfügen, d.h. eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen versehen und bilden dann die "Rails". Daher lassen sich in den Diagrammen auch keine klaren Unterschiede zwischen Multi- und Single-Rail-Netzteilen feststellen.

Corsair TX650W:

Corsair TX650W - 12V

Corsair TX650W - 3,3V & 5V

PC Power & Cooling Silencer 610 EPS12V

PC Power & Cooling Silencer 610 - 12V

PC Power & Cooling Silencer 610 - 3,3V & 5V

 

Thermaltake Toughpower Qfan 650W

Thermaltake Toughpower QFan 650W -12V

Thermaltake Toughpower QFan 650W - 3,3V & 5V

Auch bei Betrachtung der Verläufe der Ausgangsspannungen lässt sich feststellen, dass alle drei Testkandidaten der qualitativ hochwertigen Sorte angehören. Bei allen drei Netzteilen liegen die Ausgangsspannungen sauber in der Mitte des ATX-Toleranzfeldes und zeigen keinerlei Neigungen, in die Nähe der Grenzwerte abzuwandern. Die 12V-Schienen des Corsair- und des Thermaltake-Netzteils liegen dabei besonders schön mitten auf dem Normalwert von 12V. Bei den Spannungen 3,3 Volt und 5 Volt sind ebenfalls keine Auffälligkeiten zu erkennen. Allein das Thermaltake zeigt verglichen mit den anderen beiden etwas größere Schwankungen, was aber allenfalls ein Problem kosmetischer Natur ist. Insgesamt lässt sich sagen, dass hier alle drei Netzteile eine sehr gute Vorstellung bieten.

    

Die drei getesteten Netzteile erwiesen sich als ideal dimensioniert für unser Testsystem, da sie stets im Bereich von 40 – 75 % ihrer Leistungsfähigkeit betrieben wurden, was zumindest aus Effizienzsicht der optimale Bereich ist. In technischer Hinsicht ließen sich keine gravierenden Unterschiede feststellen. Das Corsair punktet durch niedrigste Leistungsaufnahme und sehr stabile Spannungen. Fast gleichauf liegt das PC Power & Cooling Silencer 610. Das Thermaltake kann da nicht ganz mithalten, bietet aber trotzdem eine hervorragende Performance. Positiv ist ebenfalls, dass das Corsair TX650W und das PC Power Silencer 610 beide nach "80plus" zertifiziert sind.

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Ebenso liegen das Corsair und das PC Power & Cooling in Sachen Lautstärke vor dem Thermaltake, welches zwar im Idle ähnlich leise ist, bei Belastung aber früher hochdreht und damit unter Volllast unseres Testsystems hörbar lauter arbeitete. Der rahmenlose Lüfter konnte in diesem Test keinen Vorteil erkennen lassen, aber vermutlich müsste man ihn fairerweise markenintern gegen ein anderes Toughpower antreten lassen. In Sachen Ausstattung kann das Thermaltake hingegen mit modularem Kabelmanagement und drei PCI-Express-Steckern gegenüber den Mitbewerbern deutlich punkten. Die Kabellängen aller drei Testkandidaten sind mehr als ausreichend und jedes bringt zumindest einen PCI-Express-Stecker in 8-Pin-Ausführung mit. Negativ muss man insbesondere dem TX650W und dem Silencer 610 anlasten, dass nur zwei PCI-Express-Stecker vorhanden sind, obwohl die Netzteile eigentlich hervorragend für ein SLI-Setup mit zwei NVIDIA 8800 Ultra geeignet sind.

Alles in allem können wir jedem Netzteil eine Kaufempfehlung aussprechen, aber das Corsair TX650W hat uns trotz des fehlenden Kabelmanagements am besten gefallen, weshalb es sich unseren Excellent Hardware Award verdient.

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