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Display FAQ - Alles was man zu Monitoren wissen muss

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Seite 8: Alles rund um Gaming-Features

In Kooperation mit LG

Gaming-Displays stehen aktuell sowohl bei den Nutzern, als auch bei den Herstellern hoch im Kurs. Ein Wunder ist das nicht, bieten die Premium-Gaming-Displays doch für beiden Seiten Vorteile. Für Hersteller bietet sich eine gute Marge, während Spieler mit zahlreichen speziellen Features gelockt werden. Neben der rein technischen Seite hat sich zuletzt stark ein Trend abgezeichnet, den wir aus dem Gehäuse-Segment kennen: Das Gaming-Label wird mit einer auffälligen Optik und einer bunten Farbgebung gleichgesetzt. Ob das nun gefällt oder nicht ist schlussendlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Eine Konstante gab es in allen unseren Tests von Gaming-Displays aber: Gibt es ein aufwendiges Beleuchtungssystem, stört das in dunklen Umgebungen in der Regel mehr als dass es ein Vorteil ist.

Nun aber zu den technischen Gegebenheiten bei Gaming-Displays.

G-Sync und FreeSync – viele Vorteile und eine langfristige Bindung

Ein extrem störender Effekt war bislang das sogenannte Tearing, also der Effekt, wenn Bildwiederholrate und fps-Wert nicht zusammenpassen, sodass ein Bildschirminhalt aus verschiedenen Frameberechnungen besteht. Ein entsprechender Bildversatz ist sicherlich jedem Spieler schon einmal störend aufgefallen.

Das konnte mit der V-Sync-Einstellung behoben werden, bei der sowohl Monitor als auch Grafikkarte aufeinander abgestimmt mit 60 Hz und 60 fps arbeiten. Jeder Erneuerung des Bildschirminhalts wird dann ein Frame der Grafikkarte zugeordnet, sodass es zu keinen unschönen optischen Effekten kommen kann. Nachteil dieser Lösung: Sie arbeitet fix mit 60 Hz, sämtliche Leistung jenseits der 60 fps wird also verschenkt, fallen die berechneten Frames unter 60 Bilder pro Sekunde kann V-Sync nicht mehr greifen, der optische Vorteil ist dahin. Zudem wird eine gewisse Latenz produziert, da zahlreiche (eigentlich produzierte) Frames verworfen werden müssen.

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Spieler sollten in jedem Fall zu einem Modell mit G-Sync oder FreeSync greifen.

Da diese Lösung recht starr ist, haben sich NVIDIA und AMD mit G-Sync und FreeSync zwei im Detail recht ähnliche Lösungsansätze einfallen lassen. Das Bild wird bei beiden Techniken erst dann ausgegeben, wenn es fertig berechnet ist, während der FPS-Wert über einen flexiblen Scaler im Monitor mit dem Wert der Bildwiederholrate synchronisiert werden kann. Bei beiden Techniken geht das nur in einem bestimmten Frequenzbereich, der allerdings nicht allgemeingültig ist, sondern vom jeweiligen Scaler und dem eingesetzten Panel abhängig ist.

Der Nachteil besteht aktuell aber in der Kompatibilität: G-Sync ist ein proprietäres Format, während FreeSync de facto OpenSource ist. Da sich NVIDIA allerdings weigert die AMD-Technik zu nutzen, ist auch FreeSync auf nur einen GPU-Hersteller limitiert. Der Leidtragende an diesem Vorgehen ist der Kunde. Da es sich bei einem Monitor in der Regel um eine langfristige Anschaffung handelt, legt sich der Käufer auch auf einen GPU-Lieferanten fest - oder verzichtet im Fall der Fälle auf die extrem praktische Technik.

Anders als G-Sync ist FreeSync bzw. AdapticeSync wie bereits erwähnt eine offene Technik, die Teil des Vesa-Standards ist. Dabei ist Adaptive Sync bzw. die Technik dahinter nicht neu. Im Embedded DisplayPort spielt sie bereits seit 2009 eine Rolle. AMD vermarktet Adaptive Sync unter dem eigenen Produktnamen FreeSync – rein technisch gibt es keine Unterschiede. Voraussetzung für die Unterstützung von Adaptive Sync sind eine Grafikkarte und ein Monitor mit DisplayPort 1.2a. Neben dem Display-Anschluss muss auch etwas Hardware im Monitor verbaut sein. Dabei handelt es sich um besagten Scaler, der die Bildwiederholfrequenz dynamisch an die Framerate der Grafikkarte anpassen kann.

NVIDIA handhabt es ganz ähnlich, es kommt allerdings zusätzlich noch ein proprietäres G-Sync-Modul hinzu, das, vereinfacht gesagt, dafür sorgt, dass Grafikkarte und Monitor zusammenarbeiten können. Gleichzeitig sorgt die zusätzliche Hardware aber dafür, dass G-Sync-Monitore in der Regel etwas teurer sind als ihre FreeSync-Pendants.

LG hat sich für die Unterstützung des FreeSync-Standards entschieden und bietet zahlreiche Monitore mit der entsprechenden Unterstützung an. Das hat den Vorteil, dass für den Anwender keine zusätzlichen Kosten entstehen und so auch Anwender in den Genuss der Technik kommen, die nicht explizit auf der Suche nach einem Gaming-Display sind.

Bildwiederholrate

Zusammen mit G-Sync und FreeSync sowie immer besser werdenden Panels profitieren Gaming-Displays von immer schnelleren Bildwiederholraten. Reinrassige High-End-Gaming-Displays können aktuell bis zu 200 Hz liefern, das Bild wird also 200x in der Sekunde aktualisiert. Das führt zu einer extrem flüssigen Wiedergabe und einem sehr schnellen Ansprechverhalten, der Nutzer fühlt sich in der Regel noch direkter mit dem Geschehen verbunden.

Geht es um die Bildwiederholrate, müssen aber auch andere Aspekte bedacht werden. Aktuell geht ein hoher Hz-Wert auch immer mit einer vergleichsweise niedrigen Auflösung einher, da der DisplayPort der limitierende Faktor ist. Wer Werte von weit mehr als 100 Hz nutzen möchte, der kommt nicht um eine horizontale Auflösung von 2.560 Pixel herum. Was bei 27-Zöller noch in Ordnung geht, erweist sich bei großen 35-Zöllern als deutlich zu wenig und bringt (aus Allround-Sicht) mehr Nach- als Vorteile. Große Monitore mit einer Auflösung von 3.440 x 1.440 Bildpunkten sind hingegen auf 100 Hz limitiert. 

Reaktionszeit

Eines der wichtigsten Features eines guten Gaming-Displays ist die Reaktionszeit, also der Wert in Millisekunden, der unweigerlich mit jedem Monitor angegeben wird. Dabei handelt es sich um die Zeit, die ein Bildpunkt benötigt, um seinen Anzeigezustand an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Je niedriger der Wert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass unschöne Nachzieheffekte zu beobachten sind.

Durch die Overdrive-Technik auf die wir im Folgenden genauer eingehen, kann die Reaktionszeit auf ein Minimum reduziert werden. Gegenüberüber den frühen LCD-Displays hat sich die grundlegende Panel-Technik sowie auch die Overdrive-Technik an sich verbessert, gänzlich ohne Probleme ist die Technik aber noch immer nicht.

Overdrive:

Diese sorgt dafür, dass aktuelle Displays mit ihren niedrigen Latenzzeiten aufwarten können. Um den einzelnen Pixeln zu einer schnelleren Drehbewegung zu verhelfen, werden diese quasi übertaktet. So werden die einzelnen Flüssigkristalle für sehr kurze Zeit mit einer höheren Spannung „befeuert“, als eigentlich für den Drehprozess benötigt wird - also mit 115 Prozent anstelle der benötigten 100 Prozent. So einfach dies klingt, so groß ist der Erfolg dieser Technik. Ganz ohne Probleme ist Overdrive natürlich nicht. Es kann zum einen zu hellen Nachzieheffekten (sogenannte Corona-Effekte) kommen, wenn sich nicht alle Pixel gleichmäßig schnell drehen. Das zweite Problem ist der, gerade in unserem Forum, immer wieder heftig diskutierte Input-Lag. Um die Overdrive-Technik nutzen zu können, muss der TFT natürlich Bilder zwischenspeichern, um vorausberechnen zu können, welche „Übersteuerung“ der Pixel vonnöten ist.

Es entsteht natürlich ein minimaler Zeitversatz zwischen der Bewegung der Maus und der tatsächlichen Änderung der Cursor-Position, die von Personen unterschiedlich stark wahrgenommen wird. Insbesondere passionierte Spieler bemerken dieses Problem, weshalb wir dazu raten, vor dem Kauf eines Geräts erst einmal zu prüfen, inwieweit der Input-Lag-Effekt auftritt.

Auch das OSD wird angepasst

Reinrassige Gaming-Displays bringen aber in der Regel nicht nur auffällige Gehäuse, schnelle Panels und eine Tearing-beseitigende Technik mit, sondern verfügen auch über ein angepasstes OSD.

Die Hersteller integrieren hier verschiedene Features. Oftmals ist es möglich mehrere Presets zu speichern, sodass je nach Game-Art das als optimal empfundene Setting aufgerufen werden kann. Ebenso bietet das Menü die teils aufwendige Beleuchtung oder aber Overclocking-Funktionen des Panels zu steuern. Damit nicht genug, werden oftmals zusätzliche Features wie ein einblendbares Fadenkreuz oder ein Timer integriert.

In Kooperation mit LG