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Test: Enermax Platimax 1200W - Testsystem & Spannungstabilität

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Seite 3: Testsystem & Spannungstabilität

Wir testen die Netzteile nicht an elektronischen Lasten, sondern an der Stelle, an der sie eigentlich auch arbeiten sollen, nämlich einem PC. Dies schränkt die Testmöglichkeiten etwas ein, da nicht beliebige Lastpunkte angefahren werden können und mangels Messmöglichkeit auf der Sekundärseite eine genaue Bestimmung des Wirkungsgrades nicht möglich ist. Diese Messmethode hat aber auch ihre Vorteile, denn der natürliche Einsatz belastet die Netzteile anders, als es elektronische Lasten tun. Dadurch offenbaren manche Netzteile erst ihre Schwächen, beispielsweise die Neigung zu fiependen Geräuschen bei stark wechselnden Lasten.

Das zum Einsatz kommende Testsystem basiert auf den folgenden Komponenten:
  • Intel Core i7-980X (@4 GHz)
  • ASUS Rampage III Black Edition (X58-Chipsatz)
  • 6 GB Corsair CMGTX1
  • 2x Geforce GTX 590 von ZOTAC
  • ADATA S511 240GB SSD

Mittels speziell präparierter Adapter können Spannungen am ATX-Hauptstromkabel ("12V1") und am EPS/ATX12V-Kabel ("12V2") abgegriffen werden, die mit einer DAQ-Box im Betrieb kontinuierlich geloggt werden. Weiterhin wird die primärseitige Leistungsaufnahme mit einem VC940-Multimeter und Leistungsmessadapter aufgenommen und ebenfalls durch den Messrechner gespeichert. Daneben werden bei bestimmten Testabschnitten mit einem DSO (digitales Speicheroszilloskop) die Ripple-Spannungen betrachtet.

Der Verlauf der Ausgangsspannungen ist über einen Durchlauf des 3DMark Vantage dargestellt. Das Testsystem lief hierbei im CrossFire-Modus, was eine primärseitige Leistungsaufnahme zwischen 350 und 550 Watt zur Folge hatte. Der Wertebereich des Diagramms entspricht dabei ungefähr dem nach der ATX-Norm zulässigen Toleranzfeld. Im Falle der 12 Volt darf die Spannung +-5 Prozent schwanken, d.h. sie muss sich im Fenster zwischen 11,40 und 12,60 Volt bewegen. Bei 3,3 und 5 Volt ist der Toleranzbereich ebenfalls +-5 Prozent groß. Bei lastbedingten Spannungseinbrüchen im Diagramm ist zu beachten, dass diese vereinfacht gesagt durch zwei Faktoren bedingt werden, der Arbeit der Spannungsregelung im Netzteil und dem ohmschen Widerstand der Kabel bzw. der Übergangswiderstände der Steckverbindungen. Letztere Einflussfaktoren sollten allerdings bei allen Netzteilen ungefähr gleich groß sein. Die Leistungsaufnahme der vorhandenen Hardware reicht bei diesen Testkandidaten nicht zu einer vollen Auslastung der Hardware, daher haben wir zur Ergänzung eine Stromsenke an noch unbelastete 12V-Schienen angeschlossen, welche für den Effizienzvergleich bei dem Lastpunkt "hohe Last" zugeschaltet wird und zusätzliche 50 Ampere auf der 12V-Seite aufnimmt.

 

Spannungsstabilität

spannungsverlauf_12

In Sachen Spannungsstabilität zeigt auch das Platimax eine gute Performance. Zwar bricht die Spannung am Messpunkt 12V1 (24-Pin ATX-Stecker) unter Last etwas ein, aber ein Einbruch an dieser Stelle ist relativ normal, da hier nur ein vergleichsweise kleiner Kabelquerschnitt zur Verfügung steht, zu dessen Widerstand sich noch die zusätzliche Steckverbindung des vollmodularen Kabelmanagements addiert. Am Messpunkt 12V2 hingegen ist der lastbedingte Einbruch nur gering und zeigt, dass das Netzteil die Spannung im Prinzip gut halten kann. Hier macht sich aber auch bemerkbar, dass die Übertragung über zwei 8-Pin-EPS-Leitungen erfolgen kann, somit also im Vergleich zu 12V1 nur ein geringer elektrischer Widerstand in der Übertragung vom Netzteilinneren zum Mainboard vorhanden ist. Verglichen mit dem MaxRevo 1350W schneidet das Platimax 1200W ähnlich gut ab.

spannungsverlauf_35

Einen ausgesprochen stabilen Eindruck vermitteln auch die beiden Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt, welche beide über den Testverlauf fast keine Schwankungen aufweisen.

 

Einen Blick auf die Ripple-/Noise-Spannungen des Enermax Platimax 1200W haben wir auch geworfen. Auf der linken Seite sind die Werte im Idle zu sehen, in der Mitte jene bei Belastung durch eine 50 Ampere Last auf der 12V-Seite und die Grafik rechts zeigt den Einfluss von einer zusätzlich laufenden Instanz von Prime95 (LargeFFT) auf allen CPU-Kernen. Hinweis: Die 12V-Screens wurden mit 20 mV pro Achsenabschnitt aufgenommen, die 3,3V- und 5V-Screens mit einer Auflösung von 10 mV pro Achsenabschnitt, daher erscheinen die Schwankungen auf 3,3V und 5V im Vergleich zu den 12V-Screens größer.

osz_12_idles  osz_12_lasts  osz_12_last_p95s

links: Idle, mitte: 50A-Last, rechts: Prime95 plus Last - 12V1 (grün), 12V2 (gelb)
Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

An den beiden 12V-Messpunkten liegen die Werte mit durchschnittlich unter 30 mV(pp) verglichen mit dem erlaubten Höchstwert von 120 mV(pp) auf einem sehr niedrigem Niveau, zumindest im Idle und mit der zusätzlichen 50A-Last auf 12 Volt. Im Prime95-Betrieb zeigt sich an 12V2 (CPU-Stromversorgung) etwas größere Schwankungen, aber auch diese bleiben mit knapp über 40 mV(pp) im niedrigen Bereich.

osz_35_idles  osz_35_lasts  osz_35_last_p95s

links: Idle, mitte: 50A-Last, rechts: Prime95 plus Last - 3,3 Volt (grün), 5 Volt (gelb)
Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Bei den Nebenspannungen sieht die Lage ebenfalls sehr gut aus. Sowohl die 3,3V- als auch die 5V-Versorgung zeigen sich als sehr stabil und weisen mit maximalen Werten im Bereich von maximal 15 mV(pp) nur geringe Schwankungen auf. Das Limit laut ATX Design Guide liegt schließlich bei 50 mV(pp).

Auf der nächsten Seite machen wir einen Effizienzvergleich mit einem direkten Konkurrenten.