> > > > Test: ASUS Rampage III "Black Edition"

Test: ASUS Rampage III "Black Edition" - Overclocking

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 6: Overclocking

Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die leistungsfähiger ist als Intels Vorgaben - denn die übertaktete CPU verbraucht mehr Strom als bei Intels Standardvorgaben. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. Dies alles kann das ASUS Rampage III "Black Edition" genau wie schon das Rampage III Extreme natürlich bieten.

Um dem User das Overclocking einfacher zu machen, hat ASUS auch der "Black Edition" einige Hilfsmittel spendiert. Dedizierte Power- und Resetschalter auf dem Board sind für ein hochwertiges Mainboard heutzutage eigentlich schon selbstverständlich. Ebenso eine Postcode-Anzeige, welche bei Startproblemen eine Fehlerdiagnose enorm vereinfacht. ASUS macht erwartungsgemäß auch nicht den beliebten "Fehler" manch anderer Hersteller, die entsprechende Code-Tabelle im Handbuch zu vergessen. Weitere Diagnose-Möglichkeiten sind in Form der "Q-LEDs" vorhanden, die Startprobleme bei den Kernkomponenten (CPU, VGA, DRAM, Boot Device) signalisieren. Darüber hinaus sind auch die "Voltiminder"-LEDs wieder mit an Bord. Diese dreifarbigen LEDs zeigen an, in welchem Bereich sich die an der jeweiligen Komponente anliegende Spannung bewegt. Die Abstufungen reichen von "normal" über "high" bis zum aussagekräftigen "crazy". So kann man auf einen Blick erkennen, ob eine der wichtigen Spannungen aus dem Ruder gelaufen ist.

black_ocpanels

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

In der sogenannten "OC Zone" neben den Speicherslots lassen sich neben den Power- und Reset-Tastern noch weitere Eingriffsmöglichkeiten finden. Der "Go"-Button hat zwei Funktionen: Beim Systemstart gehalten aktiviert er die MemOK!-Funktion, die bei Speicherproblemen hilfreich sein kann. Im Betrieb gedrückt wird das entsprechende "Go"-Profil geladen. Die vier kleinen Schiebeschalter daneben sind dazu gedacht, gezielt einzelne PCIe-x16-Slots abzuschalten, was bei der Identifizierung einer defekten Grafikkarte helfen kann. Insbesondere für User, die ein dickes Multi-GPU-Gespann "unter Wasser" haben und demzufolge nicht mal eben einfach eine Karte herausnehmen können, dürfte dies im Falle des Falles praktisch sein. Weiterhin hat ASUS eine Loadline Calibration für die QPI-Spannungsversorgung implementiert, die aber per Jumper manuell aktiviert werden muss.

Beim BIOS hat ASUS auch an Overclocker und deren mögliche "Unfälle" gedacht. So sind zwei per Taster umschaltbare (und gesockelte) BIOS-Bausteine an Bord und diverse Recovery-Funktionen sind auch vorhanden. Im BIOS gibt es jetzt mit "GPU.DIMM Post" eine Übersicht über die erkannten Speichermodule und Grafikkarten.

Alle Overclocking-Optionen, die sich im BIOS finden, haben wir im Folgenden aufgelistet:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 500 MHz, stufenlos
CPU-Spannung 0,85 bis 2,3 V in 0,00625-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,20575 bis 2,50425 V in 0,01325-V-Schritten
QPI/DRAM-Spannung 1,2 V bis 2,5 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,20575 bis 2,05375 V in 0,01325-V-Schritten
IOH Core
1,113 bis 2,1995 V in 0,01325-V-Schritten
PCIe-Takt 100 bis 200 MHz, stufenlos
Weitere Spannungen
IOH-PCIe-Voltage, ICH Voltage, ICH PCIe-Voltage,
DRAM Reference Spannungen
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x18 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar (insgesamt 26 Parameter)
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
CPU-Multiplikator CPU-abhängig, einstellbar (x12-x63) bei Extreme Edition
Weitere Besonderheiten

Settings speicherbar in Profilen, Turbo-Betrieb,
Extreme Engine Digi+ Menu für Load Line Calibration. Kontrolle der Spannungswandler,
PCIe/QPI-Strength, BCLK Enhance, Skew-Einstellungen
Clock-Gen-Tuner, Spread Spectrum, EZ Flash 2

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

In der Praxis wird das Board meistens durch die CPU ausgebremst, denn bei einer hohen Base Clock Rate wird zumeist der QPI-Takt zu einem Problem. Selbst mit der niedrigsten Einstellung (x36) erreicht man mit 200 MHz Base Clock Rate einen Takt von 7200 MHz. So wurde unser System auch bei 220 MHz aufgrund des QPI-Taktes instabil, denn fast 8 GHz waren dem System dann doch zu viel. Dies ist sogar das gleiche Ergebnis, was wir schon beim Rampage III Extreme mit dieser CPU erreicht haben, was aber angesichts derselben Test-CPU kein Wunder ist.

220 MHz Base Clock Rate sollten jedoch auch allgemein gesehen für die meisten Anwender ausreichen, denn der Core i7 kann entweder mit einem freien Multiplikator übertaktet werden, wenn man einen Extreme-Edition-Prozessor besitzt, oder man hat einen recht hohen festen Multiplikator, der für eine derartige Übertaktung wohl eher abgesenkt werden müsste. Eine Übertaktung von über 65% ist bei den aktuellen Kernen nicht üblich. Für den Standard-Übertaktungserfolg auf Taktraten über 4 GHz reicht meistens eine Base Clock Rate von unter 200 MHz.

Das Rampage III "Black Edition" zeigte sich als hervorragendes Overclocker-Board. Eine bessere CPU und vor allem auch eine leistungsfähigere Kühlung als bei unserem Testsystem vorausgesetzt, dürfte mit dem Board noch einiges drin sein.

black_cooling2s

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Den beiliegenden Mini-Lüfter, für den auf dem Northbridge-Kühlkörper entsprechende Gewindelöcher vorbereitet sind, braucht man im normalen Betrieb nicht. Erst mit massivem Overclocking und mehreren Grafikkarten sollte man die Temperatur im Auge behalten und ggf. doch den Lüfter montieren oder für eine adäquate, anders realisierte Belüftung sorgen.