> > > > ASUS Maximus VII Formula im Test

ASUS Maximus VII Formula im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 9: Fazit

Da hat ASUS mit dem Maximus VII Formula schon ein pfundiges Stück Hardware kreiert, das sich zurecht das Flaggschiff der Maximus-VII-Serie nennen kann. Pfundig ist es schon aufgrund des hohen Gewichts. Der ROG-Armor, der aus einem Cover und einer Backplate besteht und einerseits optisch gut anzusehen ist, auf der anderen Seite für Schutz, zusätzliche Stabilität und bessere Kühlleistung sorgen soll, wiegt schon eine Menge. Auf das Flaggschiff hat ASUS aber auch alles drauf gepackt, was mit der Z97-Serie geboten werden kann, wozu auch zwei SATA-Express-Schnittstellen und der neue M.2-Slot gehören. Davon abgesehen wurde an die hochwertige CPU-Spannungsversorgung gedacht, die aus acht starken Phasen und NexFET-MOSFETs besteht. Zusammen mit den Onboard-Features, wie dem Power-, Reset-, MemOK!-Button, der Diagnostic-LED, den Spannungsmesspunkten und den üppig vertretenen Overclocking-Funktionen aus dem UEFI heraus kommt der geneigte Übertakter vollständig auf seine Kosten. Zusätzlich kann der MOSFET-Kühlkörper in einen Wasserkühlungskreislauf eingebunden werden.

Unter dem Kunststoffverdeck versteckt sich ein ATX-PCB, auf dem sich neben zwei PCIe-3.0-x16-Slots und einem PCIe-2.0-x16-Slot auch noch drei PCIe-2.0-x1-Steckplätze aufhalten und auf ihren Einsatz warten. Demnach lässt sich auch ein Multi-GPU-Gespann auf dem Maximus VII Formula einrichten. Besonders positiv hervorzuheben ist der freie Platz unter dem oberen PCIe-3.0-x16-Slot. Wenn lediglich eine Dual-Slot-Grafikkarte genutzt wird, können dennoch alle weiteren Steckplätze weiterhin verwendet werden. Ausgehend vom Intel-Z97-Chipsatz und vom ASM1042AE werden acht USB-3.0-Anschlüsse bereitgestellt, wovon sechs Stück am I/O-Panel anzutreffen sind. Insgesamt gehören noch weitere sechs USB-2.0-Buchsen zur Ausstattung. Auch lässt sich die integrierte Grafikeinheit in den Haswell(-Refresh)-Prozessoren mithilfe eines HDMI- und DisplayPort-Grafikausgangs nutzen.

img_5.jpg

Beim Storage-Bereich hat ASUS dann ordentlich aufgedreht und stellt neben sechs SATA-6G-Ports gleich zwei SATA-Express-Schnittstellen und einen M.2-Slot zur Verfügung. Letzterer ist jedoch nicht auf dem PCB zu finden, sondern auf dem mitgelieferten mPCIe-Combo-III-Modul, auf dem bereits eine WLAN 802.11a/b/g/n/ac- und Bluetooth-4.0-Mini-PCIe-Karte installiert ist. Eine der SATAe-Schnittstellen arbeitet nativ über den Z97-PCH, für die andere muss der ASM106SE herhalten. Somit musste für zwei SATA-6G-Buchsen ein weiterer Zusatzchip organisiert werden, der erneut aus dem ASM1061 gebildet wurde. Wie schon bei den kleinen Brüdern aus der Maximus-VII-Serie, sorgt das ROG-SupremeFX-Feature dafür, das der Anwender seine Lieblingsanwendungen in bestmöglicher Audioqualität genießen kann. Für Kopfhörer mit sehr hoher Impedanz steht auch ein entsprechender Verstärker bereit, der bis 600 Ohm mitspielt. Alternativ zur WLAN-Lösung kann auch die kabelgebundene Netzwerkverbindung gewählt werden, die über dem Intel I218-V läuft und neben dem LANGuard-Feature auch noch die GameFirst-III-Funktionalität im Gepäck hat.

Der Anwender kommt allerdings noch in den Genuss weiterer, exklusiver ROG-Features, wie Soundstage, Keybot, True Volt USB, Sonic Radar II, SSD-Secure Erase und RAM Disk, die einen exklusiven Bonus darstellen. Daneben beherbergt das Maximus VII Formula natürlich auch die "5-Way-Optimization", die aus den fünf Unterfeatures TPU, EPU, DIGI+ Power Control, Fan Xpert 3 und Turbo App besteht. Als Schnittstelle zwischen Hardware und Software wurde das umfangreiche UEFI-BIOS von ASUS vorgesehen, welches optisch an die ROG-Farbgebung angepasst wurde und jede Menge Funktionen bietet. Durch die gefühlte Überladung des BIOS fällt die Bedienung mit der Tastatur weniger flüssig aus, sondern gestaltet sich eher ruckelig. Nutzt der Anwender die Maus, ist es schon deutlich angenehmer.

Weniger angenehm war die Leistungsaufnahme, die in jeglicher Situation schlicht zu hoch ausgefallen ist. Der Grund hierfür liegt natürlich bei den vielen Zusatzchips, um weitere Anschlüsse anbieten zu können. Das jedoch geht deutlich auf Kosten der Leistungsaufnahme, die - wie typisch für ein High-End-Board - etwas zu hoch ausfällt.

Für all den Luxus wird verständlicherweise eine Stange Geld verlangt. In unserem Preisvergleich ist das ASUS Maximus VII Formula ab 280 Euro gelistet. Wer seinen K-Prozessor bis ans Limit übertakten möchte und auch die ganzen Funktionen gut gebrauchen kann, könnte den Kauf des Maximus VII Formula ernsthaft in Erwägung ziehen. Als Zugabe liegt sogar ein Watch Dogs-Spieleschlüssel bei, was das Preis-Leistungsverhältnis etwas verbessert. Wer die Features nicht verwendet, muss für einen reibungslosen Betrieb und für eine moderate Übertaktung natürlich nicht so viel Geld ausgeben. In diesem Fall genügen auch das Maximus VII Ranger oder das Maximus VII Hero. Vorsicht ist bei CPU-Kühlern geboten, die mit einer Backplate befestigt werden. ASUS hat den Ausschnitt der ROG-Armor-Backplate um den CPU-Sockel nicht großzügig genug gewählt, damit auch große CPU-Luftkühler-Backplates ihre korrekte Position einnehmen können. Das könnte zur Folge haben, dass auf eine (All-in-One-)Wasserkühlung zurückgegriffen werden muss.

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus VII Formula:

  • sehr hohe Leistungsfähigkeit mit einer sehr starken CPU-Spannungsversorgung und umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • angemessene Ausstattung, u.a. acht USB-3.0-Anschlüsse, sechs SATA-6G-Ports und zwei SATA-Express-Schnittstellen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an zwei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • M.2-Slot
  • umfangreiche Audioausstattung
  • MOSFET-Kühler ist WaKü-ready
  • WLAN 802.11ac und Bluetooth 4.0
  • kostenloser Watch Dogs-Gamekey

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus VII Formula:

  • hoher Preis
  • hoher Stromverbrauch in allen Situationen
  • mögliche CPU-Luftkühler-Inkompatibilitäten aufgrund des ROG-Armors

Der Erwerber des ASUS Maximus VII Formula bekommt ein leistungsfähiges und sehr gut ausgestattetes Produkt, welches zusätzlich jede Menge Software-Features mitbringt. Ob Gaming oder Overclocking, in beiden Fällen fährt das Maximus VII Formula zu Höchstleistungen auf und macht so schnell nicht schlapp. Allerdings müssen die genannten Schattenseiten, wie der hohe Preis, die hohe Leistungsaufnahme und mögliche Probleme mit CPU-Kühlern in Kauf genommen werden.

Alternativen? Wir haben bereits das Maximus VII Ranger angesprochen, das für den Preis eine ordentliche Ausstattung und auch die exklusiven ROG-Features mitbringt. Soll das Board dann doch für Extreme-Overclocking herhalten, könnte das MSI Z97 MPOWER MAX AC auch eine gute Wahl sein.

 

Persönliche Meinung

Dieses Mal wird es kein Extreme-Modell für den Z97 geben, dafür das immens gut ausgestattete Maximus VII Formula, womit sich der Overclocker und Gamer so richtig austoben kann. Selten hatte ich so ein gewichtiges Stück Hardware in der Hand, das auch technisch zu gefallen weiß. Weniger gut empfand ich die Umsetzung des ROG-Armors zwecks der rückseitigen CPU-Sockel-Aussparung. Dagegen kann in meinen Augen die erhöhte Leistungsaufnahme und der hohe Anschaffungspreis aufgrund der Feature-Vielfalt ignoriert werden. (Marcel Niederste-Berg)