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Test: Top-Netzteile im Re-Test

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Seite 5: Seasonic Platinum 860W

Die im Spätherbst 2011 von Seasonic eingeführte Modellreihe Platinum umfasst zwei Modelle, wobei wir beide Modelle bereits im Test hatten. Das Spitzenmodell mit 1000W hatten wir in einem Online-Review im November 2011 getestet, das 860W-Modell in der letzten Printed-Ausgabe 02/2012. Da das 860W-Modell sicher für die meisten User das etwas interessantere Modell sein dürfte, haben wir es uns nun noch einmal im Rahmen dieses Best-of-Round-ups angeschaut.

Die Platinum stellen eine Weiterentwicklung der erfolgreichen X-Series dar, welche im Bereich 80PLUS Gold schnell zu Referenzmodellen geworden sind. Da liegt es seitens Seasonic natürlich nahe, ähnliches auch in der neuen Prestigeklasse Platinum zu probieren, weshalb man sich vermutlich auch etwas mehr Zeit zur Entwicklung genommen hat. Die beiden Platinum-Modelle mit 860 und 1000 Watt unterscheiden sich nur in der Anzahl der PCI-Express-Anschlüsse und der etwas unterschiedlichen Leistungsfähigkeit. Die Platinum sind nicht die leistungsstärksten Modelle in Seasonics Angebot an Netzteilen, aber zumindest decken sie den wichtigen Bereich von 800 bis 1000 Watt ab. Beide Modelle verfügen über ein voll-modulares Kabelmanagement und Effizienz nach 80PLUS Platinum. Ein besonderes Features der Platinum ist die Hybrid-Lüftersteuerung, welche sich zwischen aktiven und semi-passiven Betrieb umschalten lässt.

 

seasonic p860 05sAuch Seasonics Platinum 860W versucht durch Verwendung von grauen Elementen einen "Platin-Bezug" herzustellen.

Seasonic hat sich in den letzten Jahren im Netzteilbereich als Premium-Hersteller sehr gut positionieren können. Mit der S12-Serie und deren Nachfolgern bis hin zu den X-Series-Modellen konnte Seasonic sehr überzeugende Netzteile auf den Markt bringen, sodass mittlerweile bei vielen Usern Seasonic für hohe Qualität und technische Klasse steht. Dementsprechend sind auch viele Käufer bereit, für ein Seasonic-Netzteil etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Das Platinum 860 ist im Versandhandel ab ca. 210 Euro zu finden.

seasonic p860 06sDas voll-modulare Kabelmanagement des Seasonic wurde im Vergleich zu früheren Versionen um zwei Buchsen mit hoher Belastbarkeit erweitert.

Bereits vor einigen Jahren gab es beispielsweise von SilverStone voll-modulare Netzteile, aber Seasonic scheint mit der X-Series dieses Konzept wieder populär gemacht zu haben, denn mittlerweile gibt noch etliche andere Hersteller mit ähnlichen Features. Seasonics Konzept mit den DC-DC-Wandlern auf der Tochterplatine und der räumlichen Trennung von stark und weniger belasteten Anschlüssen, haben wir im Falle des Corsairs bereits kurz erklärt. Beim Platinum 860W kommt diese Technik natürlich auch zum Einsatz, allerdings erweitert um zwei zwölfpolige Buchsen für zusätzliche PCI-Express- oder CPU-Versorgungs-Kabel. Diese sind beim größeren 1000W-Schwestermodell aufgrund der zusätzlichen beiden PCI-Express-Anschlüsse auch nötig, denn mit dem ursprünglichen Buchsenlayout der X-Series wären diese zusätzlichen Anschlüsse nicht möglich, siehe Corsair AX850.

seasonic p860 17sBeim Platinum sind u.a. eine Samttasche für das Netzteil und eine Aufbewahrungstasche für die Kabel mit dabei.

Seasonic liefert das Platinum 860W gut verpackt aus. Das Netzteil ist stoßsicher in einem Formteil aus Schaumstoff untergebracht. Der Lieferumfang ist insgesamt als sehr gut zu bezeichnen, angefangen über Sticker bis hin zu Klettkabelbindern ist das übliche Repertoire mit an Bord. Mit sieben Jahren Herstellergarantie bietet auch Seasonic eine überdurchschnittlich lange Garantiezeit. Dabei hat man zudem das Service-Versprechen, dass man selbst innerhalb des letzten Garantie-Jahres ein originalverpacktes, neues Netzteil für ein defektes, eingesendetes Netzteil erhält.

seasonic p860 16sDas Platinum 860W ist als leistungsstarkes Single-Rail-Netzteil ausgeführt.

Dank LLC/Full-Bridge-Topologie und nachgeschalteteten DC-DC-Wandlern bietet das Seasonic gute Leistungswerte auf 12 Volt. Hier stehen nominal bis zu 852 Watt zur Verfügung, aber wie bei jedem (Marken)-Netzteil besteht kurzfristig auch noch deutlich Luft nach oben, bevor die Überstrom- oder Überlastschutzschaltung eingreift.

seasonic p860 14sMit dem kleinen Kippschalter lässt sich das gewünschte Lüftersteuerungsprogramm auswählen.

Der Schalter auf der Innenseite oberhalb der Kabelmanagementbuchsen ist unauffällig, weist aber auf ein besonderes Features der Seasonic Platinum hin. Seasonic hat - vereinfacht ausgedrückt - zwei Lüftersteuerungen verbaut, eine mit normaler "aktiver" Charakteristik, die zweite mit einem semi-passiven Profil. Über den Kippschalter bestimmt der User, welche er verwenden möchte. Im aktiven Modus arbeitet der Lüfter permanent, im semi-passiven Modus erst bei Erreichen einer bestimmten Last bzw. dem daraus resultierenden Temperaturanstieg. Im Vergleich zum ebenfalls mit einer semi-passiven Lüftersteuerung ausgestatteten Corsair AX850 schaltet das Platinum 860 den Lüfter beim 20 prozentigen Lastpunkt etwas früher ein, aber letztendlich kommt es auf die jeweiligen Umgebungsbedingungen an, wie lange der Passiv-Modus aufrecht erhalten werden kann.

seasonic p860 15sDer 120-mm-Lüfter des Seasonic P860 verbirgt sich unter einem Wabengitter auf der Oberseite.

Bei niedriger Last ist auch beim P860 ein leises Spulenzwitschern zu hören, aber dieses fällt recht unauffällig aus. Der hochwertige 120-mm-Lüfter von Sanyo Denki arbeitet sehr leise und ist auch bei mittlerer Netzteillast nur in direkter Nähe zum Netzteil schwach wahrzunehmen. Bei 80 Prozent Last und erhöhter Lüfterdrehzahl arbeitet das P860 weiterhin angenehm leise und erst bei weiterer Lasterhöhung bis hin zu Volllast wird die Lüfterdrehzahl so stark angehoben, dass sich das P860 auch aus mittlerer Entfernung durch ein deutliches Lüfterrauschen bemerkbar macht.

seasonic p860 02sDas Anschlussfeld des modularen Kabelmanagements bei Vollbestückung.

Seasonic hat dem Platinum 860 ein voll-modulares Kabelmanagementsystem mitgegeben. Dies bedeutet, dass sich alle Anschlusskabel abnehmen lassen, inklusive auch der eigentlich immer benötigten ATX-Hauptstromleitung. Der Vorteil liegt darin, dass Montage und Demontage von Netzteil und eine optimale Kabelverlegung etwas erleichtert werden können, ansonsten bestehen in der Praxis zwischen semi- und voll-modularem Kabelmanagement wenig Unterschiede. Das Kabelmanagementsystem selber ist gut umgesetzt, Beschriftung und Montagefreundlichkeit gehen auch in Ordnung.

 

seasonic p860 01sDie Anschlusskabel des Seasonic sind insgesamt in durchschnittlicher Länge ausgeführt.

Das Platinum 860 bringt der Klasse entsprechend gute Anschlussmöglichkeiten mit. Mit bis zu vier PCI-Express-Anschlüssen und zwei 8-Pin-CPU-Versorgungssteckern lassen sich im Zusammenspiel mit 860 Watt auch anspruchsvollere Multi-GPU-Systeme versorgen. Im Vergleich zum Enermax Platimax 750W bringt das Seasonic Platinum 860W einen SATA-Anschluss weniger mit, aber auch mit 11 SATA-Anschlüssen dürfte man sehr gut versorgt sein.

Seasonic hat bei den Platinum auf das Konzept "Evolution statt Revolution" gesetzt und die bereits sehr gute X-Series weiter verbessert. Neben höherer Effizienz bietet das Platinum 860 mehr Flexibilät bei der Kabelbestückung und die umschaltbare Lüftersteuerung ist auch ein nettes Feature.

 

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Kommentare (27)

#18
Registriert seit: 23.07.2004
Erlangen
Bootsmann
Beiträge: 668
Na anscheinend hat sich Mathias nun mit der Chroma angefreundet und sich eingearbeitet. Ein schöner und lesenswerter Test!
#19
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Registriert seit: 27.06.2006
NRW
Kapitän zur See
Beiträge: 4024
Mir fehlt ein Vergleich des Enermax 850 Watt.

PS: Schöner Test!
#20
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
Ich finde es sehr schade, dass kein Offline/Ruhezustand-Verbrauch angegeben wurde.
Mich würde da z.B. auch mal der technische Hintergrund interessieren, warum Netzteile über 700W auf einmal 20-60W im [U]ausgeschalteten[/U] Zustand ziehen, während bisher so 3-8 W üblich waren, bzw. welche (Power)Netzteile sich dort auch heute noch im einstelligen Bereich bewegen.

cu
#21
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Registriert seit: 01.02.2006
Hessen\LDK
Moderator
Beiträge: 40037
das sind dann aber eher ausnahmen.

hab das seasonic auch hier und da sind es definitiv keine 20 watt oder mehr wenn der rechner aus ist.
#22
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
hmm, also ich hatte ein corsair 650HX (6W), dann Silverstone 850W ST85F-P (53W), dann corsair 750HX (25W), letzteres zieht sogar noch 18W wenn der Schalter am NT auf 0 ist, wo das 650HX noch wirklich aus ist. Bekannter hat irgendein Enermax Teil (33W), und wieder jemand anderes coolermaster (28W), be quite (30W). Irgendwo las ich dazu (es war ein Userbeitrag) mal etwas von Messfehlern, die durch im Netzteil vorgeschaltete Kondensatoren verursacht werden und keinen realen Verbrauch darstellen sollte. Daher hoffte ich bei entsprechenden Tests um eine eventuelle Aufklärung oder eben Angabe.
#23
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Oben rechts in der Egge (S-H)
Vizeadmiral
Beiträge: 6519
Zitat Hornett;18912569
Mich würde da z.B. auch mal der technische Hintergrund interessieren, warum Netzteile über 700W auf einmal 20-60W im [U]ausgeschalteten[/U] Zustand ziehen (...)

Das ist ganz einfach:

Dein Schätzeisen ist fürn Eimer und phantasiert einfach. Das kann bei preiswerten Geräten (und ja, auch ein Gerät für 150€ ist preiwert) durchaus vorkommen, dass sie nicht in der Lage sind, die wahre Aufnahme abzuschätzen, insbesondere wenn man es nicht mit einem Ohmschen Verbraucher zu tun hat, der auch brav den Strom Sinusförmig aufnimmt. Dann gehen diese Teile auch gern mal nachm Mond als dass sie wirkliche messwerte ausgeben.

Also: einfach ignorieren oder mal schauen, dass du an ein vernünftiges Messgerät kommst, dass auch bei nicht sinusförmigen Leistungen keine Phantasiewerte auskotzt.[COLOR="red"]

---------- Post added at 14:48 ---------- Previous post was at 14:44 ----------

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Zitat Hornett;18912874
hmm, also ich hatte ein corsair 650HX (6W), dann Silverstone 850W ST85F-P (53W), dann corsair 750HX (25W), letzteres zieht sogar noch 18W wenn der Schalter am NT auf 0 ist, wo das 650HX noch wirklich aus ist. Bekannter hat irgendein Enermax Teil (33W), und wieder jemand anderes coolermaster (28W), be quite (30W). Irgendwo las ich dazu (es war ein Userbeitrag) mal etwas von Messfehlern, die durch im Netzteil vorgeschaltete Kondensatoren verursacht werden und keinen realen Verbrauch darstellen sollte. Daher hoffte ich bei entsprechenden Tests um eine eventuelle Aufklärung oder eben Angabe.

Wie oben geschrieben sind diese 'Messerte' fürn Eimer, da dein Schätzeisen Probleme mit nicht sinusförmigen Strömen hat, insbesondere im unteren Bereich. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Dass auch ein Strom fließen kann, wenn der schalter auf 0 gestellt ist, liegt daran, dass nicht alle Schalter 2polig schalten sondern nur einpolig. Dann kann z.B. die Phase an der Elektronik anliegen, der Nulleiter aber nicht, was dann zu einer geringen Leistungsaufnahme führen kann, da hierbei die Kondensatoren etwas ge- und entladen werden.

Generell ist es auch nicht zu empfehlen, die an den Geräten vorzufindenden Schalter regelmäßig zu verwenden sondern externe Schalter (schaltbare Steckerleiste) zu verwenden, da die Schalter relativ stark belastet sind und ein Ausfall dieses Bauteiles den Ausfall des Netzteiles zur Folge haben kann.

Da ist es dann besser, einen externen Schalter zu verwenden, der bei einem Defekt ohne Probleme ausgetauscht werden kann.
#24
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
Vielen Dank für Deine Ausführungen.
Allerdings „phantasieren“ diese Energieanzeiger dann wohl vorerst [U]nur[/U] bei diversen, leerlaufenden PC-Netzteilen und irgendwas müssen die ja nun trotzdem verbrauchen.
Umso mehr eben mein aufbegehren nach dieser Angabe bei unabhängigen Tests :-).

Egal ob Playstation, HiFi, TV, LED, Energiesparlampen, Batterieladegeräten wie auch div. Multimedia-Netzteilen, bisher passte das bei mir immer soweit ganz gut.

Offline zieht eine PS3 tatsächlich 10W, bzw. gibt es aktuelle Multimedialplayer, die in der Werkseinstellung ausgeschaltet weiterhin [U]den gleichen[/U] Verbrauch ziehen (18W – Dune) usw.


PS
und danke für den Tipp mit dem Schalter, muss ich bestätigen, nach häufigerem gebrauch(corsair vx450) gab es knallende und riechende Abrissfunken im Schalter, jeweils beim Strom (wieder-)anlegen :-(
#25
Registriert seit: 26.03.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1454
Zitat
Egal ob Playstation, HiFi, TV, LED, Energiesparlampen, Batterieladegeräten wie auch div. Multimedia-Netzteilen, bisher passte das bei mir immer soweit ganz gut.


Ein Messgerät das im Standby Modus sinusförmigen Strom messen kann kostet gerne mal ab ~400€. Gleiches gilt übrigens auch bei diversen Flachbildfernsehern.
Ein billiges Messgerät kann da leider nicht mithalten.
#26
Registriert seit: 17.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 51
könnte das dann die Chroma-Teststation hier? :D
#27
Registriert seit: 26.03.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1454
Normalerweise benötigt man da ein externes Messgerät.
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