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Round-Up: Aktuelle Headsets der 100-Euro-Klasse

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Seite 5: Razer Tiamat 2.2

Der Gaming-Peripherie Hersteller Razer bietet mit dem Tiamat 2.2 (ca. 100 Euro) wahrscheinlich ein absolutes Unikat auf dem Headset-Markt an. Bei dem 2.2 Modell handelt es sich nämlich um ein Headset mit 2 Basstreibern, jeweils einer pro Seite zusätzlich zu den normalen Stereo-Membranen. Gerade Razer wartete in Vergangenheit schon mit sehr eigentümlichen Treiberbestückungen auf, erinnern wir uns etwa an das Tiamat 7.1 aus der gleichen Baureihe mit insgesamt zehn Chassis. Inwiefern das Konzept der großzügigen Treibervergabe funktioniert, werden wir im Folgenden näher überprüfen.

Im Lieferumfang des Kandidaten von Razer befindet sich neben dem Headset selbst eine Vielzahl von Merchandising-Artikeln wie Aufklebern und dergleichen - für den Gamer, der gern auf LAN-Partys geht, sicherlich eine nette Beigabe.

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Optisch ähnelt das Tiamat 2.2 in Grundzügen seinem größeren Bruder dem 7.1-Modell. Die gesamte Konstruktion besteht aus schwarzem, mattem Kunststoff, der zwar recht grobschlächtig erscheint, allerdings dafür auch robust ist. Äußerlich trifft es damit zwar nicht unbedingt unseren Geschmack, wir können uns aber vorstellen, dass die Optik definitiv der Zielgruppe gefallen dürfte. Die Abschirmung des Tiamat ist für ein geschlossenes Headset relativ schlecht, Außengeräusche dringen nur wenig gedämpft in das Ohr des Anwenders, welcher dadurch seine Umgebung noch ganz gut registriert. Ob man dies gut oder schlecht findet, muss man für sich selbst entscheiden.

Die Verarbeitunsqualität ist dem Preis angemessen. Leider vernahmen wir aber ein knarzendes Geräusch, sobald die Ohrmuscheln in ihrer Halterung bewegt wurden, was dann in diesem Preisbereich trotzdem unaktzeptabel ist.

 

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Der Tragekomfort des Probanden ist definitiv verbesserungswürdig. Der Innendurchmesser der Polsterung der Ohrmuscheln fällt leider relativ gering aus, obwohl die Muscheln selbst gar nicht so klein sind. Aufgrund dessen werden wohl nur kleine Ohren ohne Druck bequem hineinpassen. Zusätzlich wärmen die Kunstlederpolster die Ohren recht stark, sodass man nach einiger Zeit zu schwitzen beginnt. Auch die Kopfpolsterung lässt sich durch den Kunststoffbügel nicht soweit ausziehen, dass die Lauscher besser in den Ohrmuscheln Platz finden. Wir empfehlen hier dringend, vor dem Kauf das Tiamat 2.2 einmal Probe zu tragen sofern möglich, da sowohl Ohren und Kopf eher klein sein müssen, damit guter Komfort gewährleistet ist.

Zur leichteren Bedienung setzt Razer beim Tiamat 2.2 auf eine kleine Fernbedienung, die am Kabel befestigt ist. Hieran kann der Anwender das Mikrofon muten und die Lautstärke nach seinem Gusto regulieren. Dies sind praktische Funktionen im täglichen Spieleeinsatz, die in der heutigen Zeit bei Headsets immer öfter vorzufinden sind.

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Das Mikrofon lässt sich praktischerweise bei Bedarf aus der linken Ohrmuschel herausziehen und bei Nichtverwendung wieder einfahren. Der zweigliedrige Mikrofonarm besteht aus einem festen Kunstoffpart und einem biegsamen vorderen Gummiabschnitt, lässt sich somit also nur in einem gewissen Maß justieren. Der Sprachqualität tut dies aber keinen Abbruch, denn wir wurden in allen Lebenslagen klar und deutlich verstanden.

Der klangliche Charakter des Tiamat ist relativ ungewöhnlich: Die Höhen sind über weite Bereiche stark zurückgenommen, dafür aber schmalbandig recht stark angehoben, sodass es in einigen Situationen schon unangenehm wird. Eindeutig dominiert wird das Klangbild aber von Mittelton und Bass, beides ist herausstechend und sorgt für ein dichtes, drückendes Klangbild, dem es aber an jeglicher Klarheit fehlt. Der Bass brummelt fast ausschließlich vor sich hin und die mittlere Tonlage ist leider viel zu schlecht aufgelöst, als dass man dem Sounding noch etwas Gutes abgewinnen könnte. Für Musik würden wir das Tiamat 2.2 nicht empfehlen, dazu ist die Tonalität zu exotisch und auch die objektiven Bewertungskriterien wie Detailauflösung und Bühnendarstellung überzeugen uns nicht ausreichend. Letztere ist zwar tendenziell relativ breit, nicht aber besonders plastisch oder ortungsscharf.

In unserem Spieletest von Counter-Strike: Source gefiel uns das Tiamat 2.2 etwas besser. Die Ortung war im Großen und Ganzen in Ordnung. Hier zeigt sich, dass die Bühnendarstellung im Grunde gut ist, leider fehlte uns immer Ortungsschärfe, die andere Konkurrenten zumindest aufgrund des anderen Soundings mitbringen. Im Hochton befinden sich einfach relativ viele relevante Schallanteile zur räumlichen Wahrnehmung von Gegnern, weshalb das Defizit des Tiamats hier einen Strich durch die Rechnung macht. Des Weiteren setzt sich der bereits gewonnene Eindruck des dumpfen Charakters weiter fort, was auch bei anderen orchestralen Spiele- und Filmsoundtracks nicht ideal ist.

 

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Kommentare (48)

#39
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Registriert seit: 16.09.2011
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Vizeadmiral
Beiträge: 7690
An einem gescheiten KH hat eine Kabelfernbedienung nichts verloren.

(Das soll jetzt keine Aussage zum Thema Headset oder KH sein)
#40
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Registriert seit: 14.05.2011

Matrose
Beiträge: 1
Der Test (insbesondere des Corsair Vengeance 2000) kam mir sehr gelegen, da ich zur Zeit das Kabelwirrwarr auf meinem Schreibtisch auf ein Minimum reduzieren möchte und auf der Suche nach Wireless Headsets war. Ich bin jedoch bei meinen Recherchen zum 2000er auf Treiberprobleme was die 7.1 Simulation angeht gestoßen. Was mich stutzen ließ war folgende Aussage:

Zitat
Im Spiele-Test im Taktik-Shooter Counter-Strike Source hinterließ das Vengeance 2000 einen guten Eindruck. Hierbei war es aber enorm wichtig Dolby-Headphone zu aktivieren, denn ohne die Surroundsimulation war die genaue Zuordnung der Feinde nur schwer zu bewerkstelligen.


Das 2000er soll nämlich im Gegensatz zum 1500er eben keine Dolby Pro Logic IIx Treiber besitzen, sondern Xear 3D. Diese sollen in der 3D Simulation sogar noch hinter den Windows eigenen Treibern liegen. Ich weiß nun nicht ob es sich hier um einen Recherche-Fehler handelt oder es doch ein Einlenken seitens Corsair bezüglich der Dolby Unterstützung fürs 2000er gab (halte ich nach den Kommentaren im Corsair-Support-Forum für Unwahrscheinlich). Vielleicht kann da der Autor selbst Licht ins Dunkel bringen.
#41
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Registriert seit: 20.07.2009

Bootsmann
Beiträge: 580
Mich würde interessieren ob irgendeiner der Tester noch den Dinosaurier unter den 5.1 Headsets (Speedlink MEDUSA) im Keller hat und mit in den Vergleich einbeziehen könnte ^^. Würd mich echt interessieren wie sich das Ding schlägt das mich 2005 grad mal 2/3 von dem gekostet hat was die Dinger im Test kosten und über mehrere Speaker in den Hörmuscheln verfügt und nicht virtual 3D.
Die Verarbeitung war jedenfalls astrein , haltbar und die externe Box ist kultig ..zudem da kein USB Mist an allen möglichen
Fronten einsetzbar...auch als normaler Stereo Kopfhörer per Klinke ohne die Box...und man muss sich nicht mit irgendeiner minderwertigen fest verbauten USB Soundkarte rumplagen sondern man bekommt das Signal von seiner echten Soundkarte oder einer anderen exteren 5.1 Quelle. Die Box ist selbst kein Decoder oder externe Soundkarte sondern nur ein Headphoneverstärker für die einzelnen Kanäle durch den man ein Signal einer (5.1) Quelle splittet und die speaker damit beschickt.

Ich mein die non-usb version mit externer Verstärkerbox [ATTACH=CONFIG]209922[/ATTACH]
#42
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Vizeadmiral
Beiträge: 7690
Zitat HAWX;19589413

Ich kenne das Medusa NX 5.1 wäre innerhalb des Testfeldes im unteren Bereich anzusiedeln. Es ging bei den Kandidaten vornehmlich darum aktuelle Modelle zu testen.


Bei den Headsets an sich sind die Unterschiede bei den Medusas wohl eher gering (gelesen nicht selbst getestet).
#43
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Itzehoe
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Beiträge: 4335
Zitat Vearoth;19602605
Das 2000er soll nämlich im Gegensatz zum 1500er eben keine Dolby Pro Logic IIx Treiber besitzen, sondern Xear 3D. Diese sollen in der 3D Simulation sogar noch hinter den Windows eigenen Treibern liegen. Ich weiß nun nicht ob es sich hier um einen Recherche-Fehler handelt oder es doch ein Einlenken seitens Corsair bezüglich der Dolby Unterstützung fürs 2000er gab (halte ich nach den Kommentaren im Corsair-Support-Forum für Unwahrscheinlich). Vielleicht kann da der Autor selbst Licht ins Dunkel bringen.


Stimmt das habe ich im Wusel der ganzen Headsets falsch eingetragen. Ist geändert.

Zitat sabrehawk2;19603219
Mich würde interessieren ob irgendeiner der Tester noch den Dinosaurier unter den 5.1 Headsets (Speedlink MEDUSA) im Keller hat und mit in den Vergleich einbeziehen könnte ^^. Würd mich echt interessieren wie sich das Ding schlägt das mich 2005 grad mal 2/3 von dem gekostet hat was die Dinger im Test kosten und über mehrere Speaker in den Hörmuscheln verfügt und nicht virtual 3D.


Ich kenne nur die aktuell neueste und eine USB-Version (von circa 2007 oder 2008) beide klangen äußerst bescheiden.
#44
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Zitat HAWX;19604158
Stimmt das habe ich im Wusel der ganzen Headsets falsch eingetragen. Ist geändert.



Ich kenne nur die aktuell neueste und eine USB-Version (von circa 2007 oder 2008) beide klangen äußerst bescheiden.


Ich kann dir gerne das Ur-Modell mit eigenem Verstärker zur Verfügung stellen.
#45
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Zitat Waermeleitpaste;19604943
Ich kann dir gerne das Ur-Modell mit eigenem Verstärker zur Verfügung stellen.


Und das bringt was genau? :D Das Ding ist uralt und das Round-Up schon fertig. Zudem kenne ich bereits 2 verschiedene Medusas.


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#46
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Wo längen eigentlich die unsäglich Logitech-Dinger in diesem Vergleich?
#47
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[online]-Redakteur
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Zitat rhinoz91;19605158
Wo längen eigentlich die unsäglich Logitech-Dinger in diesem Vergleich?


Das G35 liegt etwa im Mittelfeld. Um genauere Aussagen zu tätigen habe ich es schlichtweg nicht lange genug gehört, was zudem schon bestimmt 1,5 Jahre her ist.


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#48
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Zitat HAWX;19606372
Das G35 liegt etwa im Mittelfeld. Um genauere Aussagen zu tätigen habe ich es schlichtweg nicht lange genug gehört, was zudem schon bestimmt 1,5 Jahre her ist.


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-das lässt ja auf klangliche Perlen im Testfeld schließen. :D
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