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Test: ASRock Fatal1ty - P67-Mainboard mit Sonderausstattung

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Seite 5: Overclocking

Für den richtigen Spaß am Overclocking bedarf es mehrerer Voraussetzungen, die das Board mitbringen muss. Es müssen die richtigen BIOS-Einstellungen vorhanden und die Hardware muss entsprechend leistungsfähig sein. So muss beispielsweise die Spannungsversorgung für deutlich höhere Belastungen ausgelegt sein, als es eigentlich nach Intels Vorgaben erforderlich wäre. Auch ist das Board-Layout mit von Bedeutung, damit die Signalübertragung bei höheren Frequenzen und Belastungen noch einwandfrei gewährleistet ist. Als Dreingabe kann der Boardhersteller dann noch Features wie vereinfachte Bedienung, extra Tasten oder umfangreiche Diagnose-Möglichkeiten drauflegen.  

ASRock möchte hier beim Top-Mainboard sicherlich alles richtig machen: Alle wichtigen BIOS-Einstellungen sind vorhanden und auch die Spannungen lassen sich entsprechend hoch einstellen. Bei den maximalen Spannungen bleibt man aber im humanen Bereich und liefert beispielsweise für die DDR3-Module 1,8 V maximale Spannung. Mehr ist für die Module auch nicht sinnvoll und führt meistens nicht zu einer höheren Taktrate, sondern höchstens zum Defekt - in sofern sind die Einstellungen in Ordnung.

LEDs auf dem Mainboard gibt es nicht, die die Spannung oder Auslastung anzeigen, dafür hat ASRock aber eine Post-LED eingebaut, die den Startvorgang des PCs begleitet und somit Auskunft darüber geben kann, wann das Mainboard beim Starten stecken bleibt.

Für das Übertakten sind natürlich die Features am wichtigsten, die wir im Folgenden auflisten:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 95 bis 110 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,61 bis 1,52 V in 0,005-V-Schritten,
Offset-Mode: -0,3 bis +0,5 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 bis 1,8 V in 0,015-V-Schritten
VTT-Spannung 0,661 V bis 1,87 V in 0,013-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,586 bis 2,349 V in 0,0075-V-Schritten
PCH-Core-Spannung
0,78 bis 1,646 V in 0,009-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
VCCSA Voltage 
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
Core Current Limit
einstellbar, bis 300 A
Weitere Besonderheiten
Settings speicherbar in Profilen, CPU OC-Automatik (5 Profile bis 4,8 GHz)
Load Line Calibration, Spread Spectrum, Instant Flash,
Extreme OverVoltage Option, sämtliche Stromspar-Modi

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

In unserem Overclocking-Check bekamen wir allerdings mit der zum Testzeitpunkt aktuellen BIOS-Version noch ein paar Performance-Probleme. Das System startete zwar mit den von unserer CPU einfach zu erreichenden 4,8 GHz, senkte den Takt aber bei Vollbelastung trotz deaktivierten Speed-Step- und Turbo-Optionen und heraufgesetztem Core Current Limit. Aus den 4,8 GHz wurden so in einzelnen Stufen nur 4,1 GHz. Auch ein Abschalten der Energiesparoptionen brachte hier keine Besserung. 

Allerdings bringt der Weg über den Turbo-Betrieb eine Besserung: Schaltet man den maximalen Turbo-Multiplikator auf 4,8 GHz (x48) und setzt das Turbo Power Limit auf 200 W (Short Duration) und 180 Watt (Long Duration) mit einer zusätzlichen Spannung von ca. 0,1 V, dann läuft unser Prozessor stabil und dauerhaft auf der hohen Taktrate. Bei Intels Core i7-2600K ist es also immer besser, direkt über den Turbo-Betrieb zu übertakten. Ein kleines Manko gibt es beim ASRock-Board: Die Multiplikatoren lassen sich nicht einzeln für die Belastung mit einer, zwei, drei oder vier Kernen einstellen.

Die 4,8 GHz erreichten wir aber auch einfacher: Und zwar mit ASRocks Auto-Overclocking-Setting. Einfach auf 4,8 GHz gestellt bootet das System ohne Probleme und behält den höheren Takt bei - ein Zeichen, dass das Fatal1ty auf jeden Fall für einen Anfänger in der Lage ist, gute Overclocking-Ergebnisse einzufahren. Etwas nervig war auch noch das Zurücksetzen der Einstellungen beim Startvorgang, wenn man es übertrieben hat: Teilweise benötigte das System dann fünf oder sechs Anläufe, bevor das BIOS wieder zu erreichen war.

asrock-oc-score

Auch die Übertaktung des Speichers und der Base Clock Rate haben wir angetestet. Mit unseren Kingston HyperX DDR3-2133-Modulen kamen wir bei 1,65 V immerhin auf die spezifizierte Taktrate von 2133 MHz. Die Übertaktung der Base Clock Rate fällt hingegen wie gewohnt schlecht aus - bei 107 Mhz war beim ASRock wieder einmal Schluss. Interessant ist, dass ASRock schon gar keine hohen BCR-Taktraten mehr anbietet: Bei 110 MHz ist im BIOS bereits Sense, während andere Hersteller noch utopische Taktraten angeben. Im Endeffekt ist dies ein Zeichen dafür, dass es wohl in naheliegender Zukunft keinen Trick geben wird, die Base Clock Rate massiv anzuheben.

Natürlich bietet ASRock wie alle anderen Hersteller auch ein Tool zum Hardwaremonitoring und zum Übertakten unter Windows. ASRock nennt dies F-Steam Tuning. Das Tool besitzt im Wesentlichen eine Anzeige für das Hardwaremonitoring, eine Lüftersteuerung und einfache Settings zum Übertakten. So lassen sich die meisten Spannungen verstellen, ebenso wie der CPU-Multiplikator und die Base Clock Rate. Leider führten Änderungen oftmals zu einem Systemabsturz. Für den Profi ist dieses Tool wohl weniger interessant, erfreulich ist aber, dass ASRock nicht viele verschiedene Tools für die unterschiedlichen Funktionen anbietet (Hardwaremonitoring, Lüftersteuerung, Overclocking, Energiesparfunktionen, Fatality Mouse Port).

fstream

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Auf der nächsten Seite schauen wir uns ein paar Besonderheiten auf Softwareseite des Mainboards an.