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Gigabyte K8NSNXP

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Seite 5: BIOS, Cool&Quiet und Stabilität

Das BIOS:

Das BIOS (Basic Input-Output System) ist mehr als 20 Jahre alt und damit die älteste Softwaretechnik innerhalb der PCs. Es wird in den ersten Sekunden nach dem Einschalten des PCs aufgerufen, der so genannten Pre-Boot-Phase, also noch bevor das Betriebssystem geladen wird. Allerdings gibt es diese Art von Bios nicht mehr lange, wie Intel mitteilt :

Der Firmware Foundation Code von Intel ist ein Ergebnis des Projektes mit Codenamen „Tiano“ und sorgt dafür, dass der Nachfolger des BIOS auf neuester Softwaretechnologie basieren wird. Er wurde speziell im Hinblick auf neue Ausstattungsmerkmale und Dienste entwickelt, zu denen beispielsweise die verbesserte Verwaltung und Betriebsfähigkeit, sowie Schnittstellen für administrative Aufgaben gehören.

Bald brauchen wir uns also nicht mehr durch die blauen Menues hangeln, um an die Hardwareeinstellungen zu kommen. Bislang bleibt das Bios aber der Grundstein für eine gute Gesamtperformance, auf die es bei den Mainboards im allgemeinen ankommt. Auch werden hier alle wichtigen Drähte in Bezug auf Overclocking und Onboard-Features gezogen. Nun werden wir prüfen, wieviel Sorgfalt die Ingeneure bei der Programmierung dieses BIOS an den Tag gelegt haben.

Wie immer widmen wir uns zuerst visuell dem BIOS, das heißt wir schießen einige Screenshots, um den Aufbau und die einzelnen Funktionen des Menüs zu veranschaulichen :



Wie immer wollen wir die eben vorgestellten Shots aus dem Menu nun noch etwas kommentieren. Gigabyte hat ein sehr kompaktes BIOS Menü implementiert, das zwar einige Wünsche offen lässt, die Grundfunktionen sind aber allesamt verfügbar.

Zuerst gehen wir auf die Onboard-Features ein. Da Gigabyte sämtliche OnBoard-Features anbietet, sollten diese auch im BIOS ein- bzw. ausschaltbar sein, was auch in der aktuellen BIOS Version der Fall ist. Auch die seriellen und parallelen Schnittstellen können im Menü abgeschaltet werden. Der Onboard-Sound läßt sich ebenso deaktivieren wie die beiden Onboard-Gigabit Ethernet-Controller.

Äußerst positiv ist auch das Vorhandensein und die Ausführung der ACPI Funktion zu bewerten. Zum Ersten kann die Funktion an sich aktiviert bzw. vollkommen abgeschaltet werden. Weiterhin kann der Benutzer zwischen den Modi "S1/POS", "S3/STR" sowie "S1&S3" wählen. Mit dieser Funktion hatten wir keine Probleme - alles funktionierte innerhalb der vorgegebenen Parameter. Eine Power-On-By Keyboard-Funktion ist ebenfalls enthalten.

Eine besondere Rolle, zumal wenn mit teurer Hardware gearbeitet wird, spielt das PC Health Menü. Hier hat Gigabyte nur das Nötigste implementiert. Die Temperatur der CPU und des Mainboards wird überwacht und gegebenenfalls Alarm geschlagen. Des Weiteren lässt sich noch die Drehzahl von bis zu zwei Lüftern überwachen, anschließen lassen sich jedoch insgesamt drei. Der Zalman CNPS700A-CU schnurrt bei niedrigster Drehzahl mit 1350 RPM und ist kaum zu hören. Selbst bei maximaler Drehzahl von 2445 RPM ist nur ein leichtes Rauschen und Wirbeln der Luft zu hören.

Außerdem kann die Spannung, die das Netzteil an das Mainboard anlegt, überwacht werden. Bei den Spannungen werden allerdings nicht die Werte angezeigt, sondern nur ob dieser Wert OK ist oder nicht. Der CPU Lüfter lässt sich mittels CPU Smart Fan Controll auf eine niedrigere Drehzahl herunterregeln.

Sehr wichtig, besonders für Performance-Freaks, sind natürlich die Einstellungen, die den Arbeitsspeicher betreffen. Auch hier gibt es eine Hand voll Funktionen, mit denen man im BIOS den letzten Leistungstropfen aus dem System herausquetschen kann. Um die diversen Einstellungen manuell vornehmen zu können, muss man im Advanced Chipsatz Features den Unterpunkt DRAM Configuration wählen. Anschließend gelangt man in ein Menu, in welchem die derzeit eingestellten Settings des Arbeitsspeichers aufgelistet sind. Wählt man nun Manual bei den DDR Timings Setting aus, kann man folgende Einstellungen vornehmen. Diese Funktionen sollten nur verwendet werden, wenn man sich 100%ig im Klaren darüber ist, was man an dieser Stelle genau tut und welche Konsequenzen daraus resultieren können. Im Folgenden zuerst einmal die Übersicht über die Einstellungsmöglichkeiten des Arbeitsspeichers :

  • Max Mem Clock : Wählbar zwischen 100, 133, 150, 166 und 200
  • CAS Latency : Wählbar zwischen 2; 2,5 und 3, realistische Werte 2 und 2,5
  • T(RAS, Active to Precharge) : Einstellbar, realistische Werte 4 bis 6, einstellbar sind Werte von 5 bis 15
  • T(RCD, Active to CMD) : Einstellbar, realistische Werte 2,3,4,5,6,7
  • T(RP, Precharge to Active) : Einstellbar, realistische Werte 2,3,4,5,6

Wie von nVidia-Mainboards bekannt sind hier zwar alle notwendigen, aber keine darüber hinausgehenden Einstellungsmöglichkeiten vorhanden. Das liegt allerdings weniger am Können der Hersteller oder des Chipsatzes, sondern wohl eher an der Bios-Politik nVidias. Trotzdem : Mit diesen Einstellungen kann man das System ordentlich tweaken, mehr sollte auch nicht notwendig sein, um akzeptable Performance zu erreichen.

Cool & Quiet

Selten waren wir von einer Technologie so überzeugt - wenn sie denn funktioniert. AMD hat in die Athlon 64-CPUs die Möglichkeit eingebaut, die CPU-Last zu überwachen und wenn der Prozessor nicht ausgelastet ist, sowohl die CPU Frequenz wie auch die CPU-Spannung zu senken. Daraus ergeben sich hervorragende Stromsparmöglichkeiten und das System bleibt auch kühler als unter normaler Idle-Leistung mit vollem Takt und voller Prozessorspannung. Da das ganze binnen weniger Taktzyklen aktiviert und deaktiviert werden kann, ist das System auch nur marginal langsamer, der Performanceverlust kann praktisch vernachlässigt werden und ist praktisch auch nicht meßbar. Die Stromeinsparungen hingegen sind deutlich meßbar, wie wir in unserem Review zum Athlon 64 3800+ und 3500+ gezeigt haben - und damit hat der Athlon 64 eine deutlich bessere Effizienz als aktuell der Pentium 4 auf Basis des Precott-Kerns.

Allerdings werden für das Cool&Quiet Feature nicht nur der Support des Mainboards benötigt, sondern auch einige Tools und Treiber. Den notwendigen Athlon 64 Prozessor Treiber findet man direkt auf der AMD Webseite für alle gängigen Betriebssysteme. Ebenfalls auf dieser Seite findet man die notwendige Software, die das Cool&Quiet Feature kontrollierbar macht.

Ist der Treiber installiert, kann man die Energieeigenschaften einstellen :

Sobald man das Energiespar-Schema auf "Minimalen Energieverbrauch" gestellt hat, schaltet die CPU bei geringer Last von 2000 auf 800 MHz zurück, wie auf dem folgenden Screenshot unschwer zu erkennen ist. Obwohl im BIOS kein einziger Menu-Punkt daran vergeudet wurde, ist Cool´n´Quiet mit dem Gigabyte K8NSNXP offensichtlich möglich.

Zu den Overclocking-Einstellungen des Bios kommen wir noch auf der nächsten Seite. Wir testeten die Bios Version F2, die uns zusammenfassend bereits sehr gut gefiel und auf den 7.4.2004 datiert. Gigabyte ist jedoch auch bekannt für öftere Updates, somit sind weitere Verbesserungen in den nächsten Versionen sicherlich an einigen Stellen zu erwarten.

Die Stabilität:

Da wir das BIOS nun analysiert haben, wird es Zeit, herauszufinden, ob all die theoretischen Feststellungen, welche wir machen konnten, auch in der Praxis halten, was sie versprechen. So haben wir beispielsweise schon zu Beginn kurz die Interrupt-Verteilung analysiert und haben festgestellt, dass es hier kaum Probleme geben sollte. Im Folgenden haben wir unser System voll bestückt mit fünf PCI Karten - jeweils in verschiedenen Kombinationen. Unterschiedlicher Speicher wird auch getestet - so kommt beispielsweise reinrassiger Marken-RAM aus dem Hause TwinMOS zum Einsatz, aber auch Noname RAM oder normaler Arbeitsspeicher mit Infineon Chips zum Einsatz. Alles in allem ist dies ein Härtetest der besonderen Art, welcher nur noch durch die zahlreichen Onboard-Geräte gesteigert wird.

Iim Folgenden die Testergebnisse tabellarisch dargestellt :

Gigabyte K8NSNXP

1. PCI : FritzCard PCI (32bit/33 Mhz)
2. PCI : Soundblaster Audigy (32bit/33 Mhz)
3. PCI : 3Com Ethernet (32bit/33 Mhz)
4. PCI : Hauppauge WinTV PCI(32bit/33 Mhz)
5. PCI : Promise FastTrak S150 TX4 (32bit/33 Mhz)
Alternativ : Onboard-Sound statt PCI-Karten, Firewire, USB2.0, LAN, Serial ATA immer aktiv

PCI-Belastungstest
Speicherkompatibilität
Noname DDR
siehe Tabelle
Speicherkompatibilität
Marken-PC3200
siehe Tabelle
Laufverhalten /
Belastung AGP / CPU

Zwar hat das Gigabyte den Belastungstest ohne nennenswerte Probleme hinter sich bringen können - auch im Dauerbetrieb kamen keine Stabilitätsprobleme auf. Die Ressourcenverteilung ist ansonsten gut gelungen, auch die erhöhte Buslast im PCI Bereich bereitete keine Probleme - zusammengefasst - das Board ist bisher durchweg alltagstauglich.

Wie bereits erwähnt gehören die großen Probleme mit dem verschiedenen Speichermodulen größtenteils der Vergangenheit an. Auch für das Gigabyte haben wir wieder einen Kompatibilitätscheck durchgeführt. So wird vorallem geprüft, ob der Rechner mit den entsprechenden Modulen und vor allem im DDR400 Modus startet und ob auch speicher- und systembelastende Applikationen problemlos durchgeführt und erfolgreich beendet werden können. Das Ergebnis sieht wie folgt aus :

Gigabyte K8NSNXP - Speicherkompatibilität PC3200
Speicher
Default-Timings
eingesetzte Module
Status DDR400
Stabilitätstest
TwinMos PC3200 Single Sided
2.0-3-3-8
1x 256MB
ok
ok
Crucial PC3200 Single Sided
3.0-3-3-8
1x 256MB
ok
ok
Infineon PC3200 Single Sided
2.5-3-3-8
1x 256MB
ok
ok
TakeMS PC3200 Single Sided
2.5-3-3-8
1x 256MB
ok
ok
TwinMos PC3200 Single Sided
2.5-3-3-8
1x 256MB
ok
ok
TwinMos PC3200 Single Sided
2.5-3-3-8
1x 256MB
ok
ok
ADATA PC4000 Single Sided
3.0-4-4-8
1x 512MB
ok
ok
Corsair TwinX XMS3200 Low Latency
2.0-3-3-8
1x 256MB
ok
ok
Kingston PC3200 Double Sided (Samsung)
2.5-3-3-8
1x 512MB
ok
Absturz
Kingston PC3200 Double Sided (Infineon)
2.5-3-3-8
1x 512MB
ok
Absturz

Grundsätzlich konnte das Mainboard mit allen zur Verfügung stehenden Modulen gestartet werden. Da auch die Corsair und TwinMOS-Module ohne Probleme liefen, ist davon auszugehen, das auch mit Low-Latency-Speichermodulen keine Probleme auftreten werden. In unserem Fall führten wir deshalb auch die Benchmarks wie bei allen anderen Mainboardtests mit den TwinMOS-Modulen mit schnellsten Settings durch. Da die beiden Kingston-Module bei fast allen Motherboards Probleme bereiten, stellen wir die Abstürze hier eher auf das Konto der Speichermodule.

Kommen wir im Folgenden also zum Overclocking. Hier werden wir lediglich die CPU richtig in die Mangel nehmen können, denn zum Arbeitsspeicher gibt es wie gesagt keinerlei Optionen.