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Test: Top-Netzteile im Re-Test

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Seite 8: Spannungsstabilität / Ripple- und Noisebetrachtung

 Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last veränderen und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +- 5 Prozent von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die sogennanten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteilsdesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

 

 

be quiet Straight Power E9-CM-680W

 

bequiet spannung

Das be quiet! E9-CM-680W kann mit relativ stabilen Ausgangsspannungen punkten. Zwischen 10 Prozent und 100 Prozent Last sinken die Spannungen um 1,5 Prozent bis 2 Prozent, bleiben sicher im Toleranzfenster.

bequiet ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen sieht die Lage ebenfalls gut aus. Die Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt zeigen nur geringe Werte. Auf 12 Volt sind im Vergleich etwas höhere Werte zu beobachten (max. 80 mV), aber auch diese Werte liegen noch sicher im Rahmen.

 

Corsair AX850

 

corsair spannung

Sehr stabile Ausgangsspannungen zeigt das Corsair AX850. Die Spannungen sinken bei Volllast nur um 1-1,5 Prozent ein und liegen nahe des Sollwertes.

corsair ripple

Bei der Betrachtung der Ripple-/Noisespannungen kann das Corsair wieder punkten. Hier sind Werte von unter 15 mV(pp) bei den Nebenspannungen und 25 mV(pp) auf 12 Volt zu beobachten.

 

Enermax Platimax 750W

 

enermax spannung

Das Enermax Platimax 750W zeigt stabile Ausgangsspannungen mit einer soliden Regelung. Die wichtigen 12 Volt schwanken nur um knapp über 1 Prozent, was einen sehr guten Wert darstellt.

enermax ripple

Bei den Ripple-/Noisespannungen sind auf 12 Volt bei Volllast Werte von nur knapp unter 50 mV(pp) zu beobachten. Die Nebenspannungen sind auch hier schwächer aufgestellt, bleiben aber sicher im Toleranzbereich.

 

Seasonic Platinum 860W

 

seasonic spannung

Exzellent ausgeregelte Spannungen kann das Seasonic Platinum 860W bieten. Auf den Nebenspannungen sind nur minimale Abfälle zu beobachten und auch die 12 Volt machen mit nur knapp über 1 Prozent Spannungsabfall einen sehr guten Eindruck.

seasonic ripple

Ripple-/Noisespannungen sind beim Platinum 860W eher schwach ausgeprägt. Mit maximal 35 mV(pp) auf 12 Volt und 20 mV auf 5 Volt unterbietet Seasonic die Anforderungen des ATX Design Guide deutlich.

 

Auch bei der Analyse der Ausgangsspannungen können alle vier Netzteile überzeugen. Besonders geringe Schwankungen zeigen das Corsair AX850 und das Seasonic Platinum 860W, aber auch das be quiet! Straight Power E9 680W und das Enermax Platimax 750W machen einen sehr guten Eindruck.

 

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Kommentare (27)

#18
Registriert seit: 23.07.2004
Erlangen
Bootsmann
Beiträge: 668
Na anscheinend hat sich Mathias nun mit der Chroma angefreundet und sich eingearbeitet. Ein schöner und lesenswerter Test!
#19
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Registriert seit: 27.06.2006
NRW
Kapitän zur See
Beiträge: 4024
Mir fehlt ein Vergleich des Enermax 850 Watt.

PS: Schöner Test!
#20
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
Ich finde es sehr schade, dass kein Offline/Ruhezustand-Verbrauch angegeben wurde.
Mich würde da z.B. auch mal der technische Hintergrund interessieren, warum Netzteile über 700W auf einmal 20-60W im [U]ausgeschalteten[/U] Zustand ziehen, während bisher so 3-8 W üblich waren, bzw. welche (Power)Netzteile sich dort auch heute noch im einstelligen Bereich bewegen.

cu
#21
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Registriert seit: 01.02.2006
Hessen\LDK
Moderator
Beiträge: 40007
das sind dann aber eher ausnahmen.

hab das seasonic auch hier und da sind es definitiv keine 20 watt oder mehr wenn der rechner aus ist.
#22
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
hmm, also ich hatte ein corsair 650HX (6W), dann Silverstone 850W ST85F-P (53W), dann corsair 750HX (25W), letzteres zieht sogar noch 18W wenn der Schalter am NT auf 0 ist, wo das 650HX noch wirklich aus ist. Bekannter hat irgendein Enermax Teil (33W), und wieder jemand anderes coolermaster (28W), be quite (30W). Irgendwo las ich dazu (es war ein Userbeitrag) mal etwas von Messfehlern, die durch im Netzteil vorgeschaltete Kondensatoren verursacht werden und keinen realen Verbrauch darstellen sollte. Daher hoffte ich bei entsprechenden Tests um eine eventuelle Aufklärung oder eben Angabe.
#23
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Registriert seit: 25.04.2006
Oben rechts in der Egge (S-H)
Vizeadmiral
Beiträge: 6496
Zitat Hornett;18912569
Mich würde da z.B. auch mal der technische Hintergrund interessieren, warum Netzteile über 700W auf einmal 20-60W im [U]ausgeschalteten[/U] Zustand ziehen (...)

Das ist ganz einfach:

Dein Schätzeisen ist fürn Eimer und phantasiert einfach. Das kann bei preiswerten Geräten (und ja, auch ein Gerät für 150€ ist preiwert) durchaus vorkommen, dass sie nicht in der Lage sind, die wahre Aufnahme abzuschätzen, insbesondere wenn man es nicht mit einem Ohmschen Verbraucher zu tun hat, der auch brav den Strom Sinusförmig aufnimmt. Dann gehen diese Teile auch gern mal nachm Mond als dass sie wirkliche messwerte ausgeben.

Also: einfach ignorieren oder mal schauen, dass du an ein vernünftiges Messgerät kommst, dass auch bei nicht sinusförmigen Leistungen keine Phantasiewerte auskotzt.[COLOR="red"]

---------- Post added at 14:48 ---------- Previous post was at 14:44 ----------

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Zitat Hornett;18912874
hmm, also ich hatte ein corsair 650HX (6W), dann Silverstone 850W ST85F-P (53W), dann corsair 750HX (25W), letzteres zieht sogar noch 18W wenn der Schalter am NT auf 0 ist, wo das 650HX noch wirklich aus ist. Bekannter hat irgendein Enermax Teil (33W), und wieder jemand anderes coolermaster (28W), be quite (30W). Irgendwo las ich dazu (es war ein Userbeitrag) mal etwas von Messfehlern, die durch im Netzteil vorgeschaltete Kondensatoren verursacht werden und keinen realen Verbrauch darstellen sollte. Daher hoffte ich bei entsprechenden Tests um eine eventuelle Aufklärung oder eben Angabe.

Wie oben geschrieben sind diese 'Messerte' fürn Eimer, da dein Schätzeisen Probleme mit nicht sinusförmigen Strömen hat, insbesondere im unteren Bereich. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Dass auch ein Strom fließen kann, wenn der schalter auf 0 gestellt ist, liegt daran, dass nicht alle Schalter 2polig schalten sondern nur einpolig. Dann kann z.B. die Phase an der Elektronik anliegen, der Nulleiter aber nicht, was dann zu einer geringen Leistungsaufnahme führen kann, da hierbei die Kondensatoren etwas ge- und entladen werden.

Generell ist es auch nicht zu empfehlen, die an den Geräten vorzufindenden Schalter regelmäßig zu verwenden sondern externe Schalter (schaltbare Steckerleiste) zu verwenden, da die Schalter relativ stark belastet sind und ein Ausfall dieses Bauteiles den Ausfall des Netzteiles zur Folge haben kann.

Da ist es dann besser, einen externen Schalter zu verwenden, der bei einem Defekt ohne Probleme ausgetauscht werden kann.
#24
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
Vielen Dank für Deine Ausführungen.
Allerdings „phantasieren“ diese Energieanzeiger dann wohl vorerst [U]nur[/U] bei diversen, leerlaufenden PC-Netzteilen und irgendwas müssen die ja nun trotzdem verbrauchen.
Umso mehr eben mein aufbegehren nach dieser Angabe bei unabhängigen Tests :-).

Egal ob Playstation, HiFi, TV, LED, Energiesparlampen, Batterieladegeräten wie auch div. Multimedia-Netzteilen, bisher passte das bei mir immer soweit ganz gut.

Offline zieht eine PS3 tatsächlich 10W, bzw. gibt es aktuelle Multimedialplayer, die in der Werkseinstellung ausgeschaltet weiterhin [U]den gleichen[/U] Verbrauch ziehen (18W – Dune) usw.


PS
und danke für den Tipp mit dem Schalter, muss ich bestätigen, nach häufigerem gebrauch(corsair vx450) gab es knallende und riechende Abrissfunken im Schalter, jeweils beim Strom (wieder-)anlegen :-(
#25
Registriert seit: 26.03.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1454
Zitat
Egal ob Playstation, HiFi, TV, LED, Energiesparlampen, Batterieladegeräten wie auch div. Multimedia-Netzteilen, bisher passte das bei mir immer soweit ganz gut.


Ein Messgerät das im Standby Modus sinusförmigen Strom messen kann kostet gerne mal ab ~400€. Gleiches gilt übrigens auch bei diversen Flachbildfernsehern.
Ein billiges Messgerät kann da leider nicht mithalten.
#26
Registriert seit: 17.05.2012

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Beiträge: 51
könnte das dann die Chroma-Teststation hier? :D
#27
Registriert seit: 26.03.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1454
Normalerweise benötigt man da ein externes Messgerät.
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