> > > > MSI Z87 XPower im Test

MSI Z87 XPower im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 5: BIOS und Overclocking

BIOS

Der BIOS-Versionsunterschied war schon deutlich. Auf dem Board war noch eine Version vor dem First Release-BIOS installiert. Aktuell gibt es bereits die Version V1.2, die wir auch schleunigst per Instant-Flash-Feature problemlos geflasht haben. In der Version V1.2 sind folgende Verbesserungen von MSI implementiert worden:

  • Update CPU Micro Code
  • Update GOP Driver to 5.0.1035
  • Update USB modules version to v. 4.6.3_USB_08.10.28
  • Update MFLASH module
  • Update MSI Multi Language module
  • Improved memory compatibility
img_4.jpg
Das UEFI vom MSI Z87 XPower.

Die Grundstruktur der UEFI-Oberfläche beim Z87 XPower ist mit den anderen aktuellen Sockel 1150-Mainboards von MSI absolut identisch. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben wird zu jedem Zeitpunkt also auch beim Z87 XPower das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz, die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "OC Genie"-Button ist dabei auch wirklich mit der Maus klickbar, sodass diese Funktion dann auch aktiviert ist.

Der erste Punkt von den insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt dem Overclocking-Enthusiasten keine Wünsche offen. Dazu aber später mehr. Die integrierte Instant-Flash-Funktion hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe sieben Lüfter gesteuert werden. Jeweils per Schieberegler können die minimalen und maximalen Temperaturen in Verbindung mit den minimalen und maximalen Lüftergeschwindigkeiten in Prozent fixiert werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Overclocking, die Paradedisziplin schlechthin für das Z87 XPower, bzw. sollte es eigentlich sein. Wer sich für das Board entscheidet, sollte schon das Verlangen nach absolut maximaler Übertaktung haben, denn dieser Proband kommt mit einer immensen Anzahl an Funktionen und Features daher, die selbst für den durchschnittlichen User mit Overclocking-Interesse zu übertrieben sind. Damit sind nicht nur die üblichen Einstellungen für die Taktfrequenzen und Spannungen gemeint, sondern erweiterte Funktionen, die man sonst eher selten in einem UEFI-BIOS auffindet. Alleine für das DRAM Training sind 28 spezielle Einstellungen vertreten (BIOS-Screenshot 24), weitere 23 Einstellungen alleine für das VRM-Design.

Der BCLK kann von 90 MHz bis 300 MHz in 0,06-MHz-Intervallen verändert werden. Dies bietet eine Menge Spielraum, um auch den maximalen Grundtakt auszuloten. Die CPU-Spannung selbst kann entweder im Adaptive-, Override- oder Offset-Modus festgelegt werden. In den ersten beiden Modi lässt sich die VCore von 0,800 Volt bis 2,100 Volt fixieren. Im Offset-Modus hingegen kann die CPU-Spannung von 0,001 Volt bis 0,990 Volt in beide Richtungen variabel eingestellt werden. Die Intervalle betragen jeweils 0,001 Volt. Alle weiteren Overclocking-Eigenschaften können der übersichtlichen Tabelle entnommen werden:

Die Overclocking-Funktionen des MSI Z87 XPower in der Übersicht
Base Clock Rate 90 MHz bis 300 MHz in 0,05 MHz/0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,300 V bis 2,400 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 3,040 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,700 V bis 1,800 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH 1,5V, PLX 1,8V, PLX 0,9V, DDR_VREF_CA, DDR_VREF_DQ_A,
DDR_VREF_DQ_B
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 55 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans,
VR 12VIN OCP Expander, CPU Phase Control, CPU Switching Frequency,
CPU Power Duty Control

Eines vorweg: Wir konnten den Core i7-4770K lediglich mit dem 1.0-CPU-Strap übertakten. Hierbei gelang es uns, die Taktfrequenz auf 4,7 GHz zu steigern. Die Spannung musste zu diesem Zeitpunkt 1,281 Volt betragen, um das System stabil betreiben zu können. Es ist äußerst verwunderlich, dass das Z87 XPower soviel Spannung benötigt hat. 4,8 GHz konnten nicht stabil betrieben werden.

img_4.jpg
Bestes Ergebnis: 4,7 GHz bei 1,281 Volt.

In Verbindung mit dem Z87 XPower hatten wir eine weitaus geringere Spannung erwartet. Da wir lediglich die Grundfunktionen im Overclocking-Bereich kontrollieren, könnte das Ergebnis mit den üppigen Einstellungsmöglichkeiten positiv beeinflusst werden.

Aber auch das Overclocking-Verhalten beim Arbeitsspeicher haben wir uns angeschaut. Wir haben neue RAM-Module für Overclocking-Zwecke besorgt: Corsair XMS3 Dominator Platinum DDR3-2800. Herausgekommen ist folgendes Ergebnis:

img_4.jpg
Ein höherer Takt war bis auf Weiteres nicht drin.

Zwar konnte die spezifizierte RAM-Taktfrequenz von effektiven 2800 MHz nicht erreicht werden. Dafür jedoch reichte es immerhin für 2666 MHz und wir konnten die Latenzen etwas schärfen.

Etwas überraschend mussten wir feststellen, dass auf dem beiliegenden Datenträger keine Software zur Übertaktung vorhanden war. Das sonst beiliegende MSI/Intel Extreme Tuning Utility steht dafür auf MSIs Webseite zum Z87 XPower zum Download bereit. Im Artikel zum MSI Z87 MPower MAX haben wir zu dem Utility bereits ein paar Worte geschrieben.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich alle BIOS-Screenshots einsehen: