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Gamer-Headsets - Razer Megalodon 7.1 Surround vs. Roccat Kave

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Seite 6: Fazit

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Wie eingangs erwähnt, nähern sich Razer und Roccat der Thematik höchst unterschiedlich. So ergeben sich aus den Vorteilen des einen die Nachteile des anderen. Genau genommen entsteht das echte Surround-Sound-Feeling nur mit dem Roccat Kave. Es kracht und scheppert um einen herum, stets weiß man, woher ein Geräusch kommt und verstärkt das Mittendrin-Gefühl ungemein.

Dem Razer Megalodon 7.1 Surround fällt die Mehrkanal-Disziplin deutlich schwerer. Zu orten, wo das Geräusch entstanden ist, gelingt in wenigen Fällen, wobei das Klangbild harmonisch abgestimmt ist, mit einem zurückhaltenden Bass. Wesentlich besser gelingt der reine Stereo-Betrieb. Schaltet man den 7.1-Upmix hinzu, fällt der Klang ins Unnatürliche, der Bass wirkt blechern. Aber auch das Roccat Kave hat bei Stereo-Quellen seine Probleme, was vor allem an einer schwachen Präsenz im Hochton-Bereich liegt.

Die guten Surround-Qualitäten kommen beim Kave aufgrund der jeweils drei Lautsprecher pro Ohrmuschel, was vor allem auf Kosten des Tragekomforts geht, da das Headset über 425 Gramm wiegt. Hier kann die Konkurrenz mit einer weichen Polsterung und einem angenehmen Tragegefühl punkten. Das Niveau der verbauten Mikrofone ist für die vielfältigsten Anwendungsfälle mehr als ausreichend. Die menschliche Sprache ist bei beiden gut verständlich, wenn auch mit einer gedämpften Wirkung.

Die Verarbeitung und die Materialanmut ist bei beiden Testkandidaten gut und ist frei von Mängeln.

Positive Aspekte des Razer Megalodon 7.1 Surround

  • gute Verarbeitung
  • hoher Tragekomfort, weiche Polsterung
  • gutes Mikrofon
  • stimmiges Klangbild im 2.0-Modus

Negative Aspekte des Razer Megalodon 7.1 Surround

  • Schwächen im 7.1-Modus
  • der Bass klingt leicht blechern
  • unnatürlicher Klang beim 7.1-Upmix von Stereo-Quellen

Positive Aspekte des Roccat Kave

  • gute Verarbeitung
  • sehr guter Surround-Sound
  • gutes Mikrofon

Negative Aspekte des Roccat Kave

  • Schwächen bei der Wiedergabe von Stereo-Quellen
  • Probleme im Hochton-Bereich
  • hohes Gewicht
  • unangenehmes Tragegefühl über einen längeren Zeitraum

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Der kalifornisch Hersteller benennt seine Produkte aus dem Audio-Segment - anders als die Mäuse - vornehmlich nach Tieren, die sich im Wasser wohl fühlen. Das Flaggschiff des eigenen Portfolios hört auf den Namen Megalodon nach einer ausgestorbenen Haiart, die bis zu 18 Meter groß werden konnten und auch von der Beißkraft den berühmten Weißen Hai in den Schatten stellt.

Bei den Beigaben gibt es keine Überraschung: die Anleitung, ein Quickstart-Guide, Promo-Heft, Razer-Sticker und eine CD mit Demo-Material. Treiber findet man darauf nicht. Das Headset samt Kabelverbindung befindet sich in einer gepolsterten Transporttasche.

Das Headset wird derzeit für über 130 Euro gehandelt und entsprechend sind die Erwartungen an die Qualität und Haptik hoch. Die beiden Ohrmuscheln werden von einem flexiblen schwarz-matten Kunststoff-Bügel gehalten.  Auf dessen Unterseite eine sehr weiche Polsterung für ein angenehmes Tragegefühl sorgen soll. Der schwarze Stoffbezug wurde sauber in den Bügel eingearbeitet. Die Ohrmuscheln werden zu beiden Enden mittels Metallstreben mit dem Kopfbügel verunden, welche jeweils für eine stufenlose Verlängerung von ca. 8,5 cm des Bügels sorgen. Die Endpunkte des Letztgenannten wurden in einem hochglänzenden Schwarzton lackiert und bestehen aus Plastik. Dies setzt sich am Gehäuse und der Halterung der Ohrmuscheln fort.  Die restliche Oberfläche wird durch ein Metallgitter aufgelockert.  Die Hochglanz-Applikationen sind auf jeden Fall in die Rubrik persönlicher Geschmack einzuordnen.
Seitlich ziert das Razer-Logo das Headset, welches im angeschlossenen Zustand blau beleuchtet wird.  Die großzügig geschnittenen Schalen umschließen das Ohr des Trägers komplett und dämpfen entsprechend die Umgebungsgeräusche. Der Anpressdruck ist sehr  gering und sorgen für einen angenehmes Tragen des Headsets. Verstärkt wird dies besonders durch die sehr weiche Polsterung der Ohrmuscheln und dem Samt-Stoffbezug.
Für die Beschallung sorgt in jeder Ohrmuschel ein 40-mm-Treiber.

Das Mikrofon ist auf der linken Ohrmuschel montiert und lässt sich hoch und herunter drehen. Der Arm lässt sich im flexiblen Mittelstück  näher zum Träger biegen. Die Ohrmuscheln können nur über die Metallstreben in ihrer Position verändert werden. Minimalen Spielraum  hat man durch filigranen Aufbau des Headsets, sodass es auch geringfügig verdreht werden kann.  Insgesamt wurde das Razer Megalodon 7.1 Surround sauber verarbeitet und besitzt eine gute Haptik. Das USB-Kabel  ist sowohl mit der Kabelfernbedienung als auch mit der linken Ohrmuschel fest verdrahtet.

Das Headset wird über einen USB-Stecker mit dem PC verbunden. Eine Software muss nicht installiert werden. Anstecken und schon ist es einsatzbereit.  In das 3,3 Meter lange und mit Stoff ummantelte Kabel wurde das Razer Megalodon Control Pod eingebunden. Das Plastikgehäuse beherbergt die sogenannte Audio Processing Unit, welche letztendlich aus dem Ausgangssignal einen virtuellen 7.1 Rundum-Klang  abmischt. Die Oberseite des Gehäuses ist wieder mit schwarzem Klavierlack bezogen und wird blau beleuchtet. Leider ist die gewählte Hochglanz-Lackierung denkbar ungünstig, da jede Berührung einen bleibenden Fingerabdruck hinterlässt. Des Weiteren befinden  sich darauf die Bedienelemente wie das zentrale Drehrad um die einzelnen Lautsprecher sowie das Mikrofon in der Lautstärke anzupassen, aber auch zwischen einer 2.0 und 7.1 Ausgabe zu wechseln.

IN DER PRAXIS

Wenn das Ausgangsmaterial bereits nativ mehrkanaltauglich ist, glänzt das Razer Megalodon 7.1 Surround mit einem ausgewogenen Klangbild, wobei der Bass sich stets zurückhaltend präsentiert.  Voll aufgedreht wirkt er etwas blechern.
In Spielen kann der simulierte 7.1 Raumklang durchaus gefallen, allerdings fällt die Ortung der Geräusche etwas schwer. Eine Einschätzung der Entfernung zum gehörten Objekt ist selten möglich. Ähnliche Eigenschaften fallen auch bei Filmen in Dolby-Surround auf. Krachende Explosionen fehlt es an Tiefgang, während Dialoge und Umgebungsgeräusche klar und präzise dargestellt werden.

Der positive Eindruck kippt allerdings wenn es sich um reines Stero-Material handelt. Im 7.1 Upmix wirkt der Klang stets unnatürlich. Wechselt man in den 2.0-Modus - dank der Taste an der Kabelfernbedienung geht dies schnell von statten - fehlt es dem Megalodon an Tiefgang, da der Bass leider blechern statt satt und nur ausreichend voluminös klingt.

Das Mikrofon ist gut, eine exzellente Sprachqualität bietet es jedoch nicht. Schnelle und kurze Anweisungen in Multiplay-Partien sind verständlich, wenn auch leicht gedämpft.

Aufgesetzt fällt das Headset auch über Stunden nicht negativ auf. Im Gegenteil:  voller Konzentration vergisst man  regelrecht ein Headset zu tragen, da der Bügel als auch die Ohrmuscheln mit ihrer weichen Polsterung kaum Druck auf den Kopf ausüben. Mit 247 Gramm zählt das Razer Megalodon 7.1 Surround sicherlich nicht zu den leichtesten Headsets, angesichts der Tatsache, dass die Ohren komplett umschlossen werden, fällt es kaum spürbar auf.

Anmerkung der Redaktion: In diversen Foren wurde von Problemen in Verbindung mit Windows 7 berichtet und auch bei Razer ist das Problem bereits bekannt.  So soll nach einer gewissen Zeit die Audio-Wiedergabe komplett ausfallen und nur ein wieder anschließen an die USB-Buchse soll helfen.  Das Phänomen soll bei Spielen bereits nach 15 Minuten auftreten.  Unser Testmuster (Firmware 2.7) war von Problem ebenfalls betroffen, wobei es meist erst nach einer Stunde eingetreten ist. Ärgerlich ist, dass außer  dem neu anstecken des USB-Kabels nur ein Neustart der Anwendung hilft.

Wir stehen mit Razer in Kontakt und werden berichten, wenn der Fehler behoben wurden ist.