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Sockel 775-Roundup Nr. 3

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Seite 5: Das ASUS P5AD2-E Premium - Bios und Stabilität

Das BIOS:

Das BIOS (Basic Input-Output System) ist mehr als 20 Jahre alt und damit die älteste Softwaretechnik innerhalb der PCs. Es wird in den ersten Sekunden nach dem Einschalten des PCs aufgerufen, der so genannten Pre-Boot-Phase, also noch bevor das Betriebssystem geladen wird. Allerdings gibt es das Bios nicht mehr lange, wie Intel mitteilt:

Der Firmware Foundation Code von Intel ist ein Ergebnis des Projektes mit Codenamen „Tiano“ und sorgt dafür, dass der Nachfolger des BIOS auf neuester Softwaretechnologie basieren wird. Er wurde speziell im Hinblick auf neue Ausstattungsmerkmale und Dienste entwickelt, zu denen beispielsweise die verbesserte Verwaltung und Betriebsfähigkeit sowie Schnittstellen für administrative Aufgaben gehören.

Bald brauchen wir uns also nicht mehr durch die blauen Menüs hangeln, um an die Hardwareeinstellungen zu kommen. Bislang bleibt das Bios aber der Grundstein für eine gute Gesamtperformance, auf die es bei den Mainboards im Allgemeinen ankommt. Auch werden hier alle wichtigen Drähte in Bezug auf Overclocking und Onboard-Features gezogen. Nun werden wir prüfen, wieviel Sorgfalt die Ingenieure bei der Programmierung dieses BIOS an den Tag gelegt haben.

Wie immer widmen wir uns zuerst visuell dem BIOS, das heißt wir schießen einige Screenshots, um den Aufbau und die einzelnen Funktionen des Menüs zu veranschaulichen:




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Im Folgenden halten wir die wichtigsten Bios-Funktionen und Besonderheiten fest:

ASUS hat hier beim ASUS P5AD2 Premium in den letzten Wochen toll nachgelegt - in der Bios Version 1006 hatte man schlussendlich fast alles im Griff, was wir vormals kritisiert hatten. Selbst ein Setting für die Herabsetzung des Pentium 4 Multiplikators auf 14x war enthalten. Allerdings sind immer noch einige Kritikpunkte enthalten, die wir auch beim ASUS P5AD2-E Premium erneut wiederfinden. Das von uns verwendete Bios scheint zudem auf einem etwas früheren Bios des P5AD2 Premium zu basieren, da einige Funktionen nicht integriert waren oder noch nicht zuverlässig funktionierten.

Die Feature-Liste ist beim ASUS P5AD2-E Premium noch länger geworden. Wir sind aber der Meinung, dass es besser wäre, erst einmal die Löcher zu stopfen, anstatt neue Features zu integrieren. So wunderten wir uns wieder einmal über die Tatsache, das PEG Link Overclocking standardmäßig aktiviert ist und erst deaktiviert wird, wenn man im Bios "PEG Link Mode" auf Slow stellt. Dieses Setting sollte standardmäßig in dieser Form operieren und der Käufer sollte es nur bei Bedarf zuschalten dürfen.

Des Weiteren wunderten wir uns über merkwürdige Ergebnisse in CPU-Benchmarks. Hier lag das Board deutlich über der Konkurrenz, zeigte aber einen nur um 1% höheren FSB an. Also forschten wir etwas nach: Belasteten wir die CPU, so stieg der FSB um ein paar Prozent an, fiel dann aber ohne Last wieder auf Standardtaktung zurück. Dieses Verhalten kann man normalerweise nur bei aktiviertem dynamischen Overclocking beobachten, was wir aber komplett abgeschaltet hatten. Erst nach dem manuellen Einstellen von FSB, Spannungen, Speichersettings etc. war das Feature nicht mehr aktiv. Auch hier sollte ASUS darauf achten, dass das Setting definitiv abgeschaltet ist und nur auf Bedarf zugeschaltet werden kann.

Kritikpunkt Nr. 3 wäre beispielsweise die Q-Fan-Lüftersteuerung, die bei uns noch nicht funktionierte. Eine Einstellung auf eine Prozentzahl bewirkte nicht, dass sich unser Lüfter leiser drehte - bei einer CPU-Temperatur von 45°C und einer Zieltemperatur weit darüber drehte er weiter auf 100%. Auch hier muss ASUS noch nachbessern. Bedenklich war die Overvoltage bei unseren Prozessoren - beispielsweise zeigt das Board bei unserer Extreme Edition CPU fast 1,64V an, die auch tatsächlich anliegen. Maximal sollte die Extreme Edition bei 1,6V liegen, unser Modell ist auf 1,55V programmiert. Besonders bedenklich finden wir, dass ASUS im AI Booster und PCProbe hier 1,58V angibt und die CPU-Temperatur mit 29°C angibt - das verleitet den Käufer praktisch dazu, der CPU kräftig einzuheizen, obwohl sie schon heiss läuft.

Wieder einmal werden auch Speichertimings nicht übernommen - hier setzt ASUS wieder den Turbo-Modus ein und setzt 3-3-3-8 fest. Wie immer konnten wir deshalb mit unseren Corsair XMS2 PC5400 das Board nicht booten. Auch die Kingmax DDR2-533 liefen nicht in dem Board an, weil sie "nur" mit spezifizierten 4-4-4-8 stabil waren, aber mit 4-3-3-8 (ASUS-Einstellung) nicht anliefen. Aber diese Probleme kennen wir ja schon - der unbedarfte Käufer wird dabei dann wohl eher verzweifeln und Ärger bekommen, wenn er das als defekt betrachtete Board zurückschickt und der Versender keinen Fehler findet.

Unser Tipp an ASUS: Bis zur Version 1006 des Boards wollen wir keine neuen Features, sondern nur Bugfixing an den bereits gebotenen Features.

Für die Tests verwendeten wir 3-3-3-8-Settings und stellten das Board auf Turbo-Settings mit aktiviertem HyperPath 2. Sicherlich erreicht man diese Performance dann nicht mit jedem Riegel, aber wer sich ein derart ausgestattetes Board kauft, achtet in der Regel auch auf guten RAM. Wir verwendeten Corsair XMS2 DDR2-533, die auch bei 3-3-3-8 problemlos liefen:

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Ebenso zu empfehlen sind die Sieger aus unserem DDR2-Roundup, die Corsair ValueSelect DDR2-533. Mit dem Bios zusammenhängend sind natürlich die Themen Overclocking und Stabilität, die wir im Folgenden betrachten.

 

Die Stabilität:

Mangels PCI-Express x1-Karten können wir hier bezüglich der Kompatibilität natürlich noch keine großen Sprünge machen. Zumindest viele DDR2-Riegel haben wir bereits, um einen Blick auf Kompatiblität und Stabilität des Speichers zu werfen. Des Weiteren können wir natürlich die PCI-Buslast versuchen, klassisch in die Höhe zu treiben, um zumindest hier das System auszulasten und einen Eindruck auf die PCI-Performance zu bringen. Mit zwei Serial ATA-Festplatten, einer TV-Karte, einer Soundkarte und einer externen USB2.0/Firewire-Festplatte funktioniert dies auch recht gut. Auf Netzwerk-Benchmarks haben wir bislang übrigens verzichtet, weil uns kein hochwertiger Gigabit Ethernet-Switch zur Verfügung steht, um die Performance des Netzwerks gut zu messen.

Bei den allgemeinen Stabilitätstests muss das Board natürlich dann auch wieder mit unserem Testsetup mehrere Stunden unter Last laufen. Auch die Onboard-Features werden aktiv belassen, um mögliche Ressourcenkonflikte geradezu zu provozieren.

Zunächst also keinerlei Probleme mit dem ASUS P5AD2-E Premium.

Bezüglich der Speicherkompatibilität haben wir folgende Module testen können:

In unseren Stabilitätstests schnitt das Board noch gut ab, bei der Kompatibilität eigentlich auch - wir sind uns sicher, dass das Mainboard mit jedem Riegel laufen könnte, wenn es die Speichertimings gemäß JEDEC-Spezifikationen tatsächlich einstellen würde. Aktiviert man die SPD-Erkennung, so stellt das Board erst einmal auf 3-3-3-8 oder 4-3-3-8. Diese Timings können auch nicht manuell verändert werden, deshalb hat man aktuell keine Chance, die drei oben gezeigten Module stabil zum Laufen zu bekommen. Auch die Vermutung, es könnte an Turbo- oder HyperPath-Settings liegen, ist falsch - selbst wenn diese deaktiviert sind, fährt das Mainboard im Turbo.

Wie bekommt man die Module nun trotzdem zum Laufen ? Merkt das Board, dass es nicht starten kann, fährt es mit Failsafe-Settings hoch. Dann verwendet es auch hohe Timings für den Speicher. Anstatt jetzt zu versuchen, die Speichertimings zu verändern, sollte man den FSB hochsetzen - ab 205 MHz schaltet das Board die Turbo-Funktionalitäten aus und verwendet tatsächlich die Timings, die man eingestellt hat. Somit lässt sich dann ohne Probleme eine manuelle Justierung vornehmen und alle Module funktionieren ordnungsgemäß.

Das ist natürlich kein Zustand - die CPU zu übertakten, nur um das System zu einem stabilen Laufverhalten zu bringen, kann nicht die Lösung sein. Wir hoffen, dass ASUS schnellstmöglich dem User die Kontrolle über die Funktionen gibt.

Auf der nächsten Seite kommen wir nun schließlich zum Overclocking.