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Test: FSP AURUM CM 650W, Antec HCG 750W & Corsair TX750 V2 - Corsair TX750 V2

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Seite 3: Corsair TX750 V2

Die Firma Corsair ist ebenfalls schon recht lange und erfolgreich im Netzteilbereich aktiv. Im Unterschied beispielsweise zu Enermax oder FSP fertigt Corsair seine Netzteile nicht selber, was aber - die Wahl des richtigen Fertigungspartners vorausgesetzt - kein Nachteil sein muss. In der Vergangenheit hatte Corsair diesbezüglich im Großen und Ganzen ein gutes Händchen bewiesen und daher stimmte bisher auch immer die Qualität.

Das erste TX750 ist seit Mitte 2007 auf dem Markt, was auch für Netzteile schon ein gewisses Alter darstellt. Daher versucht Corsair nun mit dem TX750 V2, wieder neue Kunden zu gewinnen. Die Unterschiede zur alten Version wurden in der Einleitung ja schon erwähnt: Neu ist die Zertifizierung nach 80PLUS Bronze, die Verwendung von Spannungswandlern zur Erzeugung der Nebenspannungen (DC-DC-Topologie) und der Wechsel des Fertigers von CWT zu Seasonic. Im Prinzip also ist das TX750 V2 ein komplett neues Netzteil, womit es natürlich umso interessanter erscheint.


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TX750 V2 ist mit einem Straßenpreis von ca. 85 Euro im Handel zu finden. Im Vergleich zu ähnlich ausgestatteten Netzteilen ist es damit eines der günstigsten Markennetzteile. Ebenfalls ist es für knapp 15 Euro weniger zu haben als das Antec HCG-750.

Die Verpackung des TX750 V2 ist als vorbildlich zu bezeichnen. Das Netzteil - gehüllt in einen Stoffbeutel - liegt gut geschützt in zwei Formteilen aus Schaumstoff. Der eigentliche Transportkarton ist dann in der oben abgebildeten bedruckten Papphülle zu finden.

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Der Lieferumfang des Corsair TX750 V2 ist als vollständig und gut zu bezeichnen. Neben obligatorischem Netzkabel, Handbuch und Schraubenset sind noch einige Plastik-Kabelbinder und die Aufbewahrungstasche beigelegt.

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Bei der optischen Gestaltung der neuen TX V2 hat sich im Prinzip nicht viel gegenüber den älteren Modellen geändert, das tiefschwarze Design wurde beibehalten. Nur die markanten Label an den Seiten und der Rückseite sind nun anders gestaltet. Im 160 mm langen Gehäuse des TX750 V2 arbeitet weiterhin ein kugelgelagerter 140-mm-Lüfter, der mittelmäßig leise zu Werke geht. Bei niedriger Last ist ein schwaches Lüfterrauschen und ein schon deutlicheres Lagergeräusch zu vernehmen. Unter hoher Last steigert sich das Lüfterrauschen und wird dann deutlich wahrnehmbar. Eingebaut in ein entsprechend leistungsstarkes System (mit Luftkühlung) sollte das Corsair aber nicht herauszuhören sein, insbesondere da unter Volllast bei Gamern meistens Kopfhörer oder größere Boxen zum Einsatz kommen. Aber auch für die User, die keine Gamer sind und einfach nur mit "normaler" Netzteillautstärke leben können, wäre das Corsair TX750 V2 durchaus eine Option. Im Prinzip gilt hier das Gleiche wie schon beim Antec HCG-750: Wer hohe Leistung UND gute Silent-Eigenschaften haben möchte, sollte sich gleich in den höheren (Preis-)Klassen umschauen.

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Das Corsair TX750 V2 ist mit einem Single-Rail-Design ausgelegt, d.h. es verfügt nur über eine 12V-Schiene, die dementsprechend kräftig dimensioniert wurde. Aus Sicht der User ist es eigentlich heutzutage egal, ob das Netzteil über ein Single- oder Multi-Rail-Design verfügt. In der Anfangszeit der Multi-Rail-Systeme haben einige Hersteller - der damaligen Empfehlung folgend - die einzelnen Rails sehr knapp abgesichert, meist nur mit knapp über 20 Ampere. Wenn dann eine einzelne 12V-Schiene kurzzeitig überlastet wurde, schaltete sich das ganze Netzteil ab, obwohl das Netzteil insgesamt zu dem Zeitpunkt nicht annähernd ausgelastet war. Single-Rail-Netzteile hingegen können ihre gesamte Power auf 12 Volt beliebig verteilen, was einerseits natürlich Vorteile in Grenzbereichen mit sich bringt, aber andererseits von manchen auch als potentiell gefährlich bezeichnet wurde, da bei Fehlern wie Kurzschlüssen theoretisch sehr große und damit "brandgefährliche" Ströme fließen können. In den Jahren ist uns aber kein Fall bekannt geworden, wo wirklich einmal etwas passiert ist. Heutzutage gibt es immer noch Single- und Multi-Rail-Designs nebeneinander, aber bei den Modellen mit mehreren 12V-Schienen sind die einzelnen Rails nun besser auf die Komponenten verteilt und die Leistungsfähigkeit bzw. Überstrombegrenzungen wurden aktuellen Anforderungen angepasst. Wenn sich in letzter Zeit bei uns ein Netzteil im Test einmal abgeschaltet hat, dann operierte es meist schon im (absoluten) Überlastbereich. Wer keine extremen Setups fahren möchte, dem kann es bei aktuellen Netzteilen in der Regel egal sein, ob das Netzteil ein Single- oder Multi-Rail-Design verwendet.


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Damit die fast 750 Watt Leistung auf 12 Volt auch ihren Weg zu den Komponenten finden können, hat Corsair dem TX750 V2 insgesamt vier PCI-Express-Anschlüsse in praktischer 8(6+2)-Pin-Bauweise spendiert. Anders als Antec beim HCG-750 verwendet Corsair pro Stecker ein eigenes Kabel. Zusammen mit 8 SATA- und 8 Molex-Steckern stehen somit der Leistungsklasse entsprechend sehr gute Anschlussmöglichkeiten bereit. Sucht man unbedingt nach etwas Kritischem, dann könnte man (wie beim Antec HCG-750) bemängeln, dass nur ein 8-Pin-EPS-Stecker zur Verfügung steht. Heutige Top-Mainboards verfügen häufig schon über zwei entsprechende Buchsen, aber auch hier gilt es fairerweise zu bedenken, dass das TX750 V2 kein High-End-Netzteil sein möchte.

Die Verarbeitung der Kabel - wie auch schon beim restlichen Netzteil - ist gut, alles ist ordentlich gesleeved und auch an ausreichend lange Kabellängen hat Corsair gedacht.

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Das Corsair TX750 V2 präsentiert sich soweit als sehr interessantes Netzteil für diejenigen, die viel Leistung und gute Anschlussmöglichkeiten für einen vergleichsweise günstigen Anschaffungspreis haben möchten und dafür bereit sind, kleinere Abstriche bei Lautstärke und Komfort hinzunehmen.