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ASRock Z87 Extreme9/ac im Test

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Seite 9: Fazit

ASRock hat dem Markt mit ihrem Z87 Extreme9/ac ein sehr gutes Produkt bereitgestellt, das in zwei Bereichen besonders überzeugen kann: Zum einen bei den zahlreichen Anschlüssen und Onboard-Chips, zum anderen beim Overclocking.

Die gute Overclocking-Leistung verdankt es gleich einer Reihe von Features: Hier sind die zwölf Phasen zu nennen, die eine Menge Potenzial aufzuweisen haben. Unterstützend dazu ist das UEFI vollgepackt mit umfangreichen Overclocking-Einstellungen und auch auf dem PCB wurde das eine oder andere OC-Feature in Form eines Power- und Reset-Buttons, einer Debug-LED und eines BIOS-Switches sowie eines CMOS-Clear-Buttons (I/O-Panel) hinzugefügt. Einzig auf Spannungsmesspunkte wird der Interessent nicht treffen. Das allerdings ist weniger tragisch, da es sich bei diesem Exemplar um kein Modell aus der Overclocking-Serie handelt.

Daneben kommt auch leidenschaftliche Gamer auf ihre Kosten: Für die Grafikbeschleunigung steht dem Anwender jede aktuell verfügbare Option offen. Das garantieren die fünf verfügbaren PCI-Express-x16-Slots der dritten Generation. Durch die Lane-Erweiterung des PEX8747 können bis zu vier Grafikkarten ohne Probleme an das System gekoppelt werden. Davon abgesehen ist aber auch noch ein PCIe-2.0-x1-Slot anwesend und nutzbar, sofern von Multi-GPU Abstand genommen wird. Wahlweise kann auch die integrierte GPU aus der Haswell-CPU mit dem verfügbaren HDMI- und/oder DisplayPort-Grafikausgang genutzt werden - aber wer möchte das schon bei so einem Luxus-Board.

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Für die generelle Systemerweiterung gehören jeweils zehn SATA-6G- und USB-3.0-Schnittstellen und dazu nochmal weitere neun USB-2.0-Anschlüsse zur Grundausstattung des Z87 Extreme9/ac. Hinzu kommen zwei Gigabit-LAN-Ports über zwei Intel-Netzwerkcontroller, die auch via Teaming-Funktion zusammengeschaltet werden können. Für die nötige Portion Sound hat sich ASRock auch etwas Extravagantes einfallen lassen. Hinter der eigens genannten "Purity Sound"-Lösung verbirgt sich der Realtek ALC1150, der von zwei TI NE5532-Chips (einer als Kopfhörerverstärker bis 600 Ohm und ein weiterer als Differential-Codec) begleitet wird. Als absolutes Schmankerl gehören die beiden Thunderbolt-Anschlüsse am I/O-Panel sowie die bereits vorinstallierte WLAN 802.11ac/Bluetooth 4.0-Mini-PCIe-Karte. Mithilfe des mitgelieferten Frontpanels, welches vier USB-3.0-Anschlüsse und einen SD-3.0-Slot bereithält, kann die WLAN- und Bluetooth-Funktion ohne Einschränkungen genutzt werden.

Hinter der Fassade kommt wieder das gut strukturierte UEFI-BIOS von ASRock zum Einsatz, welches erneut keine Mängel gezeigt hat und die Einstellungen ohne Kompromisse umgesetzt hat. Es lässt sich per Maus und Tastatur angenehm steuern. Softwareseitig gelangt das Steuerungs-Utility "A-Tuning" zum Erwerber dieses Mainboards, worüber einige Einstellungen und auch das Overclocking vorgenommen werden können. Besonders hervorzuheben und zu loben ist generell die erreichte Leistungsaufnahme, die trotz zwei PLX-Chips auf hervorragendem Niveau lag.

Bei den ganzen positiven Punkten und der Anschlussvielfalt gibt es natürlich einen Haken: Die Features treiben dafür natürlich den Preis nach oben. Aktuell ist das Z87 Extreme9/ac bei Amazon für etwa 330 Euro zu haben, was kein Pappenstiel ist. Spätestens jetzt sollte der Interessent genau überlegen, ob er all die ganzen Anschlüsse und anderen Features überhaupt gebrauchen kann oder ob nicht vielleicht doch ein günstigeres Modell, wie das ASRock Z87 Professional (zum Hardwareluxx-Test), für Zufriedenheit sorgt. Wer die ganzen Features wirklich gebrauchen kann, wird mit dieser Platine sicherlich glücklich werden.

Positive Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme9/ac:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer starken CPU-Spannungsversorgung und umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • luxuriöse Ausstattung, u.a. zehn SATA-6G- und 12 USB-3.0-Schnittstellen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an fünf PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, sehr gute Stabilität und exzellente Effizienz
  • Mini-PCIe-Slot (bereits belegt) und Dual-Gigabit-LAN
  • zwei Thunderbolt-Buchsen
  • WLAN 802.11ac/Bluetooth 4.0-Karte inkl. Frontpanel
  • sehr gute Audio-Lösung

Negative Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme9/ac:

  • hoher Preis
  • Debug-LED wird bei Multi-GPU überdeckt

Aufgrund der Überzahl an Anschlussmöglichkeiten sowie der hervorragenden Effizienz erhält das ASRock Z87 Extreme9/ac von uns den Excellent Hardware-Award. Gerade die Bewältigung der Leistungsaufnahme mit gleich zwei PLX-Chips ist schon eine Herausforderung. Wer vermehrt auf die neuere Thunderbolt-Technolgie zurückgreift, könnte auch auf das Z87 Extreme9/TB20 warten, welches abgesehen vom neuen Thunderbolt 2-Controller dieselben Eigenschaften aufweist.

Alternativen? Wenn wir beim nahezu selben Preis bleiben, könnte alternativ auch zum ASUS Maximus VI Extreme (zum Hardwareluxx-Test) gegriffen werden, welches auch eine gute Ausstattung und einige weitere Gimmicks mitbringt. Preisgünstiger geht es natürlich immer, auch wenn dabei die Ausstattung etwas geringer ausfällt. Aber gerade für die Anwender, die die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten nicht gebrauchen können, werden dadurch einiges an Geld einsparen.

 

Persönliche Meinung

Das ASRock Z87 Extreme9/ac ist ein interessantes Produkt mit viel Schnickschnack, was die aktuelle Technologie für den Endkunden-Bereich zu bieten hat. Gerade, wenn der Geldbeutel es hergibt und die ganzen Anschlüsse sinnvoll eingesetzt werden, wird dieses Board sicherlich vermehrt auf der Wunschliste stehen. Für die meisten Menschen, die sich einen neuen Computer zusammenbasteln oder basteln lassen, greifen vor allem aufgrund des hohen Preises zu günstigeren Modellen, die in ihrer reinen Funktionsweise auch dieselben Performance-Ergebnisse liefern. (Marcel Niederste-Berg)