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Test: FSP AURUM CM 650W, Antec HCG 750W & Corsair TX750 V2 - Testsystem und Spannungen (I)

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Seite 5: Testsystem und Spannungen (I)

Wir testen die Netzteile nicht an elektronischen Lasten, sondern an der Stelle, an der sie eigentlich auch arbeiten sollen, nämlich einem PC. Dies schränkt die Testmöglichkeiten etwas ein, da nicht beliebige Lastpunkte angefahren werden können und mangels Messmöglichkeit auf der Sekundärseite eine genaue Bestimmung des Wirkungsgrades nicht möglich ist. Diese Messmethode hat aber auch ihre Vorteile, denn der natürliche Einsatz belastet die Netzteile anders, als es elektronische Lasten tun. Dadurch offenbaren manche Netzteile erst ihre Schwächen, beispielsweise die Neigung zu fiependen Geräuschen bei stark wechselnden Lasten.

Das zum Einsatz kommende Testsystem basiert auf den folgenden Komponenten:

  • Intel Core i7-980X (per Multi auf 4 GHz übertaktet / VCore 1,35V)
  • ASUS Rampage III Black Edition
  • 6 GB Corsair CMGTX1
  • ATI RADEON 5870 (MSI Lightning R5870, 900/1200 MHz)
  • Crucial RealSSD C300 64 GB

Für die Messung der Leistungsaufnahme bei niedriger Last kamen noch folgenden Komponenten zum Einsatz:

  • Intel Core i7-2600K
  • MSI Z68A-GD80
  • 4 GB Corsair CMGTX1
  • ATI RADEON 5870 (MSI Lightning R5870, 900/1200 MHz)
  • Crucial RealSSD C300 64 GB

Mittels speziell präparierter Adapter können Spannungen am ATX-Hauptstromkabel ("12V1") und am ATX12V-Kabel ("12V2") abgegriffen werden, die mit einer DAQ-Box im Betrieb kontinuierlich geloggt werden. Weiterhin wird die primärseitige Leistungsaufnahme mit einem VC940-Multimeter und Leistungsmessadapter aufgenommen und ebenfalls durch den Messrechner gespeichert. Daneben werden bei bestimmten Testabschnitten mit einem DSO (digitales Speicheroszilloskop) die Ripple-Spannungen betrachtet.

Der Verlauf der Ausgangsspannungen ist über einen Durchlauf des 3DMark Vantage dargestellt. Das Testsystem lief hierbei im CrossFire-Modus, was eine primärseitige Leistungsaufnahme zwischen 200 und 350 Watt zur Folge hatte. Der Wertebereich des Diagramms entspricht dabei ungefähr dem nach der ATX-Norm zulässigen Toleranzfeld. Im Falle der 12 Volt darf die Spannung +-5% schwanken, d.h. sie muss sich im Fenster zwischen 11,40 und 12,60 Volt bewegen. Bei 3,3 und 5 Volt ist der Toleranzbereich ebenfalls +-5% groß. Bei lastbedingten Spannungseinbrüchen im Diagramm ist zu beachten, dass diese vereinfacht gesagt durch zwei Faktoren bedingt werden, der Arbeit der Spannungsregelung im Netzteil und dem ohmschen Widerstand der Kabel. Letzterer Einflussfaktor sollte allerdings bei allen Netzteilen ungefähr gleich groß sein.

Die Leistungsaufnahme der vorhandenen Hardware reicht bei diesen Testkandidaten nicht zu einer vollen Auslastung der Hardware, daher haben wir zur Ergänzung eine einfache Stromsenke angeschlossen, welche nur beim Lastpunkt "hohe Last" zugeschaltet wird und zusätzliche 15 Ampere auf der 12V-Seite aufnimmt.

 

Antec HCG-750

nt_gra_ant750_12

Das Antec zeigt hier eine sehr gute Vorstellung. Die gemessenen Werte für 12V liegen an beiden Messpunkten knapp über dem Nominalwert und damit im optimalen Bereich. Die lastbedingten Schwankungen fallen insgesamt recht gering aus. Der Einbruch der 12V2, welche die CPU-Spannungswandler versorgt, in der Mitte des Testablaufs ist durch den entsprechenden Benchmarkabschnitt bedingt, der die (übertaktete) CPU stark belastetet. Beim Antec fällt der Spannungseinbruch aber vergleichsweise gering aus.

nt_gra_ant750_35

Auch bei den Nebenspannungen 3,3 und 5 Volt ergibt sich ein sehr gutes Bild. Beide Spannungen liegen gut im Toleranzfeld und weisen über den Testdurchlauf nur sehr geringe Schwankungen auf.

 

Einen Blick auf die Ripple-/Noise-Spannungen des Antec HCG-750 haben wir auch geworfen. Auf der linken Seite sind die Werte im Idle zu sehen, wohingegen auf der rechten Seite das Netzteil zusätzlich durch eine 50 Ampere Last auf der 12V-Seite belastet wurde. Hinweis: Die 12V-Screens wurden mit 20 mV pro Achsenabschnitt aufgenommen, die 3,3V- und 5V-Screens mit einer Auflösung von 10 mV pro Achsenabschnitt, daher erscheinen die Schwankungen auf 3,3V und 5V im Vergleich zu den 12V-Screens größer.

oszi_ant750_12_idles oszi_ant750_12_lasts

links: 12V im Idle, rechts: 12V unter Last

Das Antec kann hier eine solide Performance zeigen, denn mit durschnittlichen Werten von 30 bis 40 mV(pp) liegt es deutlich unter der durch den im ATX Design Guide festgelegten Maximalwert von 120mV(pp). Unter Last treten am Messpunkt 12V1 allerdings noch einige zusätzliche Spannungsspitzen auf, die aber mit knapp über 60 mV(pp) noch sicher im erlaubten Rahmen bleiben.

oszi_ant750_35_idles oszi_ant750_35_lasts

links: 3,3V (grün) und 5V (gelb) im Idle, rechts: 3,3V und 5V unter Last

Bei Betrachtung der Ripple-/Noise-Spannungen auf der 3,3V- und 5V-Schiene des Antec HCG-750 zeigen sich auch einige Spitzen im sonst nur wenig schwankenden Spannungsverlauf. Mit Spitzenwerten von knapp 30 mV(pp) wird aber das erlaubte Maximum von 50 mV(pp) nicht erreicht.