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Test: Antec High Current Pro 1000W Platinum

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Seite 2: Vorstellung des Antec HCP-1000

Antec hat das HCP-1000 Platinum auf der diesjährigen CeBIT vorgestellt und mittlerweile sollte es auf dem Weg zu den Händlern sein, wo es aktuell mit Preisen ab ca. 230 Euro gelistet ist. Somit liegt es auch preislich auf einem Niveau mit der direkten Konkurrenz von Seasonic und Enermax.

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Antec bleibt bei einem schlichten Gehäusedesign.

Abgesehen von den Veränderungen beim Kabelmanagement und den Anschlusskabeln ist das HCP-1000 von außen kaum von den älteren HCP-Modellen zu unterscheiden. Mit 190 mm Gehäuselänge gehört auch das 1000W-Modell zu den etwas größeren Netzteilen, das gesamte Design ist eher schlicht und funktional gehalten.

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Das HCP-1000 ist Antecs erstes Netzteil mit voll-modularem Kabelmanagement.

Ein wahrer Meilenstein - zumindest für Antec - ist das voll-modulare Kabelmanagement. Bisherige Netzteile mit Kabelmanagement von Antec waren eher Hybrid-Varianten, bei denen wirklich nur die optionalen Anschlüsse über das Kabelmanagement realisiert wurden. Neben den auch bei anderen Systemen immer fest angebrachten Mainboard-Anschlüssen, waren dies meist noch ein Strang für PCI-Express- und einer für Peripheriegeräte. Beim HCP-1000 sind nun alle Anschlusskabel abnehmbar.

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Ein näherer Blick auf das Anschlussfeld des HCP-1000.

Antec hat -  ähnlich wie Seasonic bei den X-Series- und Platinum-Modellen auch - die Anschlüsse für 12V-Verbraucher räumlich von den restlichen Spannungsschienen getrennt, weswegen auch das ATX-Kabel auf Netzteilseite über zwei getrennte Stecker verfügt. Würden in der Zukunft mit einem anderen Pin-Layout mehr 12V-Leitungen zur Versorgung des Mainboards gefordert, so könnte Antec dies durch ein entsprechendes modifiziertes ATX-Kabel relativ einfach erfüllen. Antec beschreibt dies als "weltweit ersten 28(20+8)-Pin-Sockel" für mögliche zukünftige Mainboard-Stecker, was man durchaus so sehen könnte. Überbewerten sollte man dieses "Feature" aber auch nicht.

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Das HCP-1000 Platinum mit montierten Anschlusskabeln.

Die Steckplätze auf dem Anschlussfeld sind mit den jeweils zugehörigen 12V-Rails beschriftet, was eine optimale Konfiguration des Systems ermöglicht. Durch die relativ willkürlich erscheinende Verteilung der einzelnen Rails ist allerdings etwas Nachdenken bzgl. einer optimalen Verkabelung angesagt. An der Verarbeitung von Buchsen und Anschlusskabeln lässt sich nichts aussetzten, die Passgenauigkeit ist im üblichen Rahmen, und auch die Bedienung geht leicht von der Hand.

Beim Inneren hat Antec einige Veränderungen gegenüber den anderen Modellen der Serie vorgenommen. Kam das HCP-1200 noch in einem Design mit zwei gegenüberliegenden Hauptplatinen, welches eine Kühlung per 80-mm-Lüfter erforderlich machte, so arbeitet im HCP-1000 wieder eine einzige, relativ dicht bestückte Hauptplatine, die durch eine Tochterplatine, welche auch die Anschlussbuchsen trägt, ergänzt wird.

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Das Antec verfügt über eine leistungsfähige State-of-the-art-Technik.

Zum Einsatz kommt in dieser Leistungsklasse erwartungsgemäß eine Variante eines "Full-Bridge-LLC-Designs mit "Synchronous Rectification" und nachgeschalteten DC-DC-Spannungswandlern. Die Fertigung scheint durch Delta Electronics zu erfolgen, was die sehr gute Verarbeitung erklären mag. Aufgrund dieser Topologie, die vornehmlich bei Premium-Modellen von höherer Leistung verwendet wird, ist auch beim HCP-1000 von einer hohen Leistungsfähigkeit und einer sehr guten Effizienz auszugehen.

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Eindrucksvolle Leistungswerte auf dem Typenschild des HCP-1000.

Das HCP-1000 ist als klassisches Multirail-Netzteil konzipiert, wobei seine vier 12V-Schienen mit jeweils 30 Ampere ausgesprochen stark ausgelegt sind. Mit einer kombinierten Leistung von 1000 Watt auf 12 Volt lässt sich theoretisch auch die komplette Netzteilleistung über 12 Volt abrufen. Wie auch schon das HCP-1200 scheint auch das neue 1000W-Modell große Reserven in Sachen Leistungsfähigkeit zu haben, denn bei einem mehrminütigen Lauf bei 1350 Watt abgegebener Leistung zeigte es keine Schwächen, sondern behielt seine stabilen Spannungen bei. Nur der Lüfter wurde auf eine deutlich höhere Drehzahl heraufgefahren.

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Der 135-mm-Lüfter des Antec verwendet ein Doppelkugellager.

Beim Lüfter greift Antec wieder auf ein kugelgelagertes Modell zurück, welches in Sachen Lautstärke aber eine durchaus gute Performance liefern kann. Sehr postiv am HCP-1000 ist auch, dass wir während des Tests zu keiner Zeit irgendwelche Zirp- oder Zwitschergeräusche wahrnehmen konnten, die bei anderen Netzteilen häufig - zumindest leise - zu bemerken sind. Diese Geräusche entstehen, wenn Bauteile der Elektronik beispielsweise durch elektromagnetische Wechselwirkungen in Schwingungen versetzt werden, welche sich dann auf die Luft als Schall übertragen. Antec hat hier bei Auswahl und Montage der Komponenten eine gute Wahl getroffen.

Das Antec HCP-1000 ist nicht als Silent-Netzteil abgestimmt, aber arbeitet doch angenehm leise. Bei 50 Prozent Last ist das Lüfterrauschen nur schwach und die Lüfterlager sind nur in unmittelbarer Nähe zum Netzteil wahrnehmbar. Bis zu einer Last von ca. 60 Prozent behält es auch seine niedrige Drehzahl von ca. 630 U/min bei. Auf 80 Prozent Last und ca. 900 U/min ist das Lüfterrauschen schon deutlicher, auch das Lager macht sich bemerkbar, bleibt aber im unauffälligen und angenehmen Rahmen. Bei 100 Prozent Last und 1400 U/min ist das Netzteil auch aus einigem Abstand wahrnehmbar, aber das ist bei Volllast normal und insgesamt macht das Antec hier auch noch eine gute Figur. Laut wird es im Überlastbetrieb, bei 1350 Watt erreicht der Lüfter immerhin 2100 U/min.

Als Fazit zur Geräuschentwicklung lässt sich sagen, dass Antec zwar kein explizites Silent-Netzteil ist, aber für ein leistungsstarkes Modell durchaus leise zu Werke geht.

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Die Anschlusskabel des Antec sind insgesamt in sehr ordentlicher Länge ausgeführt.

Das Antec HCP-1000 Platinum bringt der Klasse entsprechend gute Anschlussmöglichkeiten mit. Mit bis zu sechs PCI-Express-Anschlüssen und zwei 8-Pin-CPU-Versorgungssteckern lassen sich im Zusammenspiel mit 1000 Watt auch anspruchsvollere Multi-GPU-Systeme versorgen. Die PCI-Express-Anschlüsse am HCP-1000 sind unterschiedlich ausgeführt. Ein Kabel mit 16-Pin-Anschluss verfügt über zwei PCI-Stecker, beide mit eigener Leitung. Die restlichen vier Anschlüsse werden über zwei Kabel realisiert, welche jeweils zwei Abgriffe haben und selbst per 8-Pin-Stecker am Netzteil angeschlossen werden. Eher durchschnittlich ist die Anzahl von neun SATA- und sechs 4-Pin-Molex-Anschlüssen zu bezeichnen. Die direkte Konkurrenz bringt da etwas mehr mit, auch wenn die meisten User die zusätzlichen Anschlüsse kaum benötigen werden.

Bei den technischen Daten, der Ausstattung und auch der Lautstärke hat Antec in Form des HCP-1000 ein sehr gutes Paket zusammengestellt. Wie die tatsächliche Performance aussieht, haben wir auf der nächsten Seite zusammengestellt.