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Test: ASUS Maximus IV Extreme - Fazit und Empfehlungen

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Seite 10: Fazit und Empfehlungen

Das ASUS Maximus IV Extreme kann in fast allen Belangen überzeugen: Es ist sehr gut ausgestattet, bietet enorme Einstellungsmöglichkeiten und stellt insgesamt ein sehr gutes Paket dar. Aber auch wenn das Maximus IV Extreme das momentan beste P67-Board darstellt, so ist sein Preis von ca. 300 Euro doch sehr hoch.

In Sachen Ausstattung ist beim ASUS Maximus IV Extreme nichts zu vermissen. Ungewöhnlich ist die hohe Anzahl von zehn USB-3.0-Ports, die in dieser Masse wohl kein User momentan wirklich benötigt. Die von ASUS gewählte Lösung, die bei Top-Boards ohnehin üblichen zwei USB-3.0-Controller per Onboard-Hub auf die zehn Ports zu erweitern, macht aber trotzdem Sinn, da sie nur einen relativ geringen Aufwand bedeutet. USB 3.0 wird sich wohl in der Zukunft immer stärker durchsetzen, daher ist das Maximus IV Extreme in dieser Disziplin gut für die Zukunft gerüstet. Mit vier SATA-6G-Ports sind ebenfalls genügend der neuen Schnittstellenstandards vorhanden, denn für einfache Festplatten wird auch in Zukunft SATA 3G völlig ausreichen. Ebenfalls praktisch ist, dass ein separater JMicron-SATA-Controller für zwei externe eSATA-3G-Ports sorgt.

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Die Kommunikationsfähigkeiten des Maximus IV Extreme sind ebenfalls überdurchschnittlich gut. Die beiden Gigabit-LAN-Schnittstellen sind beide durch Komponenten von Intel realisiert. Eine Schnittstelle nutzt die im Chipsatz integrierten Funktionen, wodurch keine der begrenzten acht PCIe-Lanes zum Chipsatz verloren geht. Ein Firewire-Port ist zwar nicht vorhanden, aber dafür liefert ASUS ein Bluetooth-Modul mit, welches sich entweder für normale Bluetooth-Verbindungen oder für die ROG-Connect-Steuerung verwenden lässt.

Das Maximus IV Extreme ist für SLI/Crossfire- sowie Triple-SLI-/CrossFireX-Konfigurationen vorbereitet. Es verfügt über insgesamt vier PCIe-x16-Slots, die je nach Grafikkarten-Setup entsprechend bestückt werden müssen, damit die Aufteilung der PCIe-Lanes der CPU im Zusammenspiel mit den NF200-Chip stimmt. Schade ist, dass das Maximus IV Extreme de facto nur über einen PCIe-Slot für Erweiterungskarten verfügt. Der vorhandene PCIe-x1-Slot wird in den meisten Konfigurationen durch die Grafikkarte in PCIe-x16-Slot 1 blockiert, sodass nur der PCIe-x4-Port übrig bleibt. Die Aufteilung der verfügbaren PCIe-Lanes des Chipsatzes hat ASUS so vorgenommen, dass der PCIe-x4-Slot nicht die volle Bandbreite einer x4-Anbindung hat, da er über einen PLX-Chip angebunden ist. Dafür verfügen aber alle USB-3.0-, SATA- und LAN-Controller über eine direkte Anbindung, sodass deren volle Performance garantiert ist. PCI-Steckplätze, ATA/133- oder Floppy-Ports sucht man vergebens, denn als einziges Zugeständnis an alte Hardware-Standards ist noch ein PS/2-Port vorhanden.

Die UEFI-Implementierung anstelle eines klassischen "BIOS" darf auch als gelungen bezeichnet werden. Es lassen sich zwar noch einige kleinere Bugs und Merkwürdigkeiten finden, aber im Großen und Ganzen ist das UEFI des ASUS Maximus IV Extreme einfach und schnell zu bedienen, auch ohne Maus. Für das Overclocking wichtige Optionen sind alle vorhanden und insgesamt bietet das UEFI sehr umfangreiche Möglichkeiten. Positiv ist ebenfalls, dass ASUS anscheinend die Weiterentwicklung sehr ernst nimmt, da in relativ kurzen Abständen neue Beta-Versionen des UEFI auftauchen.

Beim Overclocking-Versuch über die BCLK-Frequenz musste auch das Maximus IV Extreme relativ schnell passen, aber das dürfte seine Ursache nicht beim Board haben. Das Overclocking unseres Core i7-2600K über den Multiplikator war hingegen einfach möglich und auch hohe Werte scheinen kein Problem für das Maximus IV Extreme zu sein. Die Performance bei Standard-Takt entspricht erwartungsgemäß den der anderen P67-Mainboards und der Stromverbrauch des Maximus IV Extreme bewegt sich angesichts der Features auch im grünen Bereich.

Kommen wir noch zu einem letzten Punkt, der Zuverlässigkeit. Manche Leser werden bestimmt unsere News-Meldung zum Thema mit der angeblichen Rückruf-Aktion gelesen haben. ASUS hat den Verkauf des Maximus IV Extreme kurzzeitig stoppen lassen, da sie erst eine Fehleranalyse eines defekten Boards vornehmen wollten. Unser erstes Testsample zeigte ebenso Probleme, da es sich quasi aus dem Nichts nach wenigen Minuten mit Fehlercode 00 und roter CPU-LED verabschiedet hat. Bislang haben wir von ASUS aber noch keine weiteren Informationen bezüglich des Fehlers unseres Mainboards erhalten. Ein neues Board von ASUS, mit dem wir diesen Test dann auch durchführten, zeigte keine Probleme mehr - und lief tagelang stabil und zuverlässig. ASUS hat in einer Pressemitteilung auch generelle Entwarnung gegeben - somit scheint alles gut zu sein.

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus IV Extreme:
  • sehr umfangreiche Ausstattung
  • gutes Layout, hohe Performance der Onboard-Komponenten
  • sehr gute Performance, gutes UEFI-Bios
  • Triple-SLI-Unterstützung
  • gut funktionierende Zusatzfeatures wie ROG Connect

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus IV Extreme:

  • Stromverbrauch aufgrund der Ausstattung etwas höher als bei Standard-Boards
  • extrem hoher Preis von 300 Euro
  • größere Abmessungen als ein Standard-ATX-Mainboard

Keine Frage - wer ein Luxus-Board benötigt, der wird sich weder am hohen Kaufpreis noch an den etwas höheren Energiekosten stören. Und da die Qualität und die Ausstattung des Boards exzellent sind, vergeben wir auch unseren Excellent Hardware Award:

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