> > > > Test: ASUS Rampage IV Gene

Test: ASUS Rampage IV Gene

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 5: Overclocking

Als Micro-ATX-Mainboard könnte man davon ausgehen, dass ASUS nur eine geringfügige Overclocking-Auswahl zur Verfügung stellt - im Endeffekt unterscheidet sich das Board aber bei den gebotenen Features kaum von den großen Overclocking-Boards Rampage IV Extreme und Co. Übertakter werden somit auch das kleine Gene durchaus für Rekorde nutzen können. Letztendlich muss ASUS bei dem aufgerufenen Preis auch umfangreiche Optionen zur Verfügung stellen.

Mittlerweile bei jedem Mainboard vorhanden sind stufenlose Einstellungsmöglichkeiten für die Base Clock Rate, die sich seit Einführung der CPU-Strap-Funktion auch wieder zum Übertakten nutzen lassen. Der Multiplikator ist natürlich bei den "K-CPUs" sowieso frei wählbar, weshalb Anwender der Top-CPUs von Intel mit dem Multiplikator effizienter übertakten können. Bei allen gelockten CPUs ist es nur möglich, den Multiplikator im Bereich des maximalen Turbo-Betriebs hinaufzusetzen, der Rest muss dann über die Base Clock Rate übernommen werden.

Bei den Spannungen liefert das Rampage IV Gene wie viele aktuelle Boards mehr, als für die Hardware verträglich wäre. Wichtiger als die höchstmögliche Spannung ist mittlerweile aber auch, ob die Spannungen sauber auf einem hohen Niveau gehalten werden können und die Einstellungsmöglichkeiten so genau wie nur machbar umgesetzt werden. Dies ist beim Gene auch kein Problem: Neben diversen Einstellungen für die Loadline-Calibration und den vielfältigen Justierungsmöglichkeiten für die Spannungswandler lassen sich auch sämtliche Spannungen im Millivolt-Bereich einstellen. Besonders erfreulich ist auch, dass ASUS Offset-Spannungen anbietet, wie sie die SVID (VRM12) vorsieht.

Für das Übertakten sind natürlich die Features am wichtigsten, die wir im Folgenden auflisten:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz, stufenlos, in 0,1-MHz-Schritten
mit CPU Strap (100, 125, 166 und 250 MHz)
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,8 bis 2,1 V in 0,005-V-Schritten,
Offset VCore-Mode: +/-0,05 bis +/-0,625 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 bis 2,1 V in 0,005-V-Schritten (jeweils CHA/CHB und CHC/CHD)
CPU VTT-Spannung 0,8 V bis 1,7 V in 0,00625-V-Schritten (VTT CPU)
0,806 bis 1,705 V in 0,00661-V-Schritten (2nd VTTCPU)
CPU PLL-Spannung 1,25 bis 2,50 V in 0,00625-V-Schritten
CPU SA-Spannung Fixed Mode: 0,8 bis 1,7 V in 0,005-V-Schritten
Offset VCore-Mode: +/-0,005 bis +/-0,625 V in 0,005-V-Schritten
PCH-Spannung 1.1 V: 0,80 bis 1,6 V in 0,00625-V-Schritten
1.5 V: 1,20 bis 2,3 V in 0,00625-V-Schritten
1.1 VG: 0,806 bis 1,606 V in 0,00661-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DRAM Reference Voltages, DRAM Termination
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x20 (2er-Schritte),
entsprechend DDR3-800 bis DDR3-2666
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Core Current Limit - nicht einstellbar, automatisch -
Weitere Besonderheiten

EZ Flash II, AI Overclock Tuner, CPU Level Up, Extreme Tweaker, Digi+ Power Control, ProbeIT, TurboV Evo Tool, MemTweakIT, Load Line Calibration, Spread Spectrum, sämtliche Stromspar-Modi

Praktisch sind hier immer wieder O.C. Profile, mit denen man unterschiedliche Settings zwischenspeichern kann. Sicherheitsfeatures sind auch vorhanden: ASUS hat die COP Ex Overheat Protection integriert, weiterhin soll ASUS C.P.R. CPU Parameter Recall dazu verhelfen, dass das Board bei fehlerhaften Overclocking-Einstellungen wieder startet.

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

Die Funktionsvielfalt eröffnet einem tolle Möglichkeiten zum manuellen Übertakten, aber ASUS bietet auch automatisierte Varianten (CPU Level Up) und Möglichkeiten, unter Windows zu übertakten (TurboV Evo). Insgesamt ist es kein Problem, seine CPU und seinen Speicher mit dem Mainboard ans Limit zu treiben. 

IMG 7222
Hilfreich beim Übertakten: Die Debug-LED gibt
Auskunft, wenn man es übertrieben hat, die Voltage-
Messpunkte dienen zur Spannungskontrolle.

Mit unserer Core i7-3960X-CPU haben wir natürlich auch versucht, das Board bis ans Limit zu übertakten. Herausgekommen ist mehr oder weniger das Limit unserer CPU bei 4,9 GHz, das wir schon bei mehreren Mainboards erreicht haben. Einen höheren Takt erreichen wir mit dem Standard-Kühler (Intel Wasserkühlung) nicht, da die CPU bei zu hoher Spannung zu warm wird.

overclockinggene
Kein schlechtes Resultat: Das ASUS-Board lieferte ohne
Probleme den höchstmöglichen Takt bei Luftkühlung
mit unserer Core i7-3960X-CPU.

Wirklich interessant sind die Tools, die ASUS anbietet, um dem Anwender eine möglichst umfassende Information über sein System zu geben und gleichzeitig das System bestmöglich tweaken zu können. Die folgenden Screenshots zeigen die Tools CPU Level Up und TurboV Evo zum Übertakten des Systems, weiterhin Fan Expert zum Einstellen der Lüfter, MemTweakIT zum Tunen der Speichertimings, Sensor zur Überwachung des Systems und Evo für die Stromspareinstellungen.

aisuitegene
Über die AI Suite II werden die Programme aufgerufen.
ASUS hat alle Tools in eine Leiste integriert, um diese
schnell aufrufen zu können.
turboevogene
TurboV Evo: Mit dem Tool lassen sich die Frequenzen
und Spannungen für viele Dinge direkt unter Windows
einstellen - teilweise auch ohne Reboot.
cpulevelupgene
Die einfachere Variante ist "CPU Level Up".
Hier gibt es drei relativ sichere Einstellungen,
die mit allen CPUs funktionieren sollten. 
evogene
Mit EPU ist es möglich, das Stromsparverhalten
des Systems zu ändern - beispielsweise durch größere
Absenkung der CPU-Spannung im Leerlauf. 
fanexpertgene
Die Ansteuerung der CPU-Lüfter und Gehäuselüfter kann
man mit Fan Expert ändern. Ist ein Lüfter also mit einer
ungünstigen Frequenz angesteuert, kann man dies ändern. 
sensorgene
Typisches Hardwaremonitoring: Mit Sensor
lässt sich ein Blick auf jede Spannung und alle
Temperaturen im System werfen.
memtweakitgene
Praktisch zum Tunen des Speichers: Wenn das
System bis in letzte Detail getuned werden soll,
lassen sich hier die Subtimings schnell ausprobieren. 

Erfreulich ist es, dass ASUS trotz guter Overclocking-Fähigkeiten nicht einen aktiven Lüfter auf dem Mainboard einsetzt, wie dies beispielsweise beim ASRock X79 Extreme9 der Fall ist. Diese kleinen Lüfter sind zwar temperaturgesteuert und im Vergleich zu älteren Chipsatzlüftern deutlich leiser, aber im Laufe der Lebenszeit eines Mainboards kann sich dies verändern. Wenn das Lager erst einmal ausgeschlagen ist, brummt dann auch der leiseste Chipsatzlüfter lauter.

IMG 7223
Die Heatpipes des Rampage IV Gene:
Ausreichende Kühlung der MOSFETs und
des Chipsatzes - und das passiv.

In unserem Test lief der Chipsatz auch meistens mit einer Temperatur unter 45 °C und die MOSFET-Umgebungstemperatur lag bei 36 - 38 °C - und demnach waren beide Temperaturen weit ab von gefährlichen Bereichen. Das kann sich natürlich ändern, wenn die Gehäusebelüftung schlecht ist und/oder mehrere Grafikkarten zum Einsatz kommen und so die Zuführung der Luft gestört ist. Hier sollte man dann ein wenig die Temperaturen im Auge behalten.

Nun geht es an den Test - wir fühlen dem Rampage IV Gene auf den Zahn.