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MSI X99A Raider im Test

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Seite 8: Fazit

Im Grunde hat MSI ein weiteres, gutes Sockel-LGA2011-v3-Mainboard für einen verhältnismäßig günstigen Einstiegspreis für das Enthusiasten-Segment auf den Markt gebracht, das eine solide Ausstattung an Bord hat. Auf der Platine mit den ATX-Abmessungen halten sich nicht nur acht DDR4-DIMM-Speicherbänke bereit, die bis zu 128 GB Arbeitsspeicher aufnehmen können und die DIMMs mit einer höheren Taktfrequenz laufen lassen können, sondern darüber hinaus auch drei mechanische PCI-Express-3.0-Steckplätze der dritten Generation, die natürlich direkt an den eingesetzten Haswell-E-Prozessor angebunden sind. Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob sich der Anwender für den Core i7-5820K, für den Core i7-5930K oder doch für den Core i7-5960X (Hardwareluxx-Artikel) entscheidet, mit allen drei Haswell-E-CPUs ist auf Wunsch auch eine Multi-GPU-Konfiguration, bestehend aus drei AMD- oder NVIDIA-Grafikkarten kein Problem. Bei einer einzigen Dual-Slot-Grafikkarte können jedoch auch zwei weitere PCIe-2.0-x1-Slots belegt werden. Den nötigen Abstand hat MSI glücklicherweise mit einkalkuliert.

Anständig ausgebaut wurde auch der Storage-Bereich, der aus acht SATA-6GBit/s-Ports, einer SATA-Express-Schnittstelle mit 10 GBit/s und einem M.2-Slot mit schnellen 32 GBit/s (theoretisch 3,94 GB/s) besteht. MSI verzichtet hier auf jede Menge Zusatzchips und belässt es bei den nativen Anschlussmöglichkeiten. Apropos verzichten: Im Vergleich zum MSI X99S SLI PLUS (Hardwareluxx-Artikel) respektive X99A SLI PLUS kommt das nun durchleuchtete X99A Raider mit deutlich weniger USB-3.0-Schnittstellen zum Käufer. In diesem Fall sind es nämlich lediglich vier Stück am I/O-Panel und zwei Stück über den internen Header, angebunden an den X99-Chipsatz. Exakt genauso sieht es bei den USB-2.0-Anschlüssen aus. Durch die beiden USB-3.1-Buchsen (zweimal Typ A am I/O-Panel) wurde das X99A Raider gleich auf dem technologisch aktuellen Stand veröffentlicht, was zu begrüßen ist.

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Gespart hat MSI auch in diesem Fall beim Audio-Codec und hat sich mit dem Realtek ALC892 gegen den ALC1150 entschieden, auf den über fünf 3,5-mm-Audiobuchsen und einem TOSLink-Anschluss zugegriffen werden kann. Für den Netzwerk-Bereich wurde dagegen auf den I218-V-Gigabit-LAN-Controller von Intel gesetzt. Käufer des X99A Raider müssen in Kauf nehmen, dass es bis auf den CMOS-Clear-Button am I/O-Panel, auf den BIOS-Switcher und die sieben Spannungsmesspunkten keinen weiteren Komfort bietet. Letzteres war natürlich eine Überraschung und gehört definitiv nicht zum Pflichtprogramm in dieser Preisklasse. Unser Core i7-5960X ließ sich durch die acht "Super-Ferrite"-Spulen ordentlich übertakten, auch wenn trotz großzügiger MOSFET-Ausstattung (32 Stück an der Zahl) ein schlechteres Overclocking-Ergebnis als bei anderen Boards erzielt wurde.

An dem MSI-UEFI gab es hingegen nichts auszusetzen. Wir trafen auf die übliche, ordentlich strukturierte Oberfläche, die sich mittels Maus und Tastatur angenehm bedienen ließ. Sämtliche von uns ausgewählten Einstellungen wurden zu unserer vollsten Zufriedenheit in die Tat umgesetzt. Bemängeln müssen wir allerdings die leicht erhöhte Leistungsaufnahme im Leerlauf, die aufgrund der moderaten Ausstattung auch hätte niedriger ausfallen können. Wenn das System mit Arbeit versorgt wurde, lag die Leistungsaufnahme auf einem überdurchschnittlichen Niveau.

Ein Argument spricht allerdings deutlich gegen das X99A Raider, nämlich der Preis. Wird das X99A Raider mit dem hauseigenen X99A SLI PLUS verglichen, fällt auf, dass Letzteres vier zusätzliche USB-3.0-Schnittstellen (insgesamt zehn Stück, davon vier Stück über zwei interne Header) mitbringt. Zusätzlich kommt in Betracht, dass das X99S SLI PLUS Overclocking-technisch besser skaliert hat, das sicherlich auch für das USB-3.1-Modell gilt. Ein Blick in unseren Preisvergleich verrät, dass das X99A Raider und das X99A SLI PLUS beide derzeit für etwa 215 Euro zu haben sind, sodass wir an dieser Stelle den Griff zum X99A SLI PLUS empfehlen.

Positive Eigenschaften des MSI X99A Raider:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer leistungsstarken CPU-Spannungsversorgung und umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • ansprechende Ausstattung, u.a. acht SATA-6GBit/s-Ports, sechs USB-3.0-Anschlüssen und einer SATA-Express-Schnittstelle
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • M.2-Slot mit 32 GBit/s
  • Spannungsmesspunkte

Negative Eigenschaften des MSI X99A Raider:

  • erhöhte Leistungsaufnahme im Idle
  • schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis

Bis auf den Preis und der erhöhten Leistungsaufnahme im Leerlauf konnte MSIs X99A Raider absolut überzeugen. Der Erwerber erhält eine solide Haswell-E-Platine mit einigen Extras und mit zwei aktuellen und sehr schnellen USB-3.1-Schnittstellen an Bord.

Alternativen? Das hauseigene X99A SLI PLUS ist eine hervorragende Alternative, zu dem wir auch eher raten. Darf das Mainboard etwas mehr kosten, wäre auch das ASUS X99-A/USB 3.1 eine gute Wahl.

 

Persönliche Meinung

Es steht außer Frage, ob das MSI X99A Raider technisch überzeugend rübergekommen ist, denn das ist es definitiv. Der größte Kontra-Punkt ist für mich ohne "Wenn und Aber" der Preis. Wenn ich vor der Wahl zwischen dem X99A Raider und dem X99A SLI PLUS stehen würde, dann würde die Wahl zu 100 Prozent auf das letzte genannte Mainboard fallen, das objektiv betrachtet die bessere Ausstattung bei identischem Preis bietet. (Marcel Niederste-Berg)