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Sockel 775-Roundup Nr. 3

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Seite 3: Das ASUS P5AD2-E Premium (2)

Bei einem so vollgestopften Motherboard ist natürlich zunächst wieder ein Blick auf die INT Request-Tabelle angesagt. Allerdings hat sich hier einiges entschärft - denn zumindest Probleme aufgrund der PCI-Überlast könnten über die Verwendung von PCI-Express-Karten der Vergangenheit angehören. So nutzt das ASUS-Board zumindest schon einmal für die Gigabit-Ethernet-Controller diese Schnittstelle. Da auch Sound- und TV/Videoschnitt-Karten für PCI-Express zu erwarten sind und der ICH6R-Serial ATA-Controller auch nicht den PCI-Bus belastet, sollten die restlichen Geräte zumindest bezüglich der Busperformance mit den 133 MB/s zurecht kommen. Etwas eng wird es aber weiterhin bei der INT-Verteilung. Wie zu erwarten, verändert man hier im Vergleich zum P5AD2-E nichts:

Die PCI-Slots teilen sich die INT-Leitungen mit den PCI-Controllern, so der Firewire-Controller und der SATA-Controller von Silicon Image. Wird eines der Geräte nicht genutzt, so sollte man hier die Controller abschalten und den PCI-Slot verwenden. Ansonsten bietet sich der 3. PCI-Slot an. Generell ist es für ASUS sicherlich schwer gewesen, die Geräte sinnvoll zu verteilen, dies scheint jedoch trotzdem gelungen zu sein.

Ein Blick auf die Slots haben wir im nächsten Bild. Oben ist die PCI-Express x16-Schnittstelle für die Grafikkarte zu sehen, dann folgen beim ASUS-Board drei PCI-Slots, am Ende erst die beiden PCI-Express x1-Slots. Wir empfinden dies durchaus als praktische Aufteilung, denn der 1. PCI bleibt gewohnheitsgemäß zur guten Belüftung der Grafikkarte in High-End-Systemen frei, wenn nicht schon eine Blockierung über eine Zwei-Slot-Grafikkarte vorliegt. Somit sind effektiv noch zwei PCI-Express und zwei PCI-Steckplätze nutzbar - und das sollte bei der Anzahl der Onboard-Geräte wirklich für jeden Bedarf ausreichen. Da effektiv nur fünf Slots und eine x16-Schnittstelle vorhanden sind, bleibt ASUS etwas Platz im oberen Bereich des Boards, RAM lässt sich so ohne Ausbau der Grafikkarte nachrüsten und auch um den CPU-Sockel und dem Northbridge Kühler ist noch recht viel Platz:

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Über dem PCI-Express x16-Slot findet man dann auch wieder die Revisionsangabe: Wir testen die 1.05-Revision des Motherboards, das ASUS P5AD2 Premium hatten wir in der Revision 1.02 im Test.

Im oberen Bereich des Boards geht es passiv gekühlt weiter - sowohl die Northbridge ist passiv gekühlt wie auch die MOSFETs, die unter einem großen Kupferkühler Platz gefunden haben. Allerdings sind nur diese sechs MOSFETs gekühlt - sechs weitere finden sich auf dem Mainboard und müssen ohne Kühlung auskommen. Da MOSFETs die Temperaturen an das PCB abgeben, hat ASUS auf der Rückseite eine "StackCool" genannte Platte aufgelötet, die die Wärme verteilen soll. Das Board entspricht übrigens den Intel-Richtlinien für die FMB2.0 und VRM10.0. Probleme mit der Kompatibilität zu Prescott-Prozessoren sollten also nicht zu erwarten sein, auch nicht mit deren Stromversorgung. Der Platz um den Sockel 775 entspricht ebenfalls den Intel-Vorgaben, allerdings haben wir bereits einen Kühlkörper gefunden, der nicht auf das Board passt. Der Tower 112-Kühler von Thermaltake ist bezüglich der Größe ein wahres Kühlermonster und eignet sich aufgrund seiner Montage für fast kein Sockel 775-Motherboard am Markt, obwohl er dies verspricht.

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Oben rechts neben dem Sockel finden wir den 12V-AUX-Stecker - wie üblich in der Nähe der MOSFETs.

Weiter unten kommen wir zu den DDR2-Steckplätzen. Aufgrund des Dual-Channel-Controllers hat ASUS die Slots farblich abgehoben, es können bis zu 4 GB DDR2 eingesetzt werden, welcher mit 1,8V betrieben wird. ASUS bietet im Bios eine Option für DDR600 (FSB800) bzw. DDR711 (FSB1066), also mehr als Intel für den i925XE erlaubt. Mit DDR2-711 erwartet ASUS trotz Limit bei der CPU noch eine weitere Erhöhung der Performance, die wir auch messen konnten. Gegenüber zur synchronen Taktweise gelang es, weitere 200 MB/s Bandbreite aus dem System zu kitzeln. Unter den DDR2-Slots sehen wir den EPS12V-Anschluss, der auf den neuen Sockel 775-Motherboards vorhanden ist. Er ist um vier Pins länger als der Standard-ATX-Stecker, aber kompatibel zu diesem. Will man also kein neues EPS-Netzteil erwerben, so kann man erst einmal sein ATX-Netzteil weiter verwenden.

Direkt rechts neben dem Stromanschluss befindet sich der Floppy-Port und der einzelne, übrig gebliebene ATA/100-Anschluss der ICH6R-Southbridge. Direkt rechts daneben sitzt der Winbond Super I/O, der auch hier für den Floppy-Controller, PS/2-Slots, serielle und parallele Schnittstellen verantwortlich ist. Die Position von Floppy-Port, ATA/100-Schnittstelle und Stromanschluss ist hier gut gewählt, die Kabel können so vom Mainboard weg verlegt werden und stören nicht den Luftstrom im Gehäuse.

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In der unteren Ecke gegenüber der PCI- und PCI-Express-Slots stapeln sich die Anschlussmöglichkeiten. Die beiden roten Anschlüsse gehören zu dem ATA/133-Controller von ITE, sie sind auf jedem ASUS-Board mit ICH6 vorhanden, weil man der Meinung ist, dass eine ATA/100-Schnittstelle der ICH6 für die meisten Kunden noch zu wenig ist. Das erscheint plausibel - die meisten Systeme haben eine Festplatte und zwei optische Laufwerke, wenn man upgraden will, muss man sich von einem Gerät verabschieden.

Unter der passiv gekühlten Southbridge, die den ASUS-Slogan "ai Proactive" trägt, befinden sich die vier Serial ATA/150-Ports der ICH6 Southbridge. Da die "R"-Variante verwendet wird, kann das System die Ports in einem Raid 0, 1 und 0+1 (mit vier Festplatten) zusammenschließen. Darüber steht die Matrix-Raid-Option zur Verfügung, also ein Raid 0 und ein Raid 1 auf zwei Festplatten bei geteilten Partitionen. Die Vorteile des Raids haben wir schon an vielen Stellen begutachtet, beispielsweise im Review der Western Digital WD740GD Raptoren mit 10.000rpm oder im Review zum LGA775, wo wir auch einen Blick auf Native Command Queueing und Matrix Raid mit den neuen Maxtor Maxline III-Festplatten geworfen haben.

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Das Bios des Boards ist gesockelt und kann somit bei einem fehlerhaften Flash-Vorgang ausgetauscht werden - es muss aber schon nicht mit rechten Dingen zugehen, um das Bios zu zerstören, denn ASUS bietet zum einen Schutzmechanismen gegen fehlerhaftes Flashen und zum anderen auch ein einfaches Windows-Flashprogramm "ASUS Update". Damit lässt sich ein Bios-Update praktisch "on the fly" nach dem automatischen Runterladen der File aus dem Internet erledigen. Die CMOS-Batterie ist gut zugänglich für Notfälle, auch der CMOS-Jumper. In der Regel erkennt das Board aber auch hier, wenn nach veränderten Settings im Bios das Board nicht mehr startet und fährt dann einmal mit "Fail-Safe"-Settings hoch, so dass man diese im Bios korrigieren kann. Alle Einstellungen bleiben dabei erhalten, man muss also nicht wieder alle Onboard-Features neu konfigurieren.

Die Gehäuseanschlüsse sind notfalls auch ohne Handbuch vorzunehmen, da ASUS diese in typischer Farbgebung kodiert und auch gut beschriftet hat. An der linken Mainboardseite sieht man weiterhin den Anschluss für den Gameport und den seriellen Anschluss, falls man diese noch benötigt. Die zwei weiteren USB-Anschlüsse für weitere vier USB-Ports sind in blau über der Southbridge zu finden.