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Test: ASRock P67 Extreme6 - Overclocking

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Seite 5: Overclocking

Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. ASRock mag zwar im Overclocking-Bereich weniger Erfahrung als andere Hersteller haben, welche in diesem Segment bereits lange etabliert sind, aber bereits bei den P55-Platinen hatte ASRock schon eine gute Vorstellung abgeliefert.

Beim UEFI-Bios des P67 Extreme6 sind alle wesentlichen Optionen vorhanden und auch in Sachen Bedienung präsentiert es sich ausgesprochen positiv. Für extremes Overclocking ist es natürlich nicht vorgesehen, dafür fehlen beispielsweise im Vergleich zum ASUS Maximus IV Extreme etliche Möglichkeiten, aber für 90% der Overclocker dürfte das Extreme6 völlig ausreichen. Die Auswahl an einstellbaren Spannungen, Frequenzen und Timings ist jedenfalls umfangreich genug.


Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 95 bis 110 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,61 bis 1,52 V in 0,005-V-Schritten,
Offset-Mode: -0,3 bis +0,5 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 bis 1,8 V in 0,015-V-Schritten
VTT-Spannung 0,661 V bis 1,87 V in 0,013-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,586 bis 2,349 V in 0,0075-V-Schritten
PCH-Core-Spannung
0,78 bis 1,646 V in 0,009-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
VCCSA Voltage 
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
Core Current Limit
einstellbar, bis 300 A
Weitere Besonderheiten
Settings speicherbar in Profilen, CPU OC-Automatik (5 Profile bis 4,8 GHz)
Load Line Calibration, Spread Spectrum, Instant Flash,
Extreme OverVoltage Option, sämtliche Stromspar-Modi

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen.

In unseren Overclocking-Versuchen zeigte das ASRock P67 Extreme6 eine solide Performance und erlaubte unserer luftgekühlten Test-CPU ohne Probleme das Überspringen der "5 GHz-Hürde". Mit einer besseren Kühlung wären vermutlich noch höhere Geschwindigkeiten als die von uns erreichten 5,2 GHz Taktfrequenz möglich, aber das würde den Rahmen eines Board-Tests sprengen. Im Rahmen unserer Overclocking-Tests machte das Board einen stabilen Eindruck, zeigte keine Auffälligkeiten und blieb auch recht kühl.

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Im Unterschied zu anderen Boards erlaubt das P67 Extreme6 nur die Wahl eines einzigen Turbo-Multiplikators, auch fehlt die Einstellungsmöglichkeit des "normalen" Multiplikators. Es ist also nicht möglich, je nach der Anzahl der belasteten CPU-Kerne unterschiedliche Multiplikatoren einzustellen, so wie es z.B. bei dem ASUS Maximus IV Extreme oder auch dem ECS P67H2-A angeboten wird. Sicher ist dies ein Nachteil, denn damit geht eine Möglichkeit zum Feintuning verloren, aber in der Praxis ist dieser kleine Nachteil für die meisten User wohl zu vernachlässigen. Vielleicht wird er aber von ASRock auch noch irgendwann nachgeliefert. Dass die "normale" Multiplikatoreinstellung fehlt, macht sogar Sinn, denn bei aktivierten Turboboost- und Stromspar-Features der Sandy-Bridge-Plattform spielt dieser schlichtweg keine Rolle, da sich der CPU-Takt ständig im Bereich zwischen Idle- (1.6 GHz) und Turbo-Frequenz bewegt. Da eine BCLK-Erhöhung in erster Linie vom CPU-Exemplar abhängt und meist auch kaum mehr als 105 MHz möglich sind, passt auch die Tatsache, dass sich die BCLK beim P67 Extreme6 auch nur maximal auf 110 MHz einstellen lässt.

Das P67 Extreme6 bietet im UEFI-BIOS auch einige vorgefertigte Overclocking-Profile, die im Test auch funktionierten, aber letztendlich bietet eine manuelle Konfiguration die besten Möglichkeiten. Das Paket P67-Chipsatz und Sandy-Bridge-CPU ermöglicht die Kombination von Overclocking und Energieeffizienz. Wurde das Overclocking in der Vergangenheit noch durch aktivierte Stromspar-Features teilweise massiv eingeschränkt, so lassen sich sie sich nun recht gut kombinieren, was in erster Linie an der Overclockingmöglichkeit über den Turboboost-Multiplikator liegt. Zwar stehen mit dem Core i5-2500K und dem i7-2600K dafür aktuell nur zwei passende CPUs mit freier Multiplikatoreinstellung zur Verfügung, aber diese liegen zumindest in erschwinglichen Preisregionen. Das Übertakten ist durch die Tatsache, dass sich de facto nur über den Multiplikator übertakten lässt, beim P67 Extreme6 recht einfach geworden. Die Hauptschwierigkeit liegt nun darin, die nötigen Spannungen richtig einzustellen. Der Kernspannung kommt hier das Hauptaugenmerk zu, denn die Anpassung der weiteren Spannungen ist i.d.R. nur für das Feintuning nötig. Das P67 Extreme6 bietet für die Kernspannung mehrere Manipulationsmöglichkeiten. Die VCore lässt sich einmal absolut mit festen Werten einstellen oder über einen anpassbaren Offset-Wert verändern. Letztere Variante ist für eine funktionierende Spannungsabsenkung im Idle vorzuziehen.

Im Gegensatz zu früher gibt es aber bei der Sandy-Bridge-Plattform nicht mehr nur eine feste Kernspannung (VID), sondern aufgrund der erweiterten Kommunikation zwischen CPU und Spannungswandlern hängt diese nun von mehreren Parametern ab. Ein maßgeblicher Faktor ist u.a. der anliegende Takt, daher verändert sich auch die anliegende Kernspannung in Abhängigkeit vom Takt. Das P67 Extreme6 bietet daher noch eine zusätzliche Option an, die Kernspannung speziell für den Turbo-Betrieb per Offset-Wert zu verändern. Die dritte Steuerschraube bietet sich dem User in Form der "Loadline Calibration". Ähnlich wie bei aktuellen Platinen von ASUS lassen sich für die VDroop-Kompensation fünf Charakteristika auswählen. Je höher die gewählte Stufe ist, desto stärker sinkt die Kernspannung unter hoher Prozessorlast ab. Für ein optimales Overclocking gilt es also, diese drei Parameter möglichst optimal einzustellen, was zugegebenermaßen etwas Ausprobieren erfordert, denn schließlich müssen die Spannungen für jeden der vielen möglichen "CPU-Betriebszustände" stimmen.

Insgesamt kann das ASRock P67 Extreme6 hinsichtlich seiner Overclocking-Möglichkeiten überzeugen. Es bietet genügend Optionen auch für fortgeschrittene User und macht alles in allem einen ausgereiften Eindruck.