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Test: ASUS Maximus IV Extreme - Features und Layout (2)

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Seite 3: Features und Layout (2)

Das Schnittstellenangebot des P67-Chipsatzes hat ASUS durch den Einsatz von einigen zusätzlichen Controllern und Switches aufgebohrt. So sind beispielsweise zwei USB-3.0-Controller von NEC/Renesas integriert, die durch den Einsatz von zwei Hub-Chips von VIA insgesamt zehn USB-3.0-Ports bieten können. Den zwei SATA-6G-Ports des Chipsatzes hat ASUS einen Marvell-Controller beiseite gestellt, der zwei weitere SATA-6G-Anschlüsse zur Verfügung stellt. Die vier weiteren SATA-3G-Ports des Chipsatzes werden durch einen JMicron-Controller ergänzt, der für zwei eSATA-3G-Ports auf dem I/O-Panel sorgt.

Kommen wir zuerst zu den SATA-Schnittstellen. An der Vorderkante des Boards sind insgesamt acht abgewinkelte Buchsen zu finden. Die vier grauen Ports sind an den Chipsatz angeschlossen und bieten 3G-Geschwindigkeit inklusive aller weiteren Features wie z.B. RAID. Die roten Ports sind Anschlüsse mit SATA-6G-Geschwindigkeit, wobei die von vorne betrachtet linken beiden vom Chipsatz bedient werden und die rechten beiden an einen Marvell-Controller angeschlossen sind. Natürlich bieten auch die beiden SATA-6G-Ports des Chipsatzes das volle Programm an Funktionen von Intels Rapid Storage Technologie.

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Zum Einsatz kommt ein 88SE9182 von Marvell, der im Vergleich zum mittlerweile häufig verwendeten 88SE9128 laut Suchmaschinenrecherche anscheinend bisher nur auf dem Maximus IV Extreme eingesetzt wird. Ein direktes Datenblatt war bei Marvell nicht zu finden, aber laut einer Liste auf einer PCI-Express-Entwicklerseite ist der 9182 ein „Dual Port 6GB/s SATA PCIe 2.0 x2 HBA/RAID Controller“, womit er aufgrund seiner möglichen x2-Anbindung in der Lage sein könnte, beide SATA-Ports mit annähernd voller Geschwindigkeit zu betreiben, da eine einzelne PCIe-2.0-Lane schon 500 MB/s erreicht. Gegenüber bisherigen P55-Mainboards, bei denen die Zusatzcontroller häufig nur mit einer einzigen PCIe-1.0-Lane angebunden waren, welche theoretisch gerade einmal 250 MB/s pro Sekunde schafft, ist dies ein eindeutiger Fortschritt.

Weiterhin ist noch ein JMicron-362-Controller vorhanden, der die zwei eSATA-Ports auf dem I/O-Panel versorgt. Die beiden Anschlüsse werden mit normaler SATA-3G-Geschwindigkeit betrieben, wobei der Controller selber über eine PCIe-1x-Lane mit PCIe-1.0-Geschwindigkeit angebunden ist. Für die Versorgung einer externen Festplatte oder eines Speichersticks sollten die theoretisch zur Verfügung stehenden 250 MB/s ausreichen.

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Im obigen Bild ist der Marvell-Controller oberhalb der roten SATA-6G-Ports zu sehen. Auffällig sind ebenfalls die drei größeren Chips auf der linken Seite, die ASUS für die umfangreichen Spezialfunktionen ihrer ROG-Boards benötigt.

Da Intel auch bei der aktuellen Generation von Chipsätzen auf die Implementierung von USB 3.0 verzichtet hat, ist der Einsatz von entsprechenden Zusatzchips für die Mainboardhersteller quasi zur Pflicht geworden. USB 3.0 ist zwar noch nicht wirklich weit verbreitet, aber es finden sich gerade im Bereich externer Speicherlösungen immer mehr Modelle mit dieser Schnittstelle. Zwar limitieren z.B. bei externen Festplatten die dort gerne eingesetzten Eco-Festplatten, aber in der Praxis ergibt sich doch eine deutlich größere Geschwindigkeit als bei bisherigen USB-2.0-Lösungen.

Bisher dominierte den USB-3.0-Markt ein Controller von NEC/Renesas, aber mit dem EtronTech EJ168A ist nun ein weiterer vielversprechender Controller aufgetaucht, der beispielsweise von ASRock auf ihren neuen P67-Platinen eingesetzt wird. Warum die bereits länger bekannten "NEC-Controller" offiziell unter dem Namen Renesas laufen, aber dennoch noch mit NEC beschriftet sind, lässt sich durch die Firmengeschichte erklären. Unter dem Firmenname Renesas Technology wurden einst die Halbleitersparten von Hitachi und Mitsubishi Electric ausgegliedert. Im letzten Jahr haben dann Renesas Technology und NEC Electronics eine Fusion unter dem neuen Firmennamen Renesas Electronics vereinbart und der USB-3.0-Controller-Chip scheint aus der NEC-Seite des Unternehmens zu stammen.

ASUS greift beim Maximus IV Extreme aber auf den bewährten Renesas-Controller zurück, von dem zwei Stück verbaut werden. Da ein Controllerchip aber nur zwei USB-3.0-Ports hat, musste ASUS ein bisschen tricksen, um auf die stattliche Anzahl von zehn USB-3.0-Ports zu kommen. ASUS setzt dazu zwei VLI810 Super-Speed-USB-3.0-Hub-Controller von VIA ein, die je einen Port eines Controllers auf vier Anschlüsse erweitern.

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Einer Präsentation von ASUS zufolge sind die beiden USB-3.0-Buchsen auf dem I/O-Panel, die unterhalb der zweiten RJ45-Buchse neben den Sound-Anschlüssen liegen, direkt mit einem Port eines Renesas-Chips verbunden. Die weiteren sechs USB-3.0-Buchsen auf dem I/O-Panel sind dann zusammen mit den zwei Ports auf dem USB-3.0-Header über die VIA-Hubs mit dem jeweils zweiten Port der Renesas-Controller verbunden. Die PCIe-2.0-fähigen Controller sind selbst jeweils über eine PCIe-x1-Lane mit dem Chipsatz verbunden. Im Rahmen unserer Schnittstellentests werden wir natürlich auch schauen, ob diese Variante Einfluss auf die Performance hat.

Neben den USB-3.0-Schnittstellen verfügt das Maximus IV Extreme auch über USB-2.0-Anschlüsse. Ein Port ist hochkant auf dem I/O-Panel zu finden und dient zugleich auch als Schnittstelle zum ROG-Connect-System. Auf dem Board sind Header für insgesamt acht USB-2.0-Ports vorhanden, wobei sich eine Slotblende mit zwei Buchsen im Lieferumfang befindet.

Über Firewire verfügt das Maximus IV Extreme nicht, aber es kann mit einem Bluetooth-Modul im Lieferumfang aufwarten, welches auf einen speziellen Pin-Header im I/O-Panel-Bereich gesetzt werden kann. Über diese Bluetooth-Schnittstelle sind neben klassischen Bluetooth-Verbindungen wahlweise auch Zugriffe auf Fernsteuerungsfunktionen des ROG-Systems möglich.

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Für die Soundausgabe kommt ein Realtek ALC 889 zum Einsatz, der bereits auf vielen anderen Boards zu finden ist. Er bietet 7.1 Sound plus zwei unabhängige Stereo-Kanäle durch Frontpanelanschlüsse. Unterstützung für Blu-ray und dessen Content Protection ist vorhanden ebenso wie SPDIF-Ausgabe mit bis zu 24 Bit und 192 KHz. Auf digitaler Seite sind die wesentlichen Features für ungetrübten Soundgenuss vorhanden. In Sachen analoger Qualität bietet der Onboard-Sound des Maximus IV Extreme das Übliche: Für manche mag es reichen und für alle anderen bietet das Maximus noch freie Schnittstellen.

Das ASUS Maximus IV Extreme hält am I/O-Panel umfangreiche Anschlussmöglichkeiten bereit. Neben den bereits erwähnten acht USB-3.0-Anschlüssen, zwei eSATA-3G-Ports und insgesamt sechs Sound-Anschlüssen plus optischem Port lassen sich noch zwei RJ45-Buchsen für Gigabit-LAN und eine PS2-Schnittstelle finden. Beide Netzwerkschnittstellen werden durch Lösungen von Intel bereitgestellt. Ein Intel 82579V stellt die Verbindung zur im Chipsatz selbst integrierten LAN-Funktionalität her und ein 82583V-Controller ist über eine PCIe-x1-Lane angeschlossen.

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Weiterhin ist am I/O-Panel noch ein Clear-CMOS-Taster und ein Schalter zum Aktivieren des iROG-Systems positioniert.

Aufgrund der stattlichen Anzahl von zwei zusätzlichen SATA-Controllern, zwei USB-3.0-Chips und einer Gigabit-LAN-Netzwerkschnittstelle wird es zusammen mit den beiden PCIe-Slots auf dem Mainboard natürlich in Sachen PCIe-Lanes etwas eng. ASUS setzt daher einen PLX PEX8608 PCIe-Switch-Chip ein, um die vorhandenen 8 PCIe-Lanes des Chipsatzes optimal zu nutzen.

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ASUS bindet dabei die beiden USB-3.0-Controller, den zweiten Intel-LAN-Controller, den JMicron-Chip und den Marvell-Controller direkt an den Chipsatz an,  letzteren Chip evtl. sogar mit einer x2-Anbindung. An den restlichen zwei PCIe-Lanes des Chipsatzes ist der PLX-Chip angebunden, welcher die beiden PCIe-Slots versorgt. Da der PCIe-x1-Slot beim Einsatz üblicher Grafikkarten in Doppelslot-Größe versperrt wird, bleibt in der Praxis nur der PCIe-x4-Slot zur Nutzung über. Sicher ist, dass dieser nicht die volle Performance einer x4-Anbindung leisten können wird, aber mangels geeigneter PCIe-x4-Hardware zur Überprüfung der Transferleistung können wir dessen tatsächliche Performance momentan nicht beurteilen.

Auf dem Maximus IV Extreme lassen sich insgesamt acht FAN-Header für den Anschluss von Lüftern finden. Alle Lüfter verfügen über einen 4-Pin-Anschluss und können in irgendeiner Weise geregelt werden. Die drei Gehäuselüfter werden dabei zusammen gesteuert. Für sie und den CPU-Lüfter lassen sich neben einer Mindestdrehzahl verschiedene Drehzahlprofile auswählen. Neben drei vorgefertigten Profilen ist auch eine manuelle Konfiguration über zwei Betriebspunkte (Temperatur/ PWM-Wert) möglich. Für den sogenannten Power-Fan ist nur ein fester Duty-Prozentwert einstellbar, die drei optionalen Lüfter lassen sich zusätzlich noch über zwei Temperaturwerte der jeweils zugehörigen Sensorkabel konfigurieren.