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Test: ASUS Maximus IV Extreme-Z

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Seite 5: Overclocking

Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. ASUS dürfte zusammen mit Gigabyte immer noch das beste Image im Bereich Overclocking haben, auch wenn andere Marken wie insbesondere ASRock fast gleichgezogen haben. Da das Maximus IV Extreme-Z sich genau wie schon sein Vorgänger als "das" High-End-Overclocker-Board verkauft, ist hier von einer guten Overclocking-Performance auszugehen.

Das Maximus IV Extreme-Z erlaubt eine Veränderung der Base Clock Rate in 0,1 MHz-Schritten von 80 bis 300MHz, wenn auch diese Spanne mit Sandy-Bridge-Prozessoren nicht annähernd genutzt werden kann. Die CPU-Kernspannung lässt sich wahlweise über Fix- oder Offset-Werte anpassen, wobei bei Benutzung von letztgenannten Modus auch die Stromspar-Features inklusive der Spannungsabsenkung im Idle gut funktionieren. Für die CPU lässt sich eine Loadline Calibration in fünf Stufen festlegen und auch für die iGPU lässt sich eine derartige Funktion zuschalten. Darüber hinaus kann man diverse Parameter der Spannungswandler steuern, darunter auch Optionen wie die Schaltfrequenz, die Ansteuerung der MOSFETs und die Phasensteueung. Platz genug für Feintuning ist auf alle Fälle vorhanden, auch wenn diese Möglichkeiten sicher nur von wenigen Usern tatsächlich genutzt werden.

Gute Konfigurationsmöglichkeiten und eine leistungsstarke CPU-Spannungsversorgung machen das ASUS Maximus IV Extreme-Z zu einem sehr guten Overclockerboard.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS Maximus IV Extreme-Z in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,635 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,00625-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,800 V bis 1,700 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,00625-V-Schritten
PCH-Core-Spannung 0,808 V bis 1,709 V in 0,013-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannunge

IGPU Voltage, Additional Turbo Voltage (+0,004 V bis +1,000 V), NF200, PCH PLL, DRAM REF 4x, Skew Driving

Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar, 28 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST, zusätzlich ein "EPU Power Saving Mode" (Absenkung CPU-Spannung)
Turbo-Modus (Auto, All Cores, By number of active cores)
Turbo-Modus Parameter: Core Current Limit (CPU, IO), Power Limit (Short, Long, Additional Turbo Voltage
Load-Line Calibration für CPU (5 Level, Auto) und iGPU (Ein, Aus, Auto)
DIGI+ VRM/POWER Control: 16 Optionen zur Steuerung der Spannungswandler (z.B. Schaltfrequenz, Loadline Calibration, Steuermodi)
Flash-Tool ("Instant Flash"), erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und Chassis-Fan sowie drei optionale Fans

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen.

ASUS spricht mit dem Maximus IV Extreme-Z in Sachen Overclocking durchaus eine breite Käuferschicht an, auch wenn das Board aufgrund seiner Möglichkeiten sicher auf fortgeschrittene User ausgelegt wurde. Aber auch User, die nur über OC-Grundkenntnisse verfügen, sollten mit dem Maximus IV Extreme-Z gut klarkommen, denn die Automatik-Einstellungen vieler Optionen liefern brauchbare Ergebnisse. Damit ist nicht das "automatische Übertakten" oder das Aktivieren von voreingestellten OC-Profilen gemeint, sondern vielmehr die Tatsache, dass man nicht jede Nebenoption händisch nachregeln muss. Für beste OC-Ergebnisse kommt man erfahrungsgemäß nicht um eine manuelle Konfiguration herum.

Bei unseren Overclocking-Versuchen zeigte das Maximus IV Extreme-Z eine solide Performance und erlaubte unserer luftgekühlten Test-CPU ohne Probleme das Überspringen der "5 GHz-Hürde". Wir konnten wie auf anderen bereits getesteten Mainboards einen CPU-Takt von 5,2 GHz erreichen, wobei dieser aber aufgrund von vorhandener Kühllösung und CPU-Güte nicht "prime-stable" auf allen Kernen war. Im Zusammenspiel mit einem ausgiebigen Test bei 4,8 GHz lässt sich aber daraus ableiten, dass das Board mit höheren Frequenzen kein Problem hat und auch die Stabilität der CPU-Spannungsversorgung außer Frage steht. Im Testverlauf blieb das Board auch recht kühl, von daher verdient das Maximus IV Extreme-Z in der Disziplin Overclocking eine gute Note.

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Wie bereits erwähnt, lässt sich der Turbo-Betrieb des Maximus IV Extreme-Z ausgesprochen gut konfigurieren, da sich für die vier Lastfälle die Multiplikatoren wahlweise auch einzeln einstellen lassen oder über einen gemeinsamen Multiplikator gesteuert werden können. Unglücklich ist nur, dass sich das Board mit Defaulteinstellungen im Auto-Modus nicht an Intels Vorgaben mit den abgestuften Turbo-Multiplikatoren von x35 bis x38 hält, sondern für alle Lastfälle einen gemeinsamen Multiplikator von x38 verwendet. In der Praxis ist dieses minimale Overclocking eher praktisch, aber für Benchmarks bei Standard-Takt ist es eher hinderlich.

Das Overclocking geht beim Maximus IV Extreme-Z insgesamt leicht von der Hand, zumal das Board auch insgesamt einen sehr stabilen Eindruck macht.