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MSI Big Bang Fuzion - Fazit

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Seite 8: Fazit

Lucid hat mit der Hydra-Engine die richtige Idee. Dass AMD und NVIDIA selbst die Verwendung zweier unterschiedlicher Karten aus eigenem Hause verhindern, ist für den Endanwender relativ unverständlich. NVIDIA erlaubt zumindest den Einsatz einer weiteren GeForce-Grafikkarte, die sich dann um den PhysX-Support kümmert. Die Kombination von alten und neuen Karten ist aber nicht zur Leistungssteigerung zulässig. Dass man nicht auch den gemeinsamen Betrieb mit einem Konkurrenzprodukt unterstützt, kann man noch nachvollziehen.

Die Umsetzung der Hydra-Engine ist für den Hersteller Lucid recht kompliziert. Es gilt Faktoren wie das Treiber-Management von Windows und die Grafikkarten-Treiber in den verschiedenen Versionen und schnellen Zyklen zu beachten. Für den Anwender hat man es auf eine sehr einfache Ebene gebracht. Nach der Installation der Treiber muss nur noch der Hybrid-Engine-Treiber installiert werden und schon kann es los gehen - theoretisch.

Die Performance in den verschiedenen Kombinationen der Grafikkarten muss differenziert betrachtet werden. So macht es beispielsweise kaum Sinn, zu einer performanten Karte ein kleines Modell dazu zu stecken. Schon eher interessant ist hier der Einsatz einer älteren Karte zusammen mit einem aktuellen Modell wie der Radeon HD 5850 oder GeForce GTX 285 aufzurüsten. Ein Wehrmutstropfen ist allerdings der Preis: Meldungen zufolge kostet der Lucid-Chip etwa 70 US-Dollar, was dann auch den hohen Preis des Mainboards mit 300 Euro erklärt. Macht es dann eventuell mehr Sinn, gleich eine schnellere Grafikkarte zu kaufen?

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Das MSI-Board ist einzeln betrachtet aber einen Blick wert, denn durch die Feature-Vielfalt relativiert sich der hohe Preis etwas. Erstaunlich niedrig war im Betrieb der Stromverbrauch, was den Lucid-Chip deutlich empfehlenswerter macht als NVIDIAs nForce 200. Das Board konnte mit einem Idle-Verbrauch von 115,1 Watt und einem Last-Verbrauch von 206,3 Watt glänzen, es verbrät also nur minimal mehr als andere High-End-Platinen mit entsprechender Ausstattung. Mainboards mit nForce-200-Chip liegen meistens knapp 10 Watt drüber - Lucids PCIe-Brücke ist also deutlich stromsparender.

Zudem kann das Layout gefallen, die Onboard-Komponenten bedienen jeden Bedarf, das BIOS ist ausgereift und die Overclocking-Fähigkeiten sind auch für Profi-Übertakter interessant. Im Lieferumfang hat MSI interessante Besonderheiten wie das OC Dashboard hinzugepackt. Im Performance-Vergleich schneidet es auf dem typischen P55-Niveau ab, Unterschiede zu anderen Boards sind aufgrund des integrierten Speichercontrollers fast nicht existent. Am Board selber gibt es also ausser am Preis und den (noch) eingeschränkten Fähigkeiten im Hydra-Betrieb keine Kritikpunkte.

 Positive Punkte des MSI Big Bang Fuzion:

  • reichhaltige Onboard-Ausstattung
  • sehr gute Kompatibilität und Stabilität
  • sehr gute Overclocking-Features
  • Stromverbrauch vergleichsweise niedrig

Negative Punkte des MSI Big Bang Fuzion:

  • relativ teurer Preis
  • noch recht eingeschränkter Gewinn durch Nutzung von unterschiedlichen Grafikkarten

Das Board bekommt von uns den Excellent-Hardware-Award, aus zwei Gründen: Zum einen ist es eine der aktuell bestausgestatteten P55-Platinen am Markt und funktionierte im Testbetrieb in allen Bereichen einwandfrei. Zum anderen ist das Board auch eine Technologie-Show und momentan das Einzige seiner Art mit dem Lucid-Chip. Wir werden hier auf jeden Fall am Ball bleiben, und das Board weiter mit diversen Konfigurationen testen - denn einige Bereiche des Lucid-Chips, die wir in diesem Test noch nicht angesprochen haben, sind noch sehr interessant.

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