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ASRock X99 Extreme3 im Test

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Seite 8: Fazit

ASRock hat mit dem X99 Extreme3 bewiesen, dass es nicht immer ein Unterbau aus dem höheren Preissegment sein muss und stattdessen auf ein deutlich günstigeres Mainboard vertraut werden kann, sofern einem die Ausstattung genügt. Aktuell gesehen stellt das X99 Extreme3 die günstigste Platine im Haswell-E-Bereich dar und ist bereits ab 177 Euro zu ergattern. Für diesen Betrag erhält der Interessent ein ausreichend ausgestattetes Mainboard im klassischen ATX-Format. Auf dem PCB wurden insgesamt drei mechanische PCIe-x16-Slots verlötet, wovon zwei mit 16 PCIe-3.0- und einer mit vier PCIe-2.0-Lanes versorgt werden können. Auf diesem Wege ist klar, dass im Höchstfall zwei NVIDIA- und drei AMD-Grafikkarten verbaut werden sollten, sofern auf den PCIe-2.0-x1-Steckplatz verzichtet werden kann. Es ist klar, dass bei einem Preis von 172 Euro nicht Unmengen an Onboard-Features erwartet werden dürfen. Es gibt entsprechend keine Onboard-Taster und sonstigen Schnickschnack, sondern lediglich zwei Header. Mit einem kann eins von den beiden dedizierten BIOS-Chips selektiert werden, mit dem anderen kann das BIOS auf die Standard-Parameter zurückgesetzt werden.

Trotz des abgespeckten VRMs hat sich das X99 Extreme3 mit nur sechs Phasen beeindruckend gut im Overclocking-Test geschlagen. Zudem werden zahlreiche Overclocking-Funktionen angeboten, die für ein Einstiegsmodell eher unüblich sind. Enttäuscht hat uns dafür das RAM-Overclocking, das uns an den Test zum ASRock X99 OC Formula erinnert hat. Die angestrebten 3.000 MHz waren sowohl mit dem Extreme Memory Profile als auch mit manuellen Settings nicht möglich, was wohl an dem nicht lauffähigen 125-MHz-CPU-Strap liegt, der für den DDR4-3000-Teiler zwingend benötigt wird. An dieser Stelle sollte ASRock demnach noch nachbessern. Aufgrund des niedrigen Preises muss der Erwerber mit vier DDR4-DIMM-Speicherbänken auskommen, die es ihm erlauben, den Speicher bis 64 Gigabyte auszubauen. Absolut stimmig ist das Storage-Aufgebot, denn ASRock belässt es nicht nur bei den zehn nativen SATA-6G-Ports, sondern hat auch eine schnelle M.2-Schnittstelle mit verbaut, die dank der vier PCIe-3.0-Lanes von der Haswell-E-CPU theoretisch 32 GBit/s schaufeln kann. Mit inbegriffen ist zudem auch ASRocks exklusives HDD-Saver-Feature.

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Natürlich hat das ASRock X99 Extreme3 auch einige USB-Anschlüsse im Gepäck, auch wenn es ASRock bei den nativen Anschlussmöglichkeiten über den X99-Chipsatz belassen hat. So befinden sich am I/O-Panel jeweils vier USB-3.0- und USB-2.0-Schnittstellen. Intern sind dann noch zwei USB-3.0-Buchsen in Form des Headers erreichbar. Hinzu kommen dann noch zwei USB-2.0-Header, die in vier Anschlüsse übergehen. Erfreulich ist, dass ASRock auch beim kleinsten Extreme-Modell auf ihre Purity-Sound-2-Audio-Lösung vertraut, die den Realtek ALC1150 sowie zwei Verstärker von Texas Instruments beinhaltet, wovon einer als Kopfhörer-Verstärker fungiert und selbst mit Kopfhörern mit einer Impedanz von 600 Ohm zurechtkommt. Schließlich gibt es noch den Gigabit-LAN-Port über den sehr weit verbreiteten Intel-I218-V-PHY, der abwärtskompatibel ist und auch das Wake-on-LAN-Feature mitbringt.

Das an die Extreme-Serie angepasste UEFI hinterließ einen sehr soliden Eindruck in Form der gewohnten, durchdachten Strukturierung und der sehr guten Stabilität. Vom RAM-Overclocking abgesehen, wurden sämtliche Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit umgesetzt. Dabei erfolgte das Navigieren durch die Menüs mithilfe der Maus und der Tastatur sehr komfortabel. Punkten kann das Board zusätzlich bei der Effizienz im Leerlauf, die sehr gut ausgefallen ist. Wenn es dann in die beiden Last-Bereiche ging, lag die Leistungsaufnahme auf Höhe der meisten anderen Haswell-E-Mainboards.

Zwar kann man dem ASRock X99 Extreme3 den Punkt "günstigstes Haswell-E-Mainboard" nicht nehmen, doch reicht es für das X99 Extreme3 nicht aus, um es als Preis-Leistungs-Kracher hinzustellen. Wenn wir uns selbst im ASRock-Portfolio umschauen, fällt einem gleich das ASRock X99 Extreme4 auf, das bereits ab etwa 183 Euro zu haben ist und eine bessere Ausstattung in Form von acht DDR4-Speicherbänken, drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots und zudem ein VRM mit zwölf Phasen für die CPU bereitstellt. Bei dem ohnehin hohen Anschaffungspreis der Haswell-E-Plattform sollte es auf die sechs bis zehn Euro nicht ankommen.

Positive Eigenschaften des ASRock X99 Extreme3:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer ausreichenden CPU-Spannungsversorgung und vielen Overclocking-Funktionen
  • annehmbare Ausstattung, u.a. sechs USB-3.0-Schnittstellen, zehn SATA-6G-Ports und ein M.2-Slot
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an zwei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • sehr gute Effizienz im Idle
  • Purity Sound 2
  • günstigste Haswell-E-Platine

Negative Eigenschaften des ASRock X99 Extreme3:

  • Probleme beim RAM-Overclocking
  • nur vier DDR4-Speicherbänke
  • schlechtes Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zum ASRock X99 Extreme4

Wer so günstig wie möglich an eine Haswell-E-Platine kommen möchte, macht mit dem ASRock X99 Extreme3 vom Grundwesen her nichts falsch, könnte sich allerdings ärgern, wenn erst im Nachhinein auf die Ausstattung des X99 Extreme4 geschaut wird, die für einen nicht erwähnenswerten Aufpreis zu haben ist und auch unserer Ansicht nach wert ist.

Alternativen? Mit dem ASRock X99 Extreme4 haben wir bereits eine sehr gute Alternative genannt. Davon abgesehen kann auch ein Blick auf MSIs X99S SLI PLUS geworfen werden, das für einen Aufpreis von zirka 20 Euro einiges mehr an Ausstattung zu bieten hat.

 

Persönliche Meinung

Es ist sicherlich immer interessant, dass man sich auch einmal das günstigste Mainboard einer Plattform anschaut. Im Grunde spricht nichts gegen die gebotene Ausstattung, wenn da nicht der doch zu hohe Preis wäre. Wenn ich vor der Wahl stehen würde, dann würde ich anstelle des X99 Extreme3 definitiv das X99 Extreme4 wählen. Und ich gehe davon aus, dass die meisten Konsumenten das genau so sehen werden. (Marcel Niederste-Berg)