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Gigabyte GA-X99M-Gaming 5 im Test

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Seite 8: Fazit

Mit dem GA-X99M-Gaming 5 ist auch Gigabyte mit der Haswell-E-Plattform in das Micro-ATX-Segment vorgedrungen. Die quadratische Platine stellt für die gebotene Größe eine ansprechende Ausstattung zur Verfügung. Selbst ein paar Overclocking-Versuche können mit der Platine gestartet werden. Die dazugehörigen Onboard-Features, wie eine Diagnostic-LED, eine Power-, Reset-Button sowie ein BIOS-Switch und ein Schalter zum Aktivieren und Deaktivieren der Dual-BIOS-Funktionalität sind mit an Bord. Besonders auffällig sind dabei die drei Kühler, die allesamt mit einer Heatpipe miteinander verbunden sind.

Für Grafikkarten und andere Erweiterungskarten sind die drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze und ein PCIe-2.0-x1-Slot dienlich. Auf Wunsch lässt sich vom Anwender auch ein Multi-GPU-Gespann mit zwei AMD- oder NVIDIA-Grafikkarten realisieren. Gigabyte hat es in Sachen USB-3.0-Anschlüsse nicht bei den nativen sechs belassen, sondern hat auch einen USB-3.0-Hub mit auf das PCB verlötet, sodass in der Summe acht Anschlüsse verfügbar sind. Dasselbe Spiel hat Gigabyte mit den USB-2.0-Schnittstellen durchgeführt. Doch gehören die vier Anschlüsse am I/O-Panel zum USB-DAC-Feature, mit dem eine stabile Stromversorgung für empfindliche Audio-Peripherie gewährleistet wird.

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Solid-State-Drives, Festplatten und optische Laufwerke lassen sich an den acht nativen SATA-6GBit/s-Ports und auch an der SATA-Express-Schnittstelle (ebenfalls nativ angebunden) anschließen, die aus zwei weiteren SATA-6GBit/s-Anschlüssen besteht. Wer eine schnelle SSD etwas kompakter unterbringen möchte, kann dies mithilfe des M.2-Slots tun, in dem SSDs mit einer maximalen Länge von 8 cm untergebracht werden können. Leider spart Gigabyte in diesem Bereich an der falschen Stelle, denn es wäre technisch möglich gewesen, den M.2-Slot mit vier PCIe-3.0-Lanes statt mit zwei PCIe-2.0-Lanes anzubinden. So steht nur eine Bandbreite von 10 GBit/s statt 32 GBit/s zur Verfügung. Die reduzierte Bandbreite zeigte sich auch beim M.2-Benchmark. Dafür hat Gigabyte einen weiteren M.2-Slot etwas versetzt angebracht, der für optionale WIFI-Karten gedacht ist. Am I/O-Panel wurde bereits eine Blende mit zwei Löchern für zwei Antennen verschraubt. Der Gigabit-LAN-Port über den Killer-E2201-Netzwerkcontroller gewährt allerdings vorab eine kabelgebundene Netzwerkverbindung. Bei Online-Gaming priorisiert er die anfallenden Netzwerkpakete, sodass zumindest in der Theorie eine geringere Latenz zum Spieleserver anliegt. Der Audio-Bereich wird aus dem Realtek ALC1150 inkl. entnehmbarem OP-Amp gebildet. Mithilfe von vier DIP-Schaltern lassen sich zudem die Gain-Stufen von 2,5-fach auf 6-fach pushen.

Beim UEFI gibt es keine sichtbaren Unterschiede zum Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI. Neben dem Startup-Guide und dem Smart-Tweak-Mode kann sich der Anwender zusätzlich in der nun grau gefärbten Advanced- bzw. Classic-Ansicht austoben. Die Bedienung erfolgte per Tastatur und auch per Maus problemlos und komfortabel. Sämtliche Einstellungen wurden zu unserer Zufriedenheit umgesetzt. Auch gab es bei der Stabilität keinen Grund zur Beschwerde. Schade ist jedoch erneut das schlechte Overclocking-Potential beim Arbeitsspeicher. Genau wie das GA-X99-UD7 WIFI hatte das GA-X99M-Gaming 5 Probleme mit dem BCLK-Strap von 125 MHz, der für eine effektive Frequenz von 3.000 MHz erforderlich ist. So bleib es daher bei effektiv 2.666 MHz, der letzten Stufe vom 100 MHz Strap. Erfreulich war dagegen viel eher die im Verhältnis niedrige Leistungsaufnahme sowohl im Idle als auch unter Last.

Wer sich schlussendlich für das Gigabyte GA-X99M-Gaming 5 interessiert, sollte mindestens 211 Euro bereitlegen, die für das Gaming-Mainboard über die (virtuelle) Ladentheke wandern müssen. Den Preis empfinden wir als angemessen für die gebotene Ausstattung.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-X99M-Gaming 5:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer ausreichenden CPU-Spannungsversorgung und vielen Overclocking-Funktionen
  • angemessene Ausstattung, u.a. acht USB-3.0-Buchsen, acht SATA-6GBit/s-Anschlüsse und eine SATAe-Schnittstelle
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • gute Gesamtperformance, gute Effizienz und gute Stabilität
  • gute Onboard-Audiolösung

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-X99M-Gaming 5:

  • RAM-Overclocking in unserem Test momentan nur bis effektiv 2.666 MHz möglich
  • M.2-Slot nur mit 10 GBit/s angebunden

Das Gigabyte GA-X99M-Gaming 5 konnte zwar nicht in allen Punkten glänzen, doch kann die Platine als solides Produkt mit einem guten Preis/-Leistungsverhältnis bezeichnet werden. Vorteilhaft ist die relativ niedrige Leistungsaufnahme und die Onboard-Sound-Ausstattung inkl. vier USB-2.0-DAC-Buchsen.

Alternativen? Genau genommen gibt es zur Zeit nur drei Alternativen im Micro-ATX-Format: Das ASRock X99M Extreme4, das ASRock X99M Killer und das EVGA X99 Micro. Von den drei Boards liegt das ASRock X99M Extreme4 vom Preis her am dichtesten am Gigabyte GA-X99M-Gaming 5 dran.

 

Persönliche Meinung

Wie das GA-X99-UD7 WIFI, hat auch das GA-X99M-Gaming 5 von Gigabyte für mich eine Schwachstelle: Die schlechte Anbindung des M.2-Steckplatzes. Trotz Micro-ATX-Format ist eine Anbindung an vier PCIe-3.0-Lanes über die Haswell-E-CPU möglich. Ich hoffe, dass sich Gigabyte diesen Kritikpunkt zu Herzen nimmt und bei künftigen Mainboards nachbessert. Für Anwender, die keine M.2-Karte einsetzen wollen, bietet das Board aber auf kleinem Platz alles, was man braucht. (Marcel Niederste-Berg)