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Drei Netzteile der 600W-Klasse im Test

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Seite 1: Drei Netzteile der 600W-Klasse im Test

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Der Netzteilmarkt hat mittlerweile eine Vielfalt an unterschiedlichen Modellen hervorgebracht, die man sich vor wenigen Jahren nicht hätte träumen lassen. Einhergehend mit dieser großen Auswahl, stellt sich dem potenziellen Käufer natürlich eine gewisse Herausforderung, nämlich das für ihn optimale Modell zu finden. Neben der „Standard“-Klasse im Bereich von 400 Watt und den High-End-Netzteilen im Bereich von über 800 Watt gibt es natürlich auch dazwischen interessante und leistungsstarke Exemplare. In diesem Review wollen wir uns daher drei Netzteile im Bereich von 610-650 Watt einmal näher anschauen. Testkandiaten sind ein Corsair TX650W, ein PC Power & Cooling Silencer 610 und ein Thermaltake Toughpower QFan 650W.

Nüchtern betrachtet wären Netzteile mit maximal 400 Watt die interessantesten Testkandidaten, weil sie einfach die überwältigende Mehrheit aller PC-Systeme betreiben können. Man sollte diese Aussage natürlich auf Netzteile renommierter Hersteller beschränken, denn leider gibt es genug Exemplare auf dem Markt, wo die ganze Energie des Herstellers in heiße Luft und die Marketingabteilung gesteckt wurde. Überzogen hohe Leistungsangaben kombiniert mit niedrigem Preis sollen den Käufer locken und in den meisten Fällen läuft der Rechner dann auch. Der erhöhte Stromverbrauch infolge des niedrigeren Wirkungsgrads und die potenzielle Gefährdung der Rechnerhardware sind hingegen nicht offensichtlich und daher vielen nicht bewusst. Daher sollte beim Netzteilkauf nicht unbedingt zu sehr gespart werden, denn in gewisser Weise hängt das Wohlergehen der daran angeschlossenen Hardware davon ab, welche ja meist den vielfachen Wert des Netzteils hat.

 

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Ein weiterer Punkt, der eigentlich für die 400W-Klasse spricht, ist natürlich der aktuelle Fortschritt bei Prozessoren und Grafikkarten. Mit den in 45 nm gefertigten Intel-Prozessoren und den aktuellen Mid-Range-Grafikkarten von ATI und NVIDIA lassen sich leistungsstarke Systeme zusammenstellen, welche verglichen mit früherer Technik deutlich weniger Leistung aufnehmen. Wenn es aber Richtung Overclocking, umfangreicher Peripherie und evtl. Richtung Crossfire/SLI geht, ist durchaus auch der Kauf eines stärkeren Netzteils empfehlenswert, zum Beispiel eines im Bereich von 500 - 600W.

 

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Mit den hier getesteten Netzteilen im Bereich von 610-650 Watt sind hingegen auch Systeme mit Quadcore-CPU und zwei 8800 Ultra Grafikkarten im SLI-Setup möglich. Für Triple-SLI bzw. massives Overclocking empfiehlt sich dann hingegen aber doch die High-End-Klasse im Bereich von 800 Watt und mehr.

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Für die Dimensionierung des Netzteiles gibt es verschiedene Ansichten. Die einen meinen, dass man das Netzteil gerade groß genug dimensionieren sollte, die anderen sind der Ansicht, dass viel auch viel hilft. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich dazwischen. Gerne wird darauf hingewiesen, dass ein „unterfordertes“ Netzteil einen schlechteren Wirkungsgrad im Betrieb aufweist, als eines, welches gut belastet ist. Dies ist bei Netzteilen der übliche Fall, aber der Bereich der Unterforderung liegt meist nur bei unter 20% Auslastung. Liegt ein Rechnersystem im Idle-Zustand beispielsweise bei 25% Auslastung, hat man bei modernen Netzteilen de facto keine Nachteile mehr. Andersrum betrachtet ergibt sich unter Umständen für ein knapp dimensioniertes Netzteil hier sogar ein Nachteil, denn der Wirkungsgrad der Netzteile hat meistens im Bereich von ca. 50% Last sein Maximum, danach fällt er wieder leicht ab. Ein weiterer Punkt ist die Lautstärke bzw. die Lüfterdrehzahl. Primär hängt diese natürlich vom Design des jeweiligen Netzteils ab, aber Tatsache ist, dass das Kühlkonzept des Netzteils für Volllast konzipiert ist, oder zumindest sein sollte. Ein stärkeres Netzteil hat gegenüber einem schwächeren Netzteil zumindest theoretisch den Vorteil, dass es bei gleicher Leistungsabgabe weniger stark belastet wird, da es meist über eine leistungsstärkere Kühlung und evtl. auch hochwertigere Komponenten verfügt. Da es im Vergleich zum schwächeren Netzteil weiter von seinem Volllast-Betriebspunkt entfernt ist, kann auch eine niedrigere Lüfterdrehzahl verwendet werden. 

Wie gesagt, dies ist die Theorie, welche in der Praxis aufgrund oft unterschiedlicher Netzteildesigns nicht immer zutrifft, aber es lässt sich doch beobachten, dass manche 1000W-Netzteile auch bei Belastungen von 500 Watt noch vergleichsweise leise bleiben, während hingegen schwächere Netzteile lautstark auf ihre Arbeit hinweisen. Insgesamt spricht, vom höheren Anschaffungspreis einmal abgesehen, nichts dagegen, beim Netzteilkauf etwas Reserve einzuplanen und nicht zu knapp zu kaufen, solange man es nicht übertreibt.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Daten der Netzteile in tabellarischer Form: