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EVGA Z87 Stinger im Test

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Seite 4: BIOS und Overclocking

BIOS

Grundlegende optische Veränderungen konnten beim UEFI beobachtet werden. EVGA hat von der alten Schwarz/Weiss-Farbgebung mehr oder weniger Abstand genommen und zumindest etwas mehr Silber und Türkisgrün eingepflegt. Positiv hervorzuheben ist schon einmal vorweg, dass EVGA sich Mühe gibt, ein möglichst fehlerfreies Produkt anzubieten, indem in kurzen Abständen bereits mehrere neue BIOS-Versionen zustande gekommen sind, bei denen einige Fehler behoben wurden. Die aktuelle Version 1.05 haben wir bereits im DOS-Mode geflasht. Alternativ kann das UEFI aber auch unter der Windows-Oberfläche aktualisiert werden. Leider hat es EVGA noch immer nicht geschafft, eine Instant-Flash-Funktion aus dem UEFI heraus anzubieten. Folgende Änderungen wurden alleine mit der Version 1.05 vorgenommen:

  • Fix "load previous values" function
  • Fix memory TWR value setting
  • Improve PCI-E compatibility
  • Fix system cannot boot when setting manual CPU core
img_4.jpg
Das UEFI vom EVGA Z87 Stinger.

Die erste Verbesserung ist bereits ganz oben deutlich zu erkennen. Dort sind gleich vorweg einige wichtige Daten grafisch aufgelistet. Beispielsweise wird oben links signalisiert, wieviele RAM-Module installiert sind und wie groß die Kapazität pro Modul ausfällt. Demnach ist direkt darunter die Gesamtkapazität sowie die aktuell anliegende Taktfrequenz einsehbar. Ebenfalls nützlich sind immer wieder die aktuellen Spannungsangaben, wie hier VCore und VDIMM. In der goldenen Mitte erhält der Anwender einen Blick auf den aktuellen CPU-Takt. Zusätzlich wird auch angezeigt, wieviele Kerne aktiv sind und ob das Hyper-Threading-Feature eingeschaltet ist. Bleibt noch die rechte Seite übrig, wo Informationen zu den PCIe-Slots angezeigt werden. Im Detail, mit wie vielen Lanes die installierte Erweiterungskarte versorgt wird und mit welcher PCIe-Generation sie aktuell betrieben wird. Unterhalb davon kann auch noch die VRM- und CPU-Temperatur kontrolliert werden.

Die ganzen einzelnen Einstellungen jedoch finden sich innerhalb der fünf Tabs wieder. Gleich der erste Tab handelt bereits vom Overclocking, wo der Anwender zahlreiche Einstellungen zu diesem Bereich finden wird, um der Hardware zu mehr Takt zu verhelfen. Alle Settings zum Arbeitsspeicher haben die Kalifornier in einen separaten Tab gepackt, die zum Teil auch sehr umfangreich ausgefallen sind. Wie bei allen anderen BIOS-Versionen von den anderen Mainboard-Herstellern gibt es eine eigene Seite für die Onboard-Komponenten, hier "Advanced" betitelt. Der "Boot"-Reiter listet alle Einstellungen auf, die den Boot-Vorgang beeinflussen, wie beispielsweise die unabdingbare Boot-Priorität. Übrig bleibt schließlich noch der "Save & Exit"-Menüpunkt, wo auch alle UEFI-Einstellungen in einem Profil abgespeichert werden können.

Viel zu kritisieren hatten wir beim UEFI generell nicht, wenn man von der fehlenden Instant-Flash-Funktion absieht. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle anderen Mainboard-Hersteller in der Lage, ein solches Feature zu implementieren. Ohne Frage ist es auch auf den anderen beiden Wegen (DOS und Windows) kein Problem, das UEFI zu aktualisieren, jedoch geht mit der nicht vorhandenen Instant-Flash-Funktion ein Stück Komfort verloren. Die Steuerung durch die Menüs erfolgt hingegen komfortabel per Maus und/oder Tastatur. Und auch an der Stabilität und an der Zuverlässigkeit konnten wir nichts Negatives finden. Die gesetzten Einstellungen wurden absolut zufriedenstellend umgesetzt.

 

Overclocking

Man darf sich nicht komplett von der Platinengröße täuschen lassen, wenn es um das Overclocking geht. Ohne Frage können die Mini-ITX-Mainboards in den seltensten Fällen mit ihren wesentlich größeren Brüdern mithalten. Zumindest aber für moderates Overclocking sind sie durchaus zu gebrauchen. Auf dem EVGA Z87 Stinger befeuern insgesamt lediglich sechs Phasen die Haswell-CPU - auf einem normalen ATX-Overclocking-Board sind es selten weniger als zwölf. Aber es existieren im UEFI einige Overclocking-Funktionen, die vielversprechend klingen.

Der Grundtakt lässt sich von 80 MHz bis 250 MHz in feinen 0,01 MHz-Schritten verändern, dies ermöglicht demnach auch ein Feintuning des BCLKs. Eine der wichtigsten Spannungen ist natürlich die CPU-Spannung. Hierbei erhält der Anwender wie bei den meisten anderen Haswell-Platinen auch die Möglichkeit, die VCore wahlweise im Override-, Adaptive- oder Offset-Modus festzulegen. In den ersten beiden Modi beträgt die Spanne 0,800 Volt bis 2,000 Volt und ist in annehmbaren 0,005-Intervallen justierbar. Der Offset-Modus hingegen reicht von -1,000 Volt bis +0,998 Volt, ebenfalls in 0,005 Volt-Schritten. Alle weiteren Overclocking-Eigenschaften haben wir wie immer in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst:

Die Overclocking-Funktionen des EVGA Z87 Stinger in der Übersicht
Base Clock Rate 80 MHz bis 250 MHz in 0,01 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,005-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
-1,000 V bis +0,998 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,200 V bis 2,300 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,500 V bis 3,050 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,000 V in 0,005-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
-1,000 V bis +0,998 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -1,000 V bis +0,998 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung -1,000 V bis +0,998 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,700 V bis 1,600 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH 1,5V, CPU VAXG (iGPU)
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 41 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und drei optionale Fans,
Memory Training Algorithmus

Insgesamt war es etwas umständlich, mit dem EVGA Z87 Stinger zu übertakten. Zum einen arbeitete das gesamte Board nicht zufriedenstellend stabil und vergaß ziemlich oft, dass gerade eine HDD angeklemmt ist, zum anderen mussten wir zunächst etwas mit dem UEFI herumspielen, bis die gewünschte Taktfrequenz auch wirklich erreicht wurde. Ein weiterer Knackpunkt machte sich dann auch bei der ausgelesenen CPU-Spannung unter Last-Situationen breit, die selbst mit der recht aktuellen CPU-Z-Version 1.67.1 nicht korrekt ausgelesen werden konnte und auch das E-Leet-Utility von EVGA konnte die Spannung nicht korrekt interpretieren. Abhilfe schaffte auch AIDA64 nicht. Zudem hatte das Z87 Stinger ein Problem damit, wenn mehrere SATA-Ports belegt waren. 

Nichtsdestotrotz konnten wir unseren Core i7-4770K durchaus anständig übertakten. Als Maximaltakt konnten wir 4,5 GHz mit einer VCore von 1,280 Volt (laut UEFI) erreichen. Das ist zwar nicht überragend, für das kleine Mini-ITX-Board aber durchaus hinnehmbar.

cpuz2.PNG
Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,5 GHz bei 1,280 Volt (laut UEFI)

Nachdem wir bereits mit zahlreichen Komplikationen zu kämpfen hatten, verzichteten wir schließlich auf den CPU-Strap 1.25. Das Board scheint diesen Modus zwar rigoros angenommen zu haben, jedoch war dann auf einmal keine Platte mehr vorhanden, bzw. das EVGA Z87 Stinger konnte keine finden.

Aber auch das Overclocking-Verhalten beim Arbeitsspeicher haben wir uns angeschaut. Wir haben mittlerweile neue RAM-Module für Overclocking-Zwecke besorgt: Corsair XMS3 Dominator Platinum DDR3-2800. Ohne auf das XMP-Profil zuzugreifen, kamen wir zu folgendem Ergebnis:

cpuz2.PNG

Wir haben damit gerechnet, dass das kleine Board von EVGA es nicht schaffen wird, einen effektiven RAM-Takt von 2800 MHz stabil aufrecht zu erhalten. Aber wie auf dem Screen zu erkennen ist, packte das Z87 Stinger diesen Modus ohne Probleme. Zusätzlich konnten wir die Latenzen ein wenig schärfer schalten.

Softwareseitig packt EVGA das E-LEET Utility hinzu, welches sich auf dem beiliegenden Datenträger befindet. Vom Grundaufbau ähnelt es sehr dem gängigen Tool "CPU-Z". EVGA hat jedoch noch die Möglichkeit geschaffen, dass System vom E-LEET getauften Tool aus zu übertakten.

img_4.jpg
Das E-Leet-Utility

Neben der Möglichkeit, die wichtigsten Spannungen, die Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten auszulesen, ist es auch möglich, die CPU und den BCLK zu übertakten. Gewundert haben wir uns jedoch, dass sich lediglich die CPU VRIN, die VDIMM sowie die beiden PCH-Spannungen ändern lassen. Dafür hat EVGA einen Prozess-Manager implementiert, mit dem sich die Thread-Verteilung der ganzen Prozesse einstellen lässt.

In der unten aufgeführten Bildergalerie sind nochmal alle UEFI- und E-Leet-Screens einsehbar:

 

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Kommentare (14)

#5
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Registriert seit: 21.06.2008
Jena
Flottillenadmiral
Beiträge: 5467
Wenn ich mir das so anschaue hat das Impact wohl das bessere Gesamtpaket.
Sehr ärgerlich jedoch das ein Testsample scheinbar fehlerhaft ist.
#6
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Registriert seit: 18.07.2009

Kapitänleutnant
Beiträge: 1583
Da gebe ich dir recht. Die Ausstattung Hardware/Software/Preis ist wirklich das ITX ROG die bessere Wahl. Jetzt gibt es das MB inkl. 20 Cashback von Asus für ca. 165€.

Zitat Sebbe83;21801427
Wenn ich mir das so anschaue hat das Impact wohl das bessere Gesamtpaket.
Sehr ärgerlich jedoch das ein Testsample scheinbar fehlerhaft ist.
#7
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Registriert seit: 21.02.2013

Leutnant zur See
Beiträge: 1044
Ohne den Test gelesen zu haben, muss ich im vornherein schon sagen, dass ich das Ding nie kaufen würde, weils einfach viiiiel zu teuer ist.... Ein Asus Z87I-Pro kostet mal eben 90 Euro weniger und hat die sinnvollere Ausstattung, nämlich 6x SATA. Weil mal ehrlich, USB 3 Header am PCIe? Und wer braucht im eh schon engen ITX Gehäuse ne DEBUG LED oder Ein/Aus/Reset/Knöppchen? :D

Aber wenn es sich verkauft... :)
#8
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Registriert seit: 13.04.2006
Nehr'esham
Kapitän zur See
Beiträge: 28786
Zitat EveryDayISeeMyDream;21801853
Und wer braucht im eh schon engen ITX Gehäuse ne DEBUG LED oder Ein/Aus/Reset/Knöppchen? :D

Genau die Debug Segmentanzeige ist für mich das Kaufkriterium, allerdings würde ich es auch nicht unbedingt in einem Gehäuse betreiben :haha:

Der geringe Lastverbrauch lässt auch sehr effiziente Wandler schließen (vermutlich eine aktuelle DrMOS Generation).
#9
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Registriert seit: 03.10.2006
WOB
Admiral
Beiträge: 8676
Ich habe mich für das Maximus impact entschieden .
Das Board ist sowas von Solide bis her hatte ich oft Bugy Biose bei Asus aber das Board macht was es soll.

Toll finde ich auch das Ek 1 Kühler für Spawa Cpu sowie Chipsatz alls all in one anbietet.
#10
customavatars/avatar5899_1.gif
Registriert seit: 25.05.2003
HH
Korvettenkapitän
Beiträge: 2353
Ich hatte hier eine Zeit lang sowohl das Asus Z87 mITX ROG als auch das EVGA Z87 Stinger. Habe mich ganz klar für das EVGA entschieden und betreibe das Board seit Monaten ohne jegliche Probleme.
Das Test-Fazit kann ich keinesfalls nachvollziehen. Bei mir lief das Asus alles andere als problemlos. Das EVGA dagegen tut einfach seinen Dienst.
Ich würde das EVGA-Board dem Asus immer vorziehen. Allein schon wegen der um Welten besseren Sound-Lösung wegen.
Den ganzen Krempel des Asus-Boards brauche ich nicht.
Weniger ist manchmal mehr! In diesem Fall ganz gewiss!
#11
customavatars/avatar105791_1.gif
Registriert seit: 04.01.2009

Skarabäusfürst
Beiträge: 661
könnt ihr mir sagen wie ihr das Bios über DOS-Mode geflasht habt, bei meinem Z87 Classified klappt es nicht und EVGA Support ist sehr schlecht.
#12
Registriert seit: 01.11.2011
Landshut
Hauptgefreiter
Beiträge: 155
Wenn was nicht funktioniert und der Hersteller nicht sofort springt heißt es immer gleich schlechter Support. :shake:
Finde solche Aussagen echt schade.

USB Flash/DOS Drive Installation
Create a bootable disk.
Extract the above .zip file to your bootable disk.
From a DOS prompt, run fptdos.bat
Press Y in CAPITAL LETTERS to start the flash process
DO NOT TURN OFF POWER OR RESET DURING THE FLASH PROCESS
After the flashing is finished, shut the system down completely. Then power on again.
#13
customavatars/avatar105791_1.gif
Registriert seit: 04.01.2009

Skarabäusfürst
Beiträge: 661
Und wer ist dann Schuld bei einem 370€ Board ? Und der Support ist schlecht weil Sie mir nicht beim Problem helfen sonder einfach eine RMA anbieten.
#14
customavatars/avatar108709_1.gif
Registriert seit: 17.02.2009
Sachsen, Brandis b. Leipzig
Admiral
Beiträge: 16815
Final Edit: Ich sag langsam nix mehr dazu...


War jetzt erstmal nen Frontpanel anschließen... ab jetzt bitte ich auf jeden Fall die Leute, nichts einzubauen bevor ich da bin. Das ich nen I/O Frontpanelheader übersehen habe ist mir ehrlich gesagt noch nie passiert... - Peinlich! :-[
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