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MSI X99A Raider im Test

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Seite 2: Features und Layout (1)

Der X99-Chipsatz wurde im Vergleich zum X79-Vorgänger auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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MSI hat bei den MOSFETs definitiv nicht gespart.

Wie es bei den meisten Endkunden-Mainboards für das Desktop-Enthusiasten-Segment üblich ist, verbaut MSI hier den Square-ILM-Sockel (Independent Loading Mechanism). Links und rechts vom CPU-Sockel sehen wir jeweils vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, die zusammen insgesamt satte 128 GB an Arbeitsspeicher aufnehmen können. Traditionell befindet sich über dem CPU-Sockel der VRM-Bereich, den die Taiwaner beim X99A Raider großzügig bestückt haben. Ganz im Vordergrund stehen die acht "Super-Ferrite"-CPU-Spulen bereit, die ihren Input auf der Frontseite des PCBs von jeweils zwei MOSFETs des Typs "4CO5N RCG5K" und "4CO8N RCC6A" von OnSemi erhalten. Vom Netzteil aus muss der 8-Pin-EPS12V-Stromanschluss (oder 4+4 Pin) eingesteckt werden, sodass in der Summe 336 Watt bereitstehen. Als Kondensatoren kommen hochwertige "Dark-CAPs" zum Einsatz, die selbst bei unwahrscheinlich hohen Temperaturen einige Jahre nicht schlappmachen sollen.

Doch beim nächsten Bild gibt es eine Überraschung.

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Auf der Rückseite wurden 16 weitere MOSFETs angebracht.

MSI verbaut insgesamt vier MOSFETs für jede Spule, sodass wir auf der Rückseite des PCBs 16 zusätzliche MOSFETs finden konnten. Es sind Modelle des Typs "4CO5N RCG5K" wie auf der Vorderseite und "4CO8N RCC6A" von OnSemi.

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Der PWM-Controller stammt von Intersil.

Als PWM-Controller haben die Taiwaner den Intersil ISL6388 verlötet, der dazu in der Lage ist, maximal sechs Spulen zu steuern. Da beim X99A Raider nun mehr als sechs Spulen gemanagt werden müssen, musste MSI auf vier Phasen-Doubler setzen, die aus den Intersil ISL6611ACRZ gebildet werden. Sie befinden sich auf der Frontseite, wovon einer rechts neben dem 8-poligen EPS12V-Stromanschluss (max. 336 Watt) untergebracht wurde und jede von ihnen zwei Spulen unter die Fittiche nehmen können. Somit geht der ISL6388 effektiv mit nur vier Spulen zu Werke. Das klingt zwar recht vielversprechend, muss aber nicht gleichzeitig bedeuten, dass das Mainboard hervorragend zum Overclocking geeignet ist.

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Auch die Spulen der acht DDR4-DIMM-Speicherbänke brauchen einen PWM-Controller.

Von den PV3203-Chips sind gleich zwei Stück vertreten. Dadurch dass beide 4-DIMM-Bänke-Gruppen von zwei Spulen mit Strom versorgt werden und die PV3203 maximal zwei Spulen kontrollieren können, sind zwei der PWM-Controller aus dem Hause Powervation unverzichtbar.

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Die Erweiterungssteckplätze beim MSI X99A Raider.

Neben den beiden PCIe-2.0-x1-Steckplätzen haben es auch drei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots auf das X99A Raider geschafft. Was uns besonders gefällt ist die Tatsache, dass unter dem obersten PCIe-3.0-x16-Steckplatz kein weiterer Erweiterungsslot existiert, sodass beim Einsatz einer Dual-Slot-Grafikkarte kein weiterer Anschluss blockiert wird. Anders dagegen sieht es natürlich aus, wenn mehr als eine Grafikkarte auf dem X99A Raider eingesetzt werden sollen. PCIe-3.0-x16-Slot 1 und 2 sind elektrisch mit 16 Lanes angebunden, der unterste noch mit acht Lanes. MSI hat das Ganze sinnvoll geschaltet, denn egal ob mit dem Core i7-5820K (28 Lanes) oder mit dem Core i7-5930K beziehungsweise mit dem Core i7-5960X mit jeweils 40 Lanes, im Höchstfall können drei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten aufgeschnallt werden. Allerdings unterscheidet sich bei der CPU-Wahl die Beschaltung der drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots, die wir in den beiden folgenden Tabellen näherbringen wollen.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x8 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x8

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 x16 x8

Glücklicherweise bleiben für den M.2-Steckplatz genügend Lanes übrig, egal welcher Prozessor denn schlussendlich auf dem MSI X99A Raider arbeiten wird. In dem M.2-M-Key-Slot kann ein Solid-State-Module eingesetzt werden, das eine Länge von 4,2 cm, 6 cm oder 8 cm aufweist. Angetrieben wird der Slot mit vier PCIe-3.0-Lanes von der Haswell-E-CPU, sodass in der Theorie 32 GBit/s (3,94 GB/s) zur Verfügung stehen.

Eine Überraschung stellen einige Spannungsmesspunkte am unteren PCB-Rand dar. Mit einem Multimeter lassen sich folgende Spannungen im Detail auslesen: VCCIN, DDR_01, DDR_23, VPP_01, VPP_23, CPU_CORE und PCH1P05

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Der X99-PCH wird im Storage-Bereich vollständig ausgenutzt.

Um 90 Grad angewinkelt wurden acht SATA-6GBit/s-Ports. Links am Rand des PCBs wurde jedoch auch ein vertikal ausgerichteter SATA-Express-Connector angebracht, dessen zwei SATA-6GBit/s alternativ auch als solche verwendet werden können.