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Test: Top-Netzteile im Re-Test

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Seite 6: Vorstellung der neuen Testumgebung

Wir testen bei Hardwareluxx nun schon viele Jahre Netzteile, wenn auch bisher ohne den Einsatz von spezialisiertem Testequipment. Wir verwendeten hierfür für jeden Test ein klassisches PC-System, welches wir im Testzeitraum nicht veränderten und setzten es mittels diverser Programme in verschiedene Lastzyklen.

Trotzdem hatten wir den Eindruck, dass unsere bisherigen Netzteilreviews sowohl bei Usern als auch Herstellern gut angekommen sind. Natürlich spielten wir auch schon länger mit dem Gedanken, für unsere Tests eine professionelle Teststation einzusetzen. Die Anschaffung einer eigenen Station schlägt allerdings schnell mit Summen ähnlich des Kaufpreises eines besseren Klein- oder Mittelklassewagens zu Buche. Als Alternative hatten wir die Angebote einiger Hersteller bzw. Distributoren gehabt, deren Equipment mit für unsere Reviews zu nutzen. Aber auch wenn unsere Kontakte in dem Bereich mit offenen Karten spielen und objektive Testbedingungen selbstverständlich wären, so würden wir doch letztendlich immer etwas von unserer Unabhängigkeit aufgegeben, weshalb wir darauf auch verzichtet hatten.

Glücklicherweise ergab es sich aber nun, dass ein Kollege einer befreundeten Redaktion sich von seiner "Chroma" trennen wollte. Ein guter Gebrauchter ist im Automobilbereich schließlich auch häufig einem Neuwagen vorzuziehen, daher haben wir zugeschlagen und nun steht die "Chroma" bei uns.

chroma01sDie Teststation in der Übersicht.

Die Chroma-Testplattform besteht aus mehreren Teilen. Das Herzstück sind die elektronischen Lasten in den oberen beiden Etagen des Racks. Zum Einsatz kommen zwei Chroma 63107, die jeweils zwei getrennte Eingänge haben und sich um 3,3 Volt und 5 Volt sowie die Nebenspannungen kümmern. Mit je 250 Watt für 3,3 Volt sowie 5 Volt könnte man theoretisch sogar die alten Netzteilgenerationen gut testen, bei denen die 12V-Seite noch nicht so eine große Rolle wie bei modernen Netzteilen gespielt hat.

chroma02sDie sechs elektronischen Lasten, untergebracht in zwei Modulgehäusen.

Darunter befinden sich vier Chroma 63103, die jeweils bis zu 300 Watt aufnehmen können und für die 12V-Seite gedacht sind. Wir können so Netzteile mit bis zu vier 12V-Schienen und einer kombinierten Leistung von 1200 Watt optimal testen. Der Test von Single-Rail- oder Modellen mit mehr als vier 12V-Schienen ist natürlich auch möglich. Die Spannungsmessung erfolgt durch separate Sense-Leitungen, die direkt an den Netzteilsteckern befestigt werden.

chroma04sDie Chroma 61604 liefert den Netzteile eine saubere Sinusspannung.

Ebenfalls ein wichtiges Stück Technik ist die AC-Spannungsquelle Chroma 61604. Mit ihr ist es möglich, die Netzteile mit anderen Netzspannungen oder -frequenzen zu testen, als sie das heimische Stromnetz bietet. Ehrlich gesagt, sind Tests mit "amerikanischen" 115 Vac für uns weniger interessant. Für uns ist hingegen wichtig, dass alle getesteten Netzteile "saubere" 230 Vac von gleicher Qualität bekommen, was durch die Chroma Spannungsquelle erreicht wird. Nebenbei liefert sie uns Informationen zur Primärleistungsaufnahme und Power Faktor.

chroma03sAls Oszilloskop kommt ein Tektronix TDS3014B zum Einsatz.

Zur Beurteilung der Qualität der Ausgangsspannungen eines Netzteils setzen wir ein 4-Kanal-Oszilloskop von Tektronix ein, das alte DSO-2150 USB dient nur noch als Reserve.

Wir sind mit dem Equipment sehr zufrieden. Die vorherigen Messungen an einem laufenden PC haben zwar auch gute Messwerte gebracht, aber Genauigkeit und Reproduzierbarkeit sind mit der Chroma doch deutlich besser, zumal wir die Effizienz jetzt wirklich quantitativ bestimmen können und nicht nur auf qualitative Vergleich angewiesen sind.

 

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Kommentare (27)

#18
Registriert seit: 23.07.2004
Erlangen
Bootsmann
Beiträge: 668
Na anscheinend hat sich Mathias nun mit der Chroma angefreundet und sich eingearbeitet. Ein schöner und lesenswerter Test!
#19
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Registriert seit: 27.06.2006
NRW
Kapitän zur See
Beiträge: 4024
Mir fehlt ein Vergleich des Enermax 850 Watt.

PS: Schöner Test!
#20
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
Ich finde es sehr schade, dass kein Offline/Ruhezustand-Verbrauch angegeben wurde.
Mich würde da z.B. auch mal der technische Hintergrund interessieren, warum Netzteile über 700W auf einmal 20-60W im [U]ausgeschalteten[/U] Zustand ziehen, während bisher so 3-8 W üblich waren, bzw. welche (Power)Netzteile sich dort auch heute noch im einstelligen Bereich bewegen.

cu
#21
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Registriert seit: 01.02.2006
Hessen\LDK
Moderator
Beiträge: 40005
das sind dann aber eher ausnahmen.

hab das seasonic auch hier und da sind es definitiv keine 20 watt oder mehr wenn der rechner aus ist.
#22
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
hmm, also ich hatte ein corsair 650HX (6W), dann Silverstone 850W ST85F-P (53W), dann corsair 750HX (25W), letzteres zieht sogar noch 18W wenn der Schalter am NT auf 0 ist, wo das 650HX noch wirklich aus ist. Bekannter hat irgendein Enermax Teil (33W), und wieder jemand anderes coolermaster (28W), be quite (30W). Irgendwo las ich dazu (es war ein Userbeitrag) mal etwas von Messfehlern, die durch im Netzteil vorgeschaltete Kondensatoren verursacht werden und keinen realen Verbrauch darstellen sollte. Daher hoffte ich bei entsprechenden Tests um eine eventuelle Aufklärung oder eben Angabe.
#23
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Registriert seit: 25.04.2006
Oben rechts in der Egge (S-H)
Vizeadmiral
Beiträge: 6496
Zitat Hornett;18912569
Mich würde da z.B. auch mal der technische Hintergrund interessieren, warum Netzteile über 700W auf einmal 20-60W im [U]ausgeschalteten[/U] Zustand ziehen (...)

Das ist ganz einfach:

Dein Schätzeisen ist fürn Eimer und phantasiert einfach. Das kann bei preiswerten Geräten (und ja, auch ein Gerät für 150€ ist preiwert) durchaus vorkommen, dass sie nicht in der Lage sind, die wahre Aufnahme abzuschätzen, insbesondere wenn man es nicht mit einem Ohmschen Verbraucher zu tun hat, der auch brav den Strom Sinusförmig aufnimmt. Dann gehen diese Teile auch gern mal nachm Mond als dass sie wirkliche messwerte ausgeben.

Also: einfach ignorieren oder mal schauen, dass du an ein vernünftiges Messgerät kommst, dass auch bei nicht sinusförmigen Leistungen keine Phantasiewerte auskotzt.[COLOR="red"]

---------- Post added at 14:48 ---------- Previous post was at 14:44 ----------

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Zitat Hornett;18912874
hmm, also ich hatte ein corsair 650HX (6W), dann Silverstone 850W ST85F-P (53W), dann corsair 750HX (25W), letzteres zieht sogar noch 18W wenn der Schalter am NT auf 0 ist, wo das 650HX noch wirklich aus ist. Bekannter hat irgendein Enermax Teil (33W), und wieder jemand anderes coolermaster (28W), be quite (30W). Irgendwo las ich dazu (es war ein Userbeitrag) mal etwas von Messfehlern, die durch im Netzteil vorgeschaltete Kondensatoren verursacht werden und keinen realen Verbrauch darstellen sollte. Daher hoffte ich bei entsprechenden Tests um eine eventuelle Aufklärung oder eben Angabe.

Wie oben geschrieben sind diese 'Messerte' fürn Eimer, da dein Schätzeisen Probleme mit nicht sinusförmigen Strömen hat, insbesondere im unteren Bereich. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Dass auch ein Strom fließen kann, wenn der schalter auf 0 gestellt ist, liegt daran, dass nicht alle Schalter 2polig schalten sondern nur einpolig. Dann kann z.B. die Phase an der Elektronik anliegen, der Nulleiter aber nicht, was dann zu einer geringen Leistungsaufnahme führen kann, da hierbei die Kondensatoren etwas ge- und entladen werden.

Generell ist es auch nicht zu empfehlen, die an den Geräten vorzufindenden Schalter regelmäßig zu verwenden sondern externe Schalter (schaltbare Steckerleiste) zu verwenden, da die Schalter relativ stark belastet sind und ein Ausfall dieses Bauteiles den Ausfall des Netzteiles zur Folge haben kann.

Da ist es dann besser, einen externen Schalter zu verwenden, der bei einem Defekt ohne Probleme ausgetauscht werden kann.
#24
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
Vielen Dank für Deine Ausführungen.
Allerdings „phantasieren“ diese Energieanzeiger dann wohl vorerst [U]nur[/U] bei diversen, leerlaufenden PC-Netzteilen und irgendwas müssen die ja nun trotzdem verbrauchen.
Umso mehr eben mein aufbegehren nach dieser Angabe bei unabhängigen Tests :-).

Egal ob Playstation, HiFi, TV, LED, Energiesparlampen, Batterieladegeräten wie auch div. Multimedia-Netzteilen, bisher passte das bei mir immer soweit ganz gut.

Offline zieht eine PS3 tatsächlich 10W, bzw. gibt es aktuelle Multimedialplayer, die in der Werkseinstellung ausgeschaltet weiterhin [U]den gleichen[/U] Verbrauch ziehen (18W – Dune) usw.


PS
und danke für den Tipp mit dem Schalter, muss ich bestätigen, nach häufigerem gebrauch(corsair vx450) gab es knallende und riechende Abrissfunken im Schalter, jeweils beim Strom (wieder-)anlegen :-(
#25
Registriert seit: 26.03.2010

Oberleutnant zur See
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Zitat
Egal ob Playstation, HiFi, TV, LED, Energiesparlampen, Batterieladegeräten wie auch div. Multimedia-Netzteilen, bisher passte das bei mir immer soweit ganz gut.


Ein Messgerät das im Standby Modus sinusförmigen Strom messen kann kostet gerne mal ab ~400€. Gleiches gilt übrigens auch bei diversen Flachbildfernsehern.
Ein billiges Messgerät kann da leider nicht mithalten.
#26
Registriert seit: 17.05.2012

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könnte das dann die Chroma-Teststation hier? :D
#27
Registriert seit: 26.03.2010

Oberleutnant zur See
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Normalerweise benötigt man da ein externes Messgerät.
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