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Test: ASUS Maximus IV Extreme - Besonderheiten des Mainboards

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Seite 6: Besonderheiten des Mainboards

ASUS hat das Maximus IV Extreme mit einigen Besonderheiten ausgestattet. Mit an Bo(a)rd ist wieder das bereits von früheren ROG-Mainboards bekannte ROG-Connect. Über die hochkant gestellte USB-Buchse am I/O-Panel kann mittels eines mitgelieferten Kabels eine Verbindung zu einem zweiten Rechner aufgebaut werden. Auf diesem muss die ROG-Connect-Software laufen, mit der dann der Rechner mit ROG-Mainboard ferngesteuert werden kann, vorausgesetzt die ROG-Connect-Funktion ist aktiviert. Mithilfe der speziellen Microprozessor-Lösung auf dem Maximus IV Extreme lassen sich elementare Systemeigenschaften beeinflussen. Es lassen sich diverse Spannungen und Takte konfigurieren und auslesen, aber auch einige elementare Fernsteuermöglichkeiten wie "Reset", "Start", "Herunterfahren" oder "CMOS Clear" sind damit möglich.

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Mit der Variante "ROG iDirect" steht mittlerweile auch eine entsprechende App für iPhone und iPad bereit, mit der über die Bluetooth-Karte des Maximus IV Extreme ein ähnlicher Funktionsumfang möglich sein soll. Für Smartphones mit Android, Windows Mobile und einigen Symbian-Varianten gibt es mit "RC Bluetooth" ein weitere Variante.

ASUS liefert mit der AI Suite eine Software zur Systemdiagnose und -konfiguration mit. Sie ermöglicht es, ein automatisches Overclocking vorzunehmen, das Profil der Lüftersteuerung selbst zu konfigurieren, die Parameter der digitalen Spannungswandler zu beeinflussen und natürlich auch das Auslesen der verschiedensten Sensoren. Manche User werden sich an der "bunten" Optik stören, aber insgesamt liefert ASUS hier eine recht solide Toolsammlung mit.

Mit dem Tool "FAN Xpert" lassen sich für CPU- und Gehäuselüfter eigene Kennlinien zur Drehzahlsteuerung generieren. Über eine Testfunktion (links im Bild) bestimmt das Programm auf Wunsch auch die Lüftercharakteristik des CPU-Lüfters. Über drei im Diagramm entsprechend gesetzte Kennpunkte lässt sich dann im Benutzer-Modus die gewünschte Lüftersteuerung einstellen. Natürlich stehen auch die vorgefertigten Profile zur Auswahl. Der Power-Fan und die drei optionalen Lüfter lassen sich nicht beeinflussen.

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Die EPU-Funktion des Maximus IV lässt sich auch ansprechen. Für drei "Konfigurationen" lassen sich entsprechende Optionen definieren, so z.B eine vCore Spannungsrückstufung, ein Absenken der Chipsatz-Spannung, ein Anpassen der Lüftersteuerung und ein Abschalten von Festplatten und Bildschirm. ASUS scheint hier das klassische Energiemanagement von Windows, wie es beispielsweise Notebooknutzer sicher kennen, mit einigen speziellen Möglichkeiten des Mainboards zu kombinieren. Letztendlich lassen sich solche spezielle Profile, sei es für maximale Leistung oder hohe Energieeinsparung, auch über die BIOS-Einstellungen und anderen Optionen des Mainboards realisieren. Interessant am EPU-Tool ist aber, dass es die momentan vom Prozessor aufgenommene Leistung anzeigt. Über die Genauigkeit dieses Wertes darf natürlich diskutiert werden.

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Ebenfalls interessant ist die Steuerung der digitalen Spannungswandler von Windows aus. Quasi "on the fly" lassen sich dort Loadline Calibration und andere Parameter verändern. So lässt sich z.B. feststellen, dass bei Standardtakt unter Volllast der Unterschied zwischen 0% und 100% Loadline Calibration bei der Prozessorspannung 1,12 zu 1,20 Volt ausmacht. Phase Control und auch die Taktfrequenz haben teils große Auswirkungen auf das Systemverhalten. Im Vergleich zum Betrieb bei 250 KHz Schaltfrequenz der Spannungswandler verbraucht das Testsystem bei 1100 kHz ca. 20 Watt mehr aus der Steckdose.

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Dieses Tool lädt geradezu zum Ausprobieren aller vorhandenen Optionen ein. Durch die Änderungsmöglichkeit im laufenden Betrieb spart man natürlich auch gegenüber der Konfiguration im BIOS einiges an Zeit ein. Da wir es zweimal geschafft haben, durch Änderungen im DIGI+VRM-Tool das System zum Abschalten zu bringen, ist es aber vermutlich ratsam, in jedem Schritt nur kleine Veränderungen vorzunehmen und allgemein eine gewisse Vorsicht walten zu lassen.

Weiterhin bietet die AI Suite die Möglichkeit, im Teil "Probe II" Alarmschwellen für Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten zu definieren. Im Tool "Sensor Recorder" lassen sich entsprechende Messwerte grafisch darstellen und auch über längere Zeit loggen. Insgesamt lohnt es sich als Besitzer eines Maximus IV Extreme, die AI Suite zu installieren und einmal in Ruhe anzuschauen. Eine Deinstallation war auf unserem Testsystem jedenfalls problemlos möglich.