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Radiatoren-Roundup

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Seite 2: Erläuterungen zum Testverfahren

Bei den Tests kam wieder unser Teststand zum Einsatz. Mehr über den Teststand erfährt man in dem Artikel über den Teststand.

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Natürlich werden Radiatoren anders als Kühlkörper getestet, deswegen hier nun die Erläuterung zu unserer Testweise:

Grundbedingungen / Testumfeld:

Kühler: Levicom-Kühler
Pumpe: Eheim 1048
Lüfter: Papst 4412 F/2GL (1500 rpm 12V)
Durchflussturbine: Innovatek FlowControl 2.0
Wassermenge: ~2 Liter Wasser im System, Plastikkanister dient als Ausgleichsbehälter
Schauch: 8/10er Schlauch
Raumtemperatur: 23° C ± 1°

Testablauf:

Der Test fängt mit einer 20-minütigen Ruhephase an. In dieser Zeit laufen die Lüfter auf 12 V und versuchen das Wasser auf Raumtemperatur zu bringen. Dann beginnt die Heizphase. Das FET wird mit 100W beheizt. In der Heizphase kommen die drei Hauptschritte:

  1. 120 Min. Lüfter bei 5 V
  2. 40 Min. Lüfter bei 7 V
  3. 40 Min. Lüfter bei 12 V

Nach diesen drei Phasen wird das FET abgeschaltet und der Test läuft ruhig aus, die Lüfter laufen bei 12 V weiter, es folgt ein 40-minütiger Abkühlvorgang. Während der Testdauer werden ständig die Luft-, Wasser- und Diesim-Temperatur gespeichert. Für die Leistungsbewertung eines Radiators ist vor allem die Differenz zwischen der Raumtemperatur und der Wassertemperatur ausschlaggebend. Eben jene Temperatur versuchen wir in diesem Test zu ermitteln.

Da diese Leistung aber auch noch von der Stärke der Lüfter abhängig ist, haben wir für die drei Phasen die Spannungen gewählt, die man auch am PC-Netzteil abgreifen kann. Dass sich dadurch durchaus interessante Ergebnisse präsentieren, werden wir im Laufe des Tests noch herausfinden.

Nun aber zu den Ergebnissen und wie diese zu deuten sind. Am Ende eines jeden Tests stehen zwei Kurven:

Die erste Kurve zeigt nur den Temperaturverlauf der drei Sensoren. Besonders wichtig ist, dass die Lufttemperatur keine allzu großen Ausschläge aufweist, da sich dies bei einer Temperaturdifferenz, die direkt mit der Raumtemperatur ermittelt wird, natürlich fatal auswirkt. Weil die Wassertemperatur träge auf eine solche Veränderung reagiert, ist eine möglichst geringe Schwankung wünschenswert. Temperaturschwankungen während der Testphase sind unvermeidbar, es ist unmöglich über 4 Stunden die gleiche Raumtemperatur zu halten. Wir haben dennoch größte Bemühungen angestellt die Temperatur doch einigermaßen konstant zu halten.

Die zweite Kurve ist dann jene für den Test entscheidende Differenztemperatur zwischen Raum- und Wassertemperatur. Im Idealfall ist sie gleich Null, wenn die Wassertemperatur der Raumtemperatur entspricht. Dies ist jedoch nur mit sehr großen Radiatoren in Verbindung mit vielen Lüftern möglich. Mit technischem Aufwand (Peltiers, Kompressoren) oder Kühltürmen (Bongkühler) sind gar Wassertemperaturen jenseits der Raumtemperatur oder gar unter der 0°-Marke möglich, aber dies nur am Rande.

Auf den ersten Blick ist schon auffällig, dass z.B. bei obiger Grafik die Differenztemperatur bereits vor der Heizphase bei etwa 1° k liegt. Dies liegt daran, dass in unserem Testraum normal keine 23° C Raumtemperatur herrschen, sondern höchstens 20° C. Um das Wasser also auf Temperatur zu bekommen lassen wir den Teststand schon ein wenig vor Testbeginn laufen. Die Pumpe trägt dann mit ihren 10 W (Nennleistung) auch noch ihren Teil dazu bei. Wir haben uns entschieden, möglichst bei 23° C Raumtemperatur zu testen, da dies eine Temperatur ist, die sich über das ganze Jahr verteilt einigermaßen gut erzeugen lässt, bzw. eben im Sommer im geschlossenen Raum noch möglich ist. Sicher ist das Testen auch bei geringeren Temperaturen möglich und die Abweichungen der Werte von den bei 23° ermittelten Werten ist äußerst gering, bzw. vernachlässigbar, jedoch ist eine einheitliche Raumtemperatur vom physikalischen Standpunkt optimal.

Anhand dieser Grafik lässt sich nun also eine Aussage über das Leistungsvermögen eines jeden Radiators unter Beachtung der jeweiligen Lüfterstärke machen. Dieser Testaufbau kommt sowohl bei Single- als auch bei Dualradiatoren zum Einsatz. Bei Passivradiatoren ist kein dreiphasiger Test nötig, da diese über keine Lüfter verfügen. Da sie mehr Wasser aufnehmen als der Standardaufbau wurden das System hier entsprechend mehr befüllt. Sollte sich die Wassermenge auf die Kühlleistung auswirken, wurde der Test entsprechend verlängert.

Die Daten eines jeden Tests können als xls-Excel-File heruntergeladen werden. So kann sich jeder selbst ein genaues Bild über den Testverlauf machen.