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Test: MSI P67A-GD65 - P67 ausbalanciert - Overclocking

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Seite 6: Overclocking

Sicherlich, es gibt Mainboards am Markt, die sind aufs Overclocking ausgelegt. MSIs P67A-GD65 hat für sich nicht den Anspruch, ausschließlich für Overclocker gemacht zu sein - aber MSI zeigt im BIOS, dass das Übertakten auch für die MSI-Ingenieure einen hohen Stellenwert hat. So finden wir auch hier alle möglichen Optionen, um den Sandy Bridge richtig auf Trab zu bringen und zu übertakten.

Interessant ist vor allen Dingen MSIs Implementierung zur Justierung der Base Clock Rate. "CPU Base Frequency" nennt sich die Option im BIOS und ist in 0,1-MHz-Schritten veränderbar. Damit ist es also möglich, nicht nur 105 MHz oder 106 MHz einzustellen, sondern auch eine Art Feintuning mit 105,6 MHz zu erreichen, wenn das Board bei dem "runden" MHz-Schritt nicht mehr bootet oder stabil läuft. Allerdings darf man sich nichts vormachen: Viel bringt dieser Mini-Schritt nicht und eine Übertaktung mit einer Base Clock Rate von mehr als 107 MHz ist auch mit dem MSI-Board unwahrscheinlich.

Aber nicht nur das BIOS hat entsprechende Overclocking-Features: Die Voltage-Messpunkte auf dem Mainboard sind besonders praktisch, wenn mit massiven Overclocking-Methoden wie flüssigem Stickstoff gearbeitet wird. Hinzu kommen die Power- und Resetschalter und der CMOS-Clear Button. Eine Debug-LED hat das MSI-Board leider nicht - das hätte die wirklich gute Ausstattung noch gekrönt. Aber es muss für MSI ja auch noch eine Möglichkeit geben, eine Schippe draufzulegen für ein Luxus-Mainboard.

Bei einem Blick ins BIOS fällt auf, dass MSI keine Offset-Voltage für die CPU-Kernspannung bietet, man kann also nur mit tatsächlichen Werten arbeiten. Auch eine Einstellung der maximalen CPU-Leistungsaufnahme ist nicht möglich. Wir fanden auch keine Option, um den Turbo-Modus je nach Belastung (1-Core, 2-Core, 3-Core, 4 Core) einzustellen und die Multiplikatoren entsprechend festzulegen. Auf diese Besonderheiten muss man also leider verzichten. Die gebotenen Spannungen von MSI reichen hingegen aus, um einen hohen Takt zu erreichen. Das Board besitzt sogar eine Möglichkeit, die System-Agent-Spannung der CPU manuell einzustellen. Man braucht also keine Angst zu haben, dass die Overclocking-Leistung mit dem P67A-GD65 nicht ausreichen würde, nur einige Detaileinstellungen fehlen dem Mittelklasse-Mainboard halt.

Für das Übertakten sind natürlich die Features am wichtigsten, die wir im Folgenden auflisten:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate stufenlos in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,8 bis 1,8 V in 0,005-V-Schritten,
Offset-Mode: nicht vorhanden
DRAM-Spannung 1,108 bis 2,464 V in 0,00625-V-Schritten
CPU I/O-Spannung 0,95 V bis 1,55 V in 0,02-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,4 bis 2,32 V in 0,01-V-Schritten
CPU SA-Spannung 0,925 bis 1,585 V in 0,02-V-Schritten
PCH-Core-Spannung
0,775 bis 1,724 V in 0,05-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
DRAM Reference Voltages
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - nicht möglich -
Core Current Limit
- nicht einstellbar -
Weitere Besonderheiten

Settings speicherbar in Profilen, MSO OC-Genie (automatische Übertaktung),
Load Line Calibration/VDroop Control, Spread Spectrum, MSI M-Flash,
sämtliche Stromspar-Modi

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

Bei den P67-Mainboards ist mittlerweile bekannt, dass eine hohe Base Clock Rate nicht erreichbar ist. Die meisten Sandy-Bridge-Prozessoren werden schon bei einem Takt von 105 MHz instabil, nur wenige erreichen über 107 MHz, fast keine 110 MHz. Aus diesem Grund ist eine Übertaktung nur über den Turbo-Betrieb sinnvoll. Auch beim MSI P67A-GD65 erreichten wir nur die üblichen 107 MHz, die wir mit unserer CPU halbwegs stabil zum Laufen bekommen können.

MSIs Board übertaktet man am besten mit dem Turbo-Modus, in dem man einfach den Multiplikator hinaufsetzt. Mit dieser Version schafften wir auch die für unsere CPU übliche Übertaktung auf 4,8 GHz. Die Spannung wich hierbei nicht von den Übertaktungen mit anderen Mainboards ab. 

Den Speicher konnten wir mit dem MSI-Mainboard ebenso auf 2133 MHz setzen - somit konnten wir mit dem P67A-GD65 an die maximale Performance kommen, die man mit unserer CPU erreichen kann. 

msi-p67a-gd65-overclocking

Durch den etwas niedrigeren Base Clock von 99,8 MHz zeigt CPUZ nicht ganz die 4,8 GHz an - weiterhin hat das Board natürlich später in den Benchmarks leichte Nachteile gegenüber den akkurat getesteten Mainboards mit 100,0 MHz oder 100,3 MHz. Wer sich an den 0,2 MHz stört, kann diese natürlich manuell regulieren und nicht die Auto-Einstellungen für die Base Clock Rate verwenden.

Auch MSI liefert mehrere Tools mit, um das Board unter Windows zu justieren und zu übertakten. Eines davon ist das Control Center, welches ein paar Overclocking-Funktionen und die Möglichkeit zur Justierung einiger Energiesparelemente zulässt:

msi-p67a-gd65-tools

Unter dem Green-Power-Tab lassen sich ein paar Einstellungen zu MSIs DrMos vornehmen. Die Overclocking-Möglichkeiten sind allerdings etwas begrenzt, da eine Änderung des Multiplikators nicht möglich ist. Entsprechend eignet sich das Tool nur zum Feintuning, die Haupteinstellungen sollte man nach wie vor im BIOS vornehmen.