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Test: ASUS Rampage III "Black Edition" - ASUS ROG Thunderbolt

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Seite 4: ASUS ROG Thunderbolt

Der "Black Edition" des Rampage III legt ASUS eine 17 Zentimeter lange PCI-Express-Karte bei, deren Funktion man aufgrund der vollständigen Gehäuseverkleidung erst erkennt, wenn man sich die Anschlussmöglichkeiten auf dem Slotblech näher anschaut. Dort sind ein RJ45-Port für LAN-Verbindungen, zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen und eine optischer SPDIF-Port zu finden. Weiterhin verfügt die Karte auf der Innenseite über eine 4-Pin-Molex-Buchse und zwei Header für Pfostenstecker. Der leichte versenkte "Thunderbolt"-Schriftzug auf der Oberseite der Karte ist im Betrieb übrigens rot beleuchtet.

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Hinter "Thunderbolt" verbirgt sich eine kombinierte Sound- und Netzwerkkarte, welche die auf dem Mainboard vorhandenen Funktionen ergänzt bzw. erweitert. Der Netzwerkteil besteht im Wesentlichen aus einer "Killer 2100" von Bigfoot Networks. Die seit einigen Jahren unter "Killer NIC" bekannten Netzwerkkarten mit inzwischen verschiedenen Generationen zielen auf die Interessen von Gamern ab. Im Gegensatz zu normalen Netzwerk-Schnittstellen, bei denen die CPU die Verwaltung übernimmt, verfügen die "Killer"-Modelle von Bigfoot über eigene Prozessoren mit Linux-System, die der System-CPU (fast) sämtliche für den Datenverkehr nötigen Aufgaben abnehmen können, teils auch unter Umgehung des Windows-eigenen Netzwerk-Stacks. Bigfoot Networks verspricht sich von diesem Konzept mit NPU (Network Processing Unit) niedrigere Latenzen aufgrund schnellerer Verarbeitung und stabilerer Verbindungen mit weniger Schwankungen oder Störungen. Auch kann in Situationen, wo die System-CPU bereits überlastet ist, die Killer NIC für eine etwas bessere Gesamtperformance des Systems sorgen, in dem sie der System-CPU ein bisschen Arbeit abnimmt.

Die Meinungen über den tatsächlichen Nutzen gehen dabei in Presse und Community auseinander. Da wir im Rahmen eines Mainboardtests keinen fundierten Praxis-Test bzgl. eventueller Vorteile machen können, müssen wir daher (vorerst) auf andere Quellen verweisen. Im Rahmen des normalen Handlings sind uns keine Unterschiede in Bezug auf Geschwindigkeit oder Stabilität zu den üblichen Onboard-Lösungen aufgefallen. Der Karte liegt ein Konfigurationstool bei, welches auch einige interessante Statistik-Funktionen aufweist.

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Der Soundkartenteil der Thunderbolt wird von ASUS mit "powered by XONAR" beworben, was schon einiges aussagen dürfte. Unter dem Namen XONAR vertreibt ASUS seit längerer Zeit Soundkarten verschiedener Ausstattungsstufen, die sich insgesamt einen sehr guten Ruf erworben haben. Creative ist ist mit seiner X-Fi-Reihe insbesondere im Gaming-Segment zwar immer noch recht erfolgreich, aber wenn es um die allgemeine Soundqualität geht, gelten die XONAR-Karten mittlerweile als (bessere) Alternative. ASUS hat bei der Thunderbolt - wie bei den XONAR-Karten auch - einen Chip von C-Media verbaut. Verwendet wird dabei der C-Media 6631, der auf der Herstellerseite leider nicht zu finden ist. Im Unterschied zu den Chips der XONAR-Karten ist der auf der Thunderbolt verbaute C-Media 6631 eine reine USB-2.0-Lösung. Dementsprechend benötigt der Soundkartenteil der Thunderbolt eine Verbindung mittels des mitgelieferten Kabels zu einem der USB-2.0-Header auf dem Mainboard. Die Trennung der Thunderbolt-Karte in zwei Funktionsabschnitte ist deutlich zu erkennen, wenn man das Gehäuse der Karte abnimmt. Der Netzwerkteil - zusammen mit der Stromversorgung der Karte - nimmt den größten Raum auf der Platine ein, die Elektronik der Soundlösung ist in einem abgeschirmten Bereich untergebracht.

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Im Gegensatz zum Onboard-Sound des "Black Extreme", dessen Realtek ALC 889 über eine 7.1-Kanal-Ausgabe von durchschnittlicher Qualitität verfügt, beschränkt sich der C-Media 6631 auf der "Thunderbolt" auf eine hochwertige 2-Kanal-Ausgabe. Als besonderes Feature ist ein Kopfhörerverstärker vom Typ TI 6120A2 verbaut, der beispielsweise auch auf der XONAR Essence STX zum Einsatz kommt. So lassen sich auch hochwertige Kopfhörer mit hohen Impedanzwerten (bis zu 300 Ohm) an der "Thunderbolt" verwenden. Dass die "Thunderbolt" in Sachen Soundqualität nicht ganz mit den High-End-Modellen der XONAR-Familie mithalten kann, dürfte klar sein. Legt man die Preisdifferenz zwischen Rampage III Extreme und Rampage III "Black Edition" als Wert der "Thunderbolt"-Karte zugrunde, kommt man auf einen Wert von ca. 90 Euro, worin ja auch noch der "Killer 2100 NIC"-Teil enthalten ist. Von den technischen Daten her erreicht sie aber mindestens die Spezifikationen der Einsteigermodelle wie z.B. der XONAR DX, welche ihrerseits im Vergleich zu Konkurrenzmodellen schon recht gut abschneiden.

Wo genau sich der Audioteil der "Thunderbolt" im Vergleich zu den Standalone-Karten der XONAR-Reihe einordnet, ist im Rahmen unseres Mainboardtests nicht zu beantworten. Beim Probehören klang die Karte jedenfalls sehr gut. Die "Thunderbolt" ist auf hochwertige Stereoausgabe spezialisiert und hat demzufolge auch einige Features an Bord, die sonst nur die höherwertigen XONAR-Karten mitbringen. Der Kopfhörerverstärker wurde ja schon angesprochen, aber auch hochwertige Kondensatoren (Nichicon Fine Gold MUSE) und gesockelte Verstärker-ICs sind hier zu erwähnen. Im Stereobetrieb dürfte die Thunderbolt auch mit den etwas besseren XONAR-Karten mithalten können. Für den Mehrkanalbetrieb kann sie allerdings nur einen optischen SPDIF-Ausgang bieten.

Der Onboard-Sound des "Black Edition" bietet eine schlechtere analoge Soundqualität, kann aber mit einer Reihe von anderen Features punkten bzw. gegebenenfalls die "Thunderbolt" ergänzen. Lizenz und Softwareemulation sei Dank, kann der ALC 889 mit EAX 5.0 und THX aufwarten, wobei EAX mittlerweile an Bedeutung verloren hat. Neben den digitalen Wiedergabeoptionen ist aber auch eine analoge 7.1-Kanal-Ausgabe möglich.

Nun schließen wir das Mainboard an und schauen ins BIOS.