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Test: Gigabyte GA-Z77X-UP4 TH

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Seite 9: Fazit

Bereits das kleinste Modell Z77X-UP4 TH aus Gigabytes neuer Thunderbolt-Serie kann überzeugen. Mit einer soliden CPU-Spannungsversorgung, bestehend aus zehn Phasen, kombiniert mit ausreichenden Overclocking-Funktionen, ist diese neue Platine nicht nur für Thunderbolt-Fans interessant, sondern kann auch uneingeschränkt zum Übertakten der CPU und des Arbeitsspeichers verwendet werden. Beim kleinsten Modell muss allerdings auf Overclocking-Extras, wie eine Debug-LED, diverse Buttons zum Zurücksetzen und auf Spannungsmesspunkte verzichtet werden. Dies sind aber alles Nice-to-have-Funktionen, auf die man auch zur Not verzichten kann.

Von der Ausstattung her gibt es auch wenig zu meckern. Gigabyte hat das Z77X-UP4 TH mit drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots ausgestattet und es unterstützt auch eine 2-Wege-Multi-GPU-Konfiguration über AMDs CrossfireX- oder NVIDIAs SLI-Feature. Die Anbindung erfolgt ohne Umwege direkt über die CPU, die bekanntlich 16 Lanes zu bieten hat. Der dritte PCIe-3.0-x16-Slot ist elektrisch nur mit vier Lanes angebunden. Drei PCIe x1 sind auch vorhanden, diese teilen sich aber die Bandbreite einer einzelnen Lane über einen PLX-Chip.

An USB3.0-Schnittstellen hat das Z77X-UP4 TH gleich sechs Stück am I/O-Panel und zwei weitere über den einzigen internen Header aufzuweisen. Die Netzwerk-Anbindung erfolgt über den Realtek RTL8111F-Netzwerk-Controller, mit dem eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von 1 GBit/s kein Problem ist. Firewire als Zusatzschnittstelle befindet sich nicht auf der Platine.

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Über das I/O-Panel sind zusätzlich auch drei Grafik-Ausgänge erreichbar, um die interne GPU mit in den Alltag zu integrieren. Es handelt sich um jeweils einen HDMI-, DVI- und VGA-Ausgang. Nicht zu vergessen sind die beiden Thunderbolt-Anschlüsse. Neben teuren und schnellen Storage-Geräten lassen sich über diese natürlich auch Monitore anschließen.

Die Storage-Anschlussvielfalt sieht beim Gigabyte GA-Z77X-UP4 TH allerdings nicht überragend aus, denn Gigabyte belässt es bei den standardmäßigen sechs SATA-Konnektoren über den Intel Z77-Chipsatz, von denen zwei der SATA-6G-Spezifikation angehören. Selbst günstigere Sockel 1155-Mainboards aus dem eigenen Portfolio bieten mehr als sechs SATA-Anschlüsse. Dafür befindet sich auf dem Mainboard ein mSATA-Slot, in dem man eine platzsparende mSATA-SSD installieren kann. Einziger Nachteil an der Sache: Der 5. SATA-Port wird unbrauchbar, sofern der mSATA-Slot belegt ist. Verzichtet wird also generell auf zusätzliche SATA-Controller, wobei zumindest ein weiterer dem UP4 sicherlich nicht geschadet hätte - aber auf der anderen Seite werden die meisten Anwender mit sechs Anschlüssen auskommen.

Es hat auch seinen Vorteil, wenn nicht zu viele Zusatzchips verbaut werden, denn in Sachen Effizienz kann das Z77X-UP4 TH richtig Punkte gutmachen. Im Leerlauf zeigt es eine hervorragende Effizienz und konkurriert mit dem MSI Z77A-GD80. Wenn es ans Eingemachte geht und man das System belastet, verbraucht es zwar mehr als die MSI-Platine, bewegt sich aber dennoch auf akzeptablem Terrain. Ebenfalls ein Vorteil bei dem neuen Gigabyte-Mainboard ist die integrierte Lüftersteuerung, die uns schon in vergangenen Tests zu Gigabyte--Mainboards überzeugen konnte. Generell kann das aktuelle UEFI-BIOS gefallen - die Bedienung fällt mit Tastatur gewohnt angenehm aus, mit der Maus allerdings ist das Gegenteil der Fall, wo Gigabyte noch etwas nachbessern müsste.

Unser Testkandidat ist ab ca. 170 Euro zu haben, was auf den ersten Blick zu viel vorkommen kann. Bedenkt man aber, dass auf dieser Platine zwei Thunderbolt-Schnittstellen dabei sind, relativiert sich der Preis auch wieder und ist insgesamt günstig anzusehen, wenn man die Thunderbolt-Technologie gleich oder in naher Zukunft einsetzen möchte. Für jemanden, der mit Thunderbolt nichts anfangen kann, macht der Kauf dieses Mainboards weniger Sinn und er sollte beispielsweise zum Gigabyte GA-Z77X-(U)D3H oder zum neuen GA-Z77X-UD4H greifen, was einmal günstiger ist und insgesamt sogar eine leicht bessere Ausstattung zu bieten hat.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-Z77X-UP4 TH:

  • hohe Leistungsfähigkeit mit solider CPU-Spannungsversorgung mit ausreichenden Overclocking-Funktionen
  • angemessene Ausstattung, u.a. zweimal Thunderbolt und acht USB-3.0-Anschlüsse
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots (nur mit Ivy Bridge-CPU)
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • gute Effizienz
  • Thunderbolt

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-Z77X-UP4 TH:

  • nur sechs SATA-Schnittstellen
  • wenig Zubehör

Gigabytes kleinstes Modell aus der UP-Serie, das GA-Z77X-UP4 TH, ist zweifelsohne ein qualitativ hochwertiges Mainboard mit einer standhaften CPU-Spannungsversorgung, sehr guter Gesamtperformance und einer überzeugenden Effizienz. Nur in Sachen Ausstattung muss es an manchen Stellen zurückstecken, bietet dafür aber gleich zwei Thunderbolt-Schnittstellen. Somit richtet sich das Gigabyte GA-Z77X-UP4 TH an den preisbewussten Anwender, der nicht auf die neue Thunderbolt-Technologie verzichten möchte.