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Sockel 775-Roundup Nr. 3

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Seite 11: Das Epox 5ERA+ (2)

Epox ist einer der wenigen Hersteller, die bei der INT-Verteilung immer mit offenen Karten spielen, auch wenn die im Handbuch abgedruckten INT-Request-Tabellen nicht immer vollständig sind. Beim Epox 5ERA+ finden wir eine sehr vollständige Tabelle im Handbuch:

Da auch die PCI-Express-Slots INT A und INT B belegen, findet sich hier eine recht extreme Ansiedelung an Devices. Verwendbar wären auch noch die INT G und INT H, die Epox aber auch gar nicht verwendet - zumindest nach dieser Tabelle. Am elegantesten wäre es wohl, zickige PCI-Karten gleich in den PCI-Slot 3 oder 4 zu setzen, da hier wahrscheinlich keine Probleme auftreten sollten.

Epox setzt auf PCI - vier Slots findet man auf dem Board, zusätzlich zwei PCI-Express x1-Slots und einen x16-Slot. Da sechs Slots und der x16-Slot verbaut sind, können aufgrund der ATX-Größe des Mainboards keine Dimms mehr eingebaut werden, wenn eine Grafikkarte im Slot sitzt. Dafür ist dann zu wenig Platz auf dem Mainboard. Da auch der hohe Kühlkörper der Northbridge recht nahe am x16-Slot sitzt, könnte es Probleme geben mit Heatpipe-Kühlungen bei Grafikkarten. Mit Standard-Grafikkartenkühlern sollten jedoch keine Probleme auftreten.

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Epox nutzt die Option, weiterhin auf DDR zu setzen. DDR2 ist im Moment zwar schon reichlich am Markt verfügbar, aber die Preise sind noch recht hoch. Auch bieten sich noch keine Bandbreitengewinne - es sei denn, man setzt auf einen FSB1066-Prozessor, der dann im i925XE-Chipsatz eine synchrone Bandbreite erreichen kann, wenn DDR2-533 genutzt wird. Im Mainstream-Bereich ist DDR aufgrund der niedrigen Latenzen auf jeden Fall schon aus Preis/Leistungsgründen zu empfehlen. Eingesetzt werden können hier vier Module, jeweils zwei werden im Dual-Channel-Modus betrieben. Intels Flex-Memory-Technik wird unterstützt, insgesamt können maximal 4 GB DDR-400 angesprochen werden.

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Auch Epox deckt den Sockel 775 mit einer Plastikabdeckung ab. Insgesamt scheint es uns mittlerweile, als wäre der Sockel 775 deutlich robuster als zunächst angenommen, denn in unseren 18 Mainboard- und Barebone-Tests ist kein einziges Mainboard beschädigt worden und auch die CPU hat die vielen Ein- und Ausbauprozeduren gut überstanden. Das schwächste Glied scheint eher der Sockel 775-Kühlkörper mit der PushPin-Montage zu sein, denn zum einen ist schon unser Boxed-Lüfter vom ersten Sockel 775-Test nicht mehr einsatzbereit, da ein Fuss abgebrochen ist, zum anderen ist auch ein anderer Sockel 775-Lüfter nicht mehr richtig einsatzfähig, weil einer der PushPins klemmt. Sicherlich ist das nicht bedenklich für den Privatkunden, wenn man wie wir einen Kühlkörper aber oft demontieren muss, können derartige Probleme auftreten.

Epox verwendet wie von Intel vorgeschrieben eine VRM10.0 / FMB 2.0-Stromversorgung, allerdings nicht wie bei der Konkurrenz passiv gekühlt. Dafür legt man die kleinen Kühlkörper bei, die allerdings abfallen könnten und dann z.B. beim Fallen auf die Grafikkarte einen Kurzschluss verursachen könnten. Auch finden wir die Position des EPS-Steckers nicht wirklich klug, denn er muss so über den CPU-Lüfter hinweg geführt werden - bei 24 Pins ist dies nicht unbedingt die schönste Variante.

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Auch die Southbridge ist passiv gekühlt - eine Geräuschkulisse ist also vom Epox 5ERA+ nicht zu erwarten. Im Bild sieht man die ICH6R, die Epox hier glücklicherweise verwendet. So können die vier Serial ATA-Stecker im Raid 0, 1 und 0+1 und im Matrix-Raid gekoppelt werden. Die Bandbreite der Serial ATA-Geräte ist mit 150 MB/s etwas höher als ATA/133 mit 133 MB/s, zudem haben diese Anschlüsse den Vorteil, dass sie dediziert an die Southbridge angebunden sind und nicht wie bei einem PCI-Controller der PCI-Bus ausbremst. Auf der rechten Bildseite sieht man den ATA/100-Anschluss der ICH6R, weiterhin der Floppy-Port. Die Positionierung hier ist in Ordnung.

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Epox Debug-Kontrolle darf natürlich auch nicht fehlen, deshalb findet man auf dem Mainboard direkt neben dem gesockelten Bios die zweizeilige Anzeige, die einem helfen kann, mögliche Probleme schnell zu erkennen. Das gesockelte Bios kann zudem bei einem fehlerhaften Flashvorgang fix ausgetauscht werden. Der CMOS-Jumper ist auch gut zu sehen, er sitzt ebenso an einer guten Stelle. Etwas komplizierter kann das Austauschen der CMOS-Batterie sein, wenn PCI-Karten eingebaut sind.

Auf der nächsten Seite kommen wir auf die Onboard-Geräte zu sprechen.