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Neue Einsteiger-Netzteile von 350 bis 500 Watt

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Seite 7: Testergebnisse

Zum Einsatz im Testsystem kam ein luftgekühlter Intel Core i7-920 auf einem Gigabyte GA-EX58-Extreme mit 6-GB-DDR3-Speicher. Als Grafikkarte wurde eine Leadtek WinFast PX8800 Ultra „Leviathan“ verwendet, die dank integrierter Wasserkühlung serienmäßig auf 684 MHz übertaktet betrieben wird und somit immer noch den Titel der stromhungrigsten Single-GPU-Grafikkarte innehaben dürfte. Der Testablauf entspricht den Tests der Hardwareluxx [printed], also einem 3DMark06-Durchlauf bei gleichzeitiger Protokollierung der Ausgangsspannungen und des Verlaufs der Leistungsaufnahme.

 
Effizienz
 
Zuerst betrachten wir die Leistungsaufnahme der Netzteile. Je weniger elektrische Leistung ein Netzteil aus dem Stromnetz aufnimmt, desto höher ist sein Wirkungsgrad. Da alle getesteten Netzteile die exakt gleiche Hardware mit Strom zu versorgen hatten, sind die Werte so direkt vergleichbar. Ermittelt wurde zuerst der Wert im „Soft-Off“, d.h. bei heruntergefahrenem Rechner, wo nur noch der Standby-Teil des Netzteils arbeitet. Der Wert „Idle“ entspricht dem Zustand Windows-Desktop ohne laufende Anwendungen und nach einigen Minuten Ruhe. Für den Wert „Last“ werden die Messwerte über die ersten beiden Benchmarkabschnitte des 3DMark06 gemittelt, wohingegen die Angabe „Maximal“ den höchsten im Test aufgetretenen 5-Sekunden-Mittelwert bezeichnet.

Auffällig ist, dass die Netzteile alle sehr dicht zusammenliegen und es kaum Ausreißer gibt. Selbst die Maximalwerte weichen nur maximal 2% voneinander ab. Daher ist anzunehmen, dass auch die Wirkungsgrade der Netzteile sehr dicht beieinanderliegen.  Ein Blick in die Testprotokolle auf www.80plus.org zeigt, dass fast alle Netzteile dieses Testvergleichs dort eine Durchschnittseffizienz von 82% erreicht haben. Bei 50% Last wurden knapp über 84% erreicht. Nur das Enermax Pro82+ wurde ungefähr einen Prozentpunkt höher gemessen, weshalb es auch in unserem Test insgesamt die niedrigsten Werte erreichte, wenn auch nur sehr knapp. Da auch im Standby-Zustand kein Netzteil negativ auffällt, lässt sich anhand der knappen Abstände nur festhalten, dass in Bezug auf die Energieeffizienz alle Netzteile des Testfelds einen Kauf wert sind.

 
Ausgangsspannungen
 
Bei den Verläufen der Ausgangsspannungen ist der Verlauf über den kompletten 3DMark06 dargestellt, eingegrenzt jeweils von einer kurzen Idle-Phase. Der in den Diagrammen dargestellte Wertebereich entspricht dem nach ATX zulässigen Toleranzbereich, der beispielsweise im Falle von 12 Volt von 11,40 Volt bis 12,60 Volt reicht, entsprechend +- 5 Prozent,  was auch bei 3,3 Volt und 5 Volt gilt. Der Idealwert liegt in der Mitte der Diagramme und ist durch eine dicke Linie gekennzeichnet. So ist auf den ersten Blick zu erkennen, welches Netzteil evtl. Probleme damit hat, seine Ausgangsspannungen im grünen Bereich zu halten. 12V1 bezeichnet die 12V-Versorgung über den 24-poligen ATX-Stecker, 12V2 liegt am 8-poligen EPS- bzw. 4-poligen AUX-Stecker an. Dies haben wir auch bei den Netzteilen mit nur einer 12V-Schiene beibehalten, die ja eigentlich kein 12V1 und 12V2 haben. Aufgrund unterschiedlicher Belastungen und Kabellängen an beiden Messpunkten unterscheiden sich die dort gemessenen Spannungen aber auch bei Single-Rail-Netzteilen, d.h. Netzteilen mit nur einer 12V-Schiene. Schließlich sei noch erwähnt, dass die meisten Multi-Rail-Netzteile auch nur über virtuelle 12V-Schienen verfügen, d.h. eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen versehen und bilden dann die "Rails". Daher lassen sich in den Diagrammen auch keine klaren Unterschiede zwischen Multi- und Single-Rail-Netzteilen feststellen. In diesem Test ist weiterhin klar zu erkennen, dass die Netzteile mit 8-poligem EPS-Stecker Vorteile gegenüber den Modellen mit nur einer 4-Pin-Verbindung haben, denn die Spannungen an 12V2 schwanken weniger stark.
 
 
be quiet! Pure Power 350W
 
Beim be-quiet!-Netzteil treten auf 12V geringe Schwankungen auf. Da auch hier nur eine 4-Pin-Versorgung zur CPU besteht, ist ebenfalls ein größerer, aber unproblematischer Einbruch bei den CPU-Tests zu beobachten. Insgesamt bietet das aber eine souveräne Vorstellung.

 
Chieftec A-135 350W
 
Das Chieftec zeigt ähnlich stark schwankende 12V-Messwerte wie das Arctic Cooling. Zusätzlich schwankt aber die 3,3V-Schiene noch stärker. Der Einbruch während der CPU-Tests ist erwartungsgemäß auch vorhanden. Das Chieftec zeigte zwar die stärksten Spannungsschwankungen im Testfeld, aber das Testsystem lief jederzeit stabil. Angesichts der sehr knappen Anschlussmöglichkeiten ist es auch nicht so einfach, dieses Netzteil überhaupt stark zu belasten.

 
 
Corsair CX 400W
 
Das Corsair CX 400W zeigt eine erwartungsgemäß gute Performance. Es sind nur geringe Schwankungen auf 12 Volt vorhanden, und dank 8-Pin-EPS-Stecker ist auch kein Spannungseinbruch bei starker CPU-Last zu erkennen.

 
 
Enermax Pro82+ 385W
 
Das Enermax bietet ebenfalls sehr stabile Ausgangsspannungen mit nur geringen Schwankungen und ist mit diesem Testsystem noch lange nicht ausgelastet.

 
 
Silver Power SP-SS400
 
Die beiden Silver-Power-Vertreter unterscheiden sich bei der Qualität der Ausgangsspannungen nicht von den anerkannten Premium-Modellen von Enermax und Corsair. In puncto Regelung, also Schwankungsgröße und Lage im Toleranzfeld, gibt es rein gar nichts auszusetzen.

 
 
Silver Power SP-SS500
 
Wie schon das 400W-Modell zeigt auch die 500W-Version eine sehr gute Performance.

  
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Modelle von Corsair, Enermax und Silver Power keine Probleme mit unserem Testsystem hatten, und auch noch über genügenden Reserven für stärkere Konfigurationen verfügen. Ihre Ausgangsspannungen sind allesamt sehr stabil und vertrauenserweckend.
Die beiden 350W-Modelle von be quiet! und Chieftec haben sich ebenfalls wacker geschlagen, aber aufgrund der knappen Kabelausstattung und natürlich auch der etwas kleineren Leistungsfähigkeit sind sie nur bedingt für Systeme wie unsere Testplattform geeignet.