> > > > ASUS Maximus VIII Extreme im Test (Assembly-Update)

ASUS Maximus VIII Extreme im Test (Assembly-Update)

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 11: Fazit

Seit der Einführung der Skylake-S-Plattform in diesem Sommer hat ASUS nun auch wieder ein Maximus-Extreme-Modell im Portfolio, nachdem es kein Maximus-VII-Extreme mit Intels Z97-Chipsatz zu kaufen gab. Mit dem Maximus VIII Extreme/Assembly sind es eigentlich zwei Modelle, doch das Board selbst ist bis auf den optischen Teil identisch, der größte Unterschied liegt im zusätzlichen Zubehör. In beiden Fällen wurden auf dem Mainboard im E-ATX-Format neben zwei PCIe-3.0-x1-Schnittstellen gleich vier mechanische PCIe-3.0-16-Slots verlötet, die auch aufgrund der moderaten Anbindung zwei NVIDIA- und vier AMD-Grafikkarten aufnehmen können. Einen PLX-Switch, wie den PEX8747, der die PCIe-3.0-Lanes erweitert hätte, gibt es schließlich nicht. ASUS hat sich viel mehr auf die anderweitige Ausstattung konzentriert und das nicht zu knapp.

Alleine die eingesetzte Skylake-S-CPU, wie der Core i5-6600K oder der Core i7-6700K (Hardwareluxx-Test), wird von insgesamt 13 Spulen angetrieben, die selbst wiederum von ordentlichen MOSFETs befeuert werden. In den vier DDR4-DIMM-Speicherbänken kann der Käufer maximal 64 GB Arbeitsspeicher verstauen und sie gegebenenfalls auch einem ordentlich höheren Takt laufen lassen. Absolut luxuriös fällt das Storage-Aufgebot aus, mit zwei SATA-Express-, vier SATA-6GBit/s-Schnittstellen, einem U.2-Anschluss und einem M.2-Slot (M-Key). Allerdings sind letztere beiden und ein SATA-Express-Anschluss nicht zur selben Zeit nutzbar, sodass der Anwender hier Prioritäten setzen muss. Sinnvoll ist dafür aber die Entscheidung, dass der M.2-Slot von Haus aus die höchste Priorität genießt.

Selbstverständlich kommt das Maximus VIII Extreme (/Assembly) nicht ohne Onboard-Komfort aus dem Werk. So wurden wieder zahlreiche Buttons, darunter ein Power- und Reset-Button, Spannungsmesspunkte, eine Diagnostic-LED und auch zwei BIOS-ROMs verlötet. Mittels eines BIOS-Switches lässt sich auch zwischen den beiden ROMs umschalten. Mithilfe von vier DIP-Schaltern können auch die vier großen PCIe-3.0-x16-Slots zu Benchmarkzwecken deaktiviert werden. Ob genügend FAN-Header verfügbar sind, braucht sich der Anwender keine Gedanken zu machen. Das Mainboard selbst stellt sechs 4-Pin-, einen gesonderten Wasserpumpen-Header und einen EXT-FAN-Header zur Verfügung, an dem die ebenfalls enthaltene FAN-Header-Erweiterungsplatine mit angeschlossen werden kann. Als Resultat kann das System mit drei weiteren Lüftern bestückt werden.

img_5.jpg

USB-technisch setzt das Maximus VIII Extreme (/Assembly) neue Maßstäbe, was allerdings hauptsächlich für den USB-3.1-Bereich Gültigkeit hat. Am I/O-Panel stehen nämlich gleich vier der sehr schnellen Anschlüsse bereit, darunter ein Anschluss als Typ-C-Ausführung mit Thunderbolt-3.0-Unterstützung über Intels Alpine Ridge. Zusätzlich gibt es noch insgesamt vier interne und vier externe USB-3.0- sowie sechs interne USB-2.0-Schnittstellen. Einer der USB-2.0-Header wird allerdings für das beiliegende OC-Panel-II benötigt. Mit dem Panel kann der Nutzer wieder viele Overclocking-Einstellungen direkt über das OC-Panel vornehmen und auch andere Werte anzeigen lassen. Auch ist wieder der 5,25-Zoll-Einbauschacht dabei, sodass sich das Panel an der Gehäusefront fixieren lässt. Mittels der drei Thermistor-Kabel können drei Temperatursensoren im PC an beliebigen Stellen fixiert werden. Deren ermittelte Temperaturen werden dann im BIOS und/oder in der AI Suite 3 angezeigt.

Für den Netzwerkbereich hat der Nutzer die freie Wahl, ob das Maximus VIII Extreme über Kabel an dem Gigabit-LAN-Port oder doch lieber kabellos über das WLAN-802.11ac-Dual-Band-Modul (inklusive Bluetooth-4.0-Support) mit dem Netzwerk verbunden werden soll. Wenn auch unwahrscheinlich, kann selbst die integrierte Grafikeinheit in den Skylake-S-Prozessoren über einen HDMI- und DisplayPort-Grafikausgang angesprochen werden. Fürs Ohr gibt es das SupremeFX-2015-Feature, das aus dem Realtek-ALC1150-Codec, einem ESS-DAC, einem dedizierten Taktgeber, einigen Nichicon-Audiokondensatoren, einem Anti-Pop-Relais und einem 600-Ohm-Kopfhörer besteht. Zu den passenden Anschlüssen gehören fünf analoge 3,5-mm-Audiojacks und einmal TOSLink.

Exklusiv beim Assembly-Modell liegt einerseits die ROG-10G(Bit/s)-Express-Netzwerkkarte und das SupremeFX-Hi-Fi-Frontmodul im 5,25-Zoll-Format bei, die beide für einen ordentlich Aufpreis sorgen, aber eventuell dem einen oder anderen Nutzer sinnvoll erscheinen lassen.

Als BIOS kommt wieder die gewohnte UEFI-Oberfläche zum Einsatz, die wir bereits beim ASUS Maximus VIII Gene (Hardwareluxx-Test) genauer betrachtet haben. Bis auf den Punkt, dass die Oberfläche einige Zeit nach dem Aufrufen mehrerer Einstellungen anfängt etwas zu haken, waren wir von der Stabilität und von der Umsetzung der selektierten Settings absolut zufrieden. Die Bedienung kann mit der Maus und/oder der Tastatur vorgenommen werden. Die RGB-LEDs vom PCH-Kühlkörper sind in der Lage, mehrere Farben in unterschiedlichen Modi anzuzeigen, was auch ein nettes Gimmick ist.

Bis auf den sehr hohen Preis der beiden Versionen, dem leicht erhöhten Stromverbrauch und dem eigentlich fehlenden PLX-Switch haben wir keine Kontra-Punkte finden können. Bei einem Preis von etwa 400 Euro für das normale Maximus VIII Extreme und satten 600 Euro für das Maximus VIII Extreme/Assembly, dem noch das SupremeFX-Hi-Fi-Frontpanel und die 10-GBit/s-Netzwerkkarte beliegt, muss und sollte man doch vorher überlegen, ob es dies einem wert ist. Gerade der Aufpreis von mal eben 200 Euro für die Assembly-Edition will gut überlegt sein. Rein technisch gesehen steht einem Kauf des Maximus VIII Extreme nichts im Wege, wenn nicht gerade mehr als zwei (NVIDIA-) Grafikkarten eingesetzt werden sollen.  

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus VIII Extreme (/Assembly):

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer starken CPU-Stromversorgung und extrem vielen Overclocking-Funktionen
  • luxuriöse Ausstattung, u.a. vier USB-3.1-, acht USB-3.0-Schnittstellen, zwei SATAe-Anschlüsse und ein U.2-Anschluss
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an vier PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und angenehme Effizienz im Idle
  • jede Menge Onboard-Komfort, u.a. Spannungsmesspunkte, DIP-Schaltern und BIOS-Switch
  • Thunderbolt-3.0-Unterstützung am Typ-C-Anschluss
  • OC Panel II
  • schneller M.2-Slot
  • SupremeFX-Hi-Fi-Frontpanel und ROG-10-GBit/s-Netzwerkkarte (nur Maximus VIII Extreme/Assembly)

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus VIII Extreme:

  • sehr hoher Preis (Maximus VIII Extreme), extrem hoher Preis (Maximus VIII Extreme/Assembly)
  • erhöhte Leistungsaufnahme unter Last
  • nur zwei NVIDIA-Grafikkarten im SLI nutzbar

Das ASUS Maximus VIII Extreme (/Assembly) ist ein sehr gut ausgestattetes High-End-Mainboard für die aktuellen Skylake-S-Prozessoren, das kaum Wünsche offen lässt und auch technisch absolut überzeugen konnte. Der Platine hätte unserer Meinung nach jedoch der PEX8747 gut zu Gesicht gestanden, wie es bei einem Maximus-Extreme-Modell eigentlich schon fast Tradition ist.

Alternativen? Für etwas weniger als 400 Euro gibt es bereits das MSI Z170A Gaming M9 ACK, das ebenfalls sehr gut ausgestattet ist und auch einen vorinstallierten Wasserkühlung für den VRM-Bereich mitbringt. Aber auch das Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 weist eine sehr üppige Ausstattung auf, bietet ebenfalls eine Thunderbolt-3.0-Unterstützung und hat viel Schnickschnack mit an Bord.

 

Persönliche Meinung

Das Maximus VIII Extreme ist wieder ein mal ein sehr umfangreiches Kaliber geworden, das sich ASUS allerdings auch fürstlich bezahlen lässt. Vom technischen Aspekt her sind mir keine gravierenden Ungereimtheiten aufgefallen. Gerade auch wegen der schlechten Verfügbarkeit des Core i7-6700K wird es allerdings ein teures Unterfangen mit dem Maximus VIII Extreme, wenn die Komponenten sofort gekauft werden sollen. Für diese Summe könnte man ernsthaft in Erwägung ziehen, auf den Haswell-E-Zug aufzuspringen. (Marcel Niederste-Berg)