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Test: ASUS Rampage IV Gene

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Seite 7: Stromverbrauch

Der Stromverbrauch eines Mainboards wird von drei Komponenten beeinflusst: Erstens ist dort die Onboard-Ausstattung, denn wenn viele Features, Zusatzchips und Extra-PCIe-Brücken auf dem Mainboard verbaut sind, steigt natürlich durch jede einzelne Komponente der Verbrauch minimal an. Am Ende summiert sich dies bei einigen Boards auf ein paar Extra-Watt. 

Als zweites ist das BIOS zu nennen und die Genauigkeit, mit dem ein Hersteller die Vorgaben vom CPU-Hersteller bezüglich der Stromspartechniken, dem Turbo-Betrieb und eventueller Spannungs-Einstellungen umgesetzt hat. Hier schlampen einige Hersteller oftmals mit der Aktivierung der C6/C7-Betriebsmodi, aber auch der Turbo-Betrieb wird oftmals so aktiviert, dass er häufiger einsetzt, als der CPU-Hersteller es vorsieht. Damit ist die Performance zwar höher, aber auch der Stromverbrauch.

Der dritte Punkt - und letztendlich der größte Einflussfaktor - für einen guten oder schlechten Stromverbrauch ist die Spannungssteuerung des Mainboards. Hier kann der Mainboardhersteller durch eigene Entwicklung einen Vorteil erlangen. So übertrumpften sich ASUS und Gigabyte jahrelang mit mehrphasigen Spannungsversorgungen und besonderen Techniken wie beispielsweise EPU. Durch den geringen Platz, den ein Mainboardhersteller beim Sockel 2011 besitzt, wird eine 24-stufige Spannungsversorgung aber verhindert - insofern müssen sich die Hersteller meistens mit acht Phasen für die CPU-Spannung und weiteren drei Phasen für die VCC-Spannung genügen. Hinzu kommen meistens je zwei getrennte Phasen für die Speicherkanäle.

ASUS verbaut auf dem Rampage IV Gene eine sehr hochwertige digitale Spannungsversorgung und nennt diese Extreme Engine Digi+ II. Sehr gut ist diese auf dem folgenden Bild zu sehen: Links befinden sich drei Phasen für die VCC/Uncore-Spannung, rechts acht Phasen für die CPU. Diese werden von ASUS TPU-Chips angesteuert.

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Die Spannungsversorgung des Boards
ist digital ausgeführt und entspricht aktuell
modernsten Standards.

In der Tat kann ASUS so wenig verkehrt machen: Die Spannungen können schnell je nach Nutzen angepasst werden, es wurde auf effiziente Umsetzung geachtet und sie ist auch fürs Overclocking ausreichend stark. Mehr Phasen sind zwar praktisch, wenn noch mehr potentielle Power zur Verfügung gestellt werden soll, es leidet aber meistens die Effizienz. So hatten wir schon einige vierphasige Intel-Platinen, die - da sie die CPU-Norm vollkommen einhielten - sehr stromsparend waren, aber sich natürlich nur begrenzt zum Übertakten eigneten.

ASUS wählt also einen hochwertigen Mittelweg. Zudem hat man die Stromsparmechanismen sehr gut implementiert und der Turbo-Betrieb zeigte sich in unserem Test auch nicht von der widerspenstigen Seite. Das Board könnte also durchaus überzeugen, da es auch keine stromfressenden Brücken-Chips besitzt und die Ausstattung eher moderat gehalten ist.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last und mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast. Die Onboard-Komponenten haben wir dabei aktiviert, es ist also weiteres Sparpotential bei allen Mainboards vorhanden. Entsprechende Stromsparmechanismen wurden aber alle aktiviert (sofern vorhanden), auch wenn diese bei Load BIOS Defaults nicht korrekt aktiviert waren.

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Leistungsaufnahme Idle

ASUS liegt mit dem Rampage IV Gene auf gutem Niveau. Verglichen mit den Boards aus unserem Hefttest liegen nur das Gigabyte Assassin 2, das Intel DX79SI und das MSI X79A-GD65(8D) besser. Das Gene liegt auf demselben Niveau wie das ASUS Sabertooth X79 - das eine ähnliche Ausstattung besitzt. Die Spannung lag mit unserer CPU hier bei 0,984 Volt.

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Leistungsaufnahme Load

Unter Last liegt das Board mit seinen 234,4 Watt auf sehr gutem Niveau - hier können nur noch das Intel DX79SI und das Sabertooth X79 mithalten. Alle anderen Platinen besitzen eine etwas höhere Leistungsaufnahme, teilweise aufgrund von einer besseren Ausstattung, teilweise aber auch aufgrund der verwendeten CPU-Spannung, die ASUS mit 1,232 V recht human ansetzt. Einige andere Platinen lagen hier mit 1,28 V höher - und verbrauchten dann natürlich auch mehr Strom. 

Der Stromverbrauch des Boards ist also im Endeffekt sehr gut. Darauf achten sollte man, dass das EPU-Setting im BIOS aktiviert ist, etwas tunen kann man auch noch durch die Festsetzung der DRAM-Spannung, die ASUS bei einigen Speichermodulen gerne einmal auf 1,65 V festsetzt. Letztendlich hat das Board aber schon bei Standardeinstellungen einen guten Stromverbrauch. Den einzigen Schwachpunkt hat das Gene im ausgeschalteten Zustand: Hier konsumiert es 1,4 Watt, wenn die LEDs des SupremeFX III Sounds aktiviert sind. Schaltet man diese im BIOS aus, ist im ausgeschalteten Zustand der Verbrauuch auch <1 Watt und im guten Bereich.