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Round-Up: Drei P55-Mainboards im Test - ECS P55H-AK - Overclocking

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Seite 9: ECS P55H-AK - Overclocking

Von der Hardware her macht das P55H-AK den Eindruck, als ob es gute Overclocking-Eigenschaften haben könnte. Die Stromversorgung scheint stark ausgelegt worden zu sein und auch über eine solide Kühlung zu verfügen.

Der für Overclocker interessante Teil ist im BIOS unter der Option "M.I.B.X. (MB Intelligent BIOS X) zu finden. Nach dem Aufrufen werden die meisten User hier allerdings schnell enttäuscht sein, was schon bei der Kleinigkeit anfängt, dass das Menu unstrukturiert wirkt. Dies liegt zum Teil auch daran, dass manche Optionen erst bei bestimmten Einstellungen sichtbar werden. Aber auch der Funktionsumfang der Einstellmöglichkeit fällt nur in die Kategorie "ausreichend". So fehlt z.B. ein Option bzgl. der Load Line Calibration und die Anzahl der veränderlichen Speicherparameter ist auch recht klein.


Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 600 MHz, stufenlos
CPU-Spannung -0,9V bis +0,945V in 0,015V-Schritten
DRAM-Spannung -0,8V bis +0,63V in 0,01V-Schritten
VTT-Spannung

-0,8V bis +0,63V 0,01V-Schritten

PCH-Spannung
-0,8V bis +0,63V in 0,01V-Schritten
CPU-PLL-Spannung
-
PCIe-Takt 100 bis 200 MHz, stufenlos
Weitere Spannungen
-
Speicher-Optionen
Taktraten 2:6, 2:8, 2:10, 2:12
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar, 11 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
CPU-Multiplikator CPU-abhängig, einstellbar bei "k"-Modellen
Weitere Besonderheiten

Settings speicherbar in Profilen, Turbo-Betrieb,
fertige OC-Profile

In der nachfolgenden Galerie haben wir die für das Overclocking relevanten BIOS-Seiten zusammengestellt.

Gut ist das Vorhandensein einer Live-Anzeige von wichtigen Taktfrequenzen, die einem das Resultat der aktuell eingestellten  Taktraten und Teiler anzeigt. Insgesamt vier Spannungen lassen sich verändern, diese allerdings nur über einen Offsetwert und nicht über absolute Werte. Die - theoretisch eigentlich fixen - Ausgangswerte, auf die sich der Offsetwert bezieht, verändern sich anscheinend häufig, sodass man als User stets ein unsicheres Gefühl hat, welche Werte gerade tatsächlich anliegen. In manchen Situationen wie missglückten OC-Versuchen scheint hier bei der Berechnung einiges schiefzulaufen, sodass auch mal plötzlich ungewollt hohe Werte anliegen können. Auch hat unser Testexemplar bei einigen fehlgeschlagenen OC-Versuchen sogar einmal Uhrzeit und die gesamten BIOS-Einstellungen vergessen.

Bei dem Versuch, die maximal mögliche Baseclock des P55H-AK auszuloten, ergab sich ebenfalls nur ein sehr dürftiges Bild. Das Board war mit keiner Einstellung in der Lage, eine Baseclock von 200 MHz stabil zu fahren. Erst bei Taktraten im Bereich 190 MHz oder weniger war ein stabiler Betrieb möglich, was angesichts der Hardware und des angedachten Verkaufspreises sehr enttäuschend ist. Da das Board nicht mehr auf den Markt kommen wird, ist es nun müßig darüber zu spekulieren, ob der bevorstehende Start von Sandy Bridge der alleinige Grund für den Rückzug ist.

Ein Kurztest einer vor Kurzem erschienenen zweiten BIOS-Revision ergab nur wenig Verbesserung. Das Bootlogo ist weiterhin nicht abschaltbar und die Optionen in Sachen Overclocking sind nicht verbessert worden. Nicht verändert hat sich ebenfalls das bescheidene OC-Potential des Boards.

Insgesamt ergibt sich in Sachen BIOS und Overclocking ein schwaches Bild beim P55H-AK, welches den Wert der an sich guten Hardwareplattform deutlich einschränkt.