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Test: ASUS P8P67-M Pro - Overclocking

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Seite 5: Overclocking

Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Außerdem ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. ASUS kann im Bereich Overclocking auf eine lange und ausgiebige Erfahrung zurückgreifen, welche man beim P8P67-M Pro auch bemerkt. Klar ist natürlich, dass das P8P67-M Pro allein schon aufgrund der Hardware nicht mit den Spitzenmodellen in Standard-ATX-Bauform mithalten kann, welche mit stärkeren Spannungswandlern ausgerüstet sind. ASUS hat dem P8P67-M Pro aber alle wesentlichen Features mitgegeben, um problemlos mittlere OC-Ergebnisse zu erzielen, also beispielsweise CPU-Taktfrequenzen bis zu 5 GHz bei moderat erhöhter Kernspannung, sofern die jeweilige CPU es erlaubt.

Beim UEFI-BIOS des P8P67-M Pro sind alle wesentlichen Optionen vorhanden und auch in Sachen Bedienung präsentiert es sich ausgesprochen positiv. Für extremes Overclocking ist es nicht vorgesehen, daher fehlen auch entsprechende Optionen. Auch lassen sich mit VCore- (Offset plus Additional Turbo Voltage), DRAM-, VCCIO- und PCH-Core-Spannung relativ wenige Spannungen einstellen, aber für 90% der Overclocker dürfte dies auch völlig ausreichen. Im Test schien das P8P67-M Pro die weiteren Spannungen gut selbst im Griff zu haben. Positiv ist, dass sich über zwei Dutzend Speicherparameter konfigurieren lassen. Wie bei anderen ASUS-P8P67-Boards ist der Turbo-Modus gut zu konfigurieren, denn es besteht ebenso die Möglichkeit, die Turbo-Multiplikatoren in Abhängigkeit der belasteten Kerne festzulegen.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS P8P67-M Pro in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Offset-Mode: -0,315 bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,185 bis 2,135 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,735 V bis 1,685 V in 0,005-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
-
PCH-Core-Spannung
0,735 bis 1,685 V in 0,005-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
-
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar, 24 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt
Core Current Limit
-
Weitere Besonderheiten

UEFI-Bios mit zwei Ansichten (EZ, Advanced)
Settings speicherbar in Profilen, Load Line Calibration, Spread Spectrum, Auto-OC-Funktion
EPU Energiesparfunktion (4 Stufen), sämtliche Stromspar-Modi
Turbo-Modus (auto, by all cores, by per core)
Turbo-Modus Parameter: Power Limit Long/Short, Current Limit, Duration, Additional Turbo Voltage
CPU- und Chassis-Lüfter konfigurierbar

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen und eine Übersicht über die Funktionen der ASUS AI Suite.

Mit an Bord ist eine Funktion zum automatischen Overclocking, die aber erwartungsgemäß nur sehr bescheidene Ergebnisse liefern konnte. "OC Tuner" hat bei unserem Testsystem die CPU auf 4,33 GHz getaktet, wobei aber die BCLK um 5 MHz erhöht wurde und der Speicher auf DDR3-1866 MHz mit 2T Command-Rate lief. Da auch die Kernspannung der CPU mehr als nötig heraufgefahren wurde, ist das Gesamtergebnis des automatischen Übertaktens insgesamt eher als dürftig einzuordnen. Per Hand lassen sich bessere Ergebnisse erreichen, aber immerhin lief das System stabil.

Bei unseren Overclocking-Versuchen zeigte das ASUS P8P67-M Pro eine solide Performance und erlaubte unserer luftgekühlten Test-CPU ohne Probleme das Überspringen der "5 GHz-Hürde". Wir konnten wie auf anderen bereits getesteten Mainboards einen CPU-Takt von 5,2 GHz erreichen, wobei dieser aber aufgrund von vorhandener Kühllösung und CPU-Güte nicht "prime-stable" auf allen Kernen war. Im Zusammenspiel mit einem ausgiebigen Test bei 4,8 GHz lässt sich aber daraus ableiten, dass das Board mit höheren Frequenzen kein Problem hat. Im Bereich der Spannungswandler wurde das Board zwar recht warm, blieb unserer Meinung nach aber noch im unbedenklichen Bereich. In engen Gehäusen sollte man aber beim Übertakten auf etwas Luftbewegung um den Sockel herum achten.

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Wie bereits erwähnt, lässt sich der Turbo-Betrieb des P8P67-M Pro gut konfigurieren. Es besteht die Möglichkeit, entweder alle Kerne über einen gemeinsamen Turbo-Multiplikator laufen zu lassen, oder je nach Anzahl der belasteten Kerne individuelle Multiplikatoren festzulegen. Da das Board die CPU-Kernspannung nur per Offset-Wert verändern kann, funktioniert (bei aktivierter Speedstep-Funktion) auch jederzeit die Spannungsabsenkung bei niedriger Last. Verwendet man zum Übertakten unter Last die Turbo-Funktion, welches bei "Sandy Bridge" die beste und naheliegendste Option ist, lässt sich trotz Overclocking ein energiesparender Betrieb im Idle des Systems erreichen. Neben Speedstep funktionieren auch die weiteren Stromsparfeatures des P8P67-M Pro gut, was sich deutlich an den im Test gemessenen sehr niedrigen Energieverbrauchswerten zeigt.

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Eine Option zur Loadline Calibration ist vorhanden, allerdings lassen sich hier nicht unterschiedliche Stufen wie bei den P8P67-Platinen mit digitalen Spannungswandlern einstellen. Ein weiteres Feature des P8P67-M Pro ist die "EPU" genannte Funktion zur Energieeinsparung. Ist sie aktiviert, bietet sie neben einem Automatik-Betrieb drei Energiespar-Stufen an. Unserer Einschätzung nach verwendet EPU im Wesentlichen eine Absenkung der CPU-Kernspannung, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Im Abschnitt dieses Reviews über die Leistungsaufnahme des Boards haben wir uns einmal die je nach EPU-Einstellung vom Board gefahrenen VCore-Werte angeschaut. Overclocker werden sich vielleicht erinnern, dass die Spannung quadratisch in die Berechnung der Verlustleistung eingeht, daher ist eine Reduzierung der Kernspannung ein sehr effektives Mittel zur Verminderung der Leistungsaufnahme, zumindest unter Last. Da sich im Idle eine (gut konfigurierte) Sandy-Bridge-CPU zu großen Teilen "selbst abschaltet", ist das Energieeinspar-Potential hier natürlich nur sehr klein. Nicht erwähnenswert ist wohl auch die Tatsache, dass EPU nur im Betrieb ohne Overclocking interessant ist, denn beim Overclocking möchte man ja genau die "Reserven" der CPU zur Takterhöhung nutzen, die die EPU-Funktion zur Spannungsabsenkung verwendet. Und wer ein möglichst energiesparendes System zusammenstellen möchte, wird das "Undervolting" auch manuell vornehmen wollen. Im Betrieb bei Standard-Takt funktioniert EPU aber sehr gut und führt auch zu deutlichen Einsparungen beim Energieverbrauch.

Insgesamt kann das ASUS P8P67-M Pro hinsichtlich seiner Overclocking-Möglichkeiten überzeugen. Es eignet sich zwar nicht für extremes Overclocking, bringt aber für normale Taktsteigerungen alle nötigen Features mit und bis zum Erscheinen von neuen Platinen mit Z68-Chipsatz wird es vermutlich auch - mehr oder weniger - das einzige Micro-ATX-Mainboard für Sandy Bridge mit diesen Features bleiben.