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80mm-Lüfter-Roundup: 32 Modelle im Test

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Seite 14: Die Temperaturgesteuerten

Bereits vor unserem Tests kündigten wir an, dass wir die drei temperaturgesteuerten Kandidaten nicht mit in den Testparcour schicken werden, da dies unserer Auffassung nach wenig Sinn gehabt hätte. Zwar wäre es über Umwege möglich gewesen, die Lüfter durch Erwärmen der Sensoren auf die maximalen Drehzahlen zu bringen, doch ist die dafür nötige Temperatur von Modell zu Modell unterschiedlich. Außerdem wären die so entstandenen Ergebnisse wiederum nicht wirklich sinnvoll zu interpretieren gewesen. Also haben wir uns entschlossen, jedes der drei Produkte für sich ein Stück weit vorzustellen, damit sich jeder selbst ein grobes Bild machen kann, oder eines der Geräte für seine Ansprüche geignet ist.

Verax 80251235-KPE


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Beginnen wollen wir mit dem teuersten Modell aller Testkandidaten. Satte 49 € muss man aktuell für einen 80251235-KPE von Verax anlegen. Damit setzt er eine Marke, deren Gegenstück vom Titan TFD-8025M12S mit 3 € gesetzt wird. Sicherlich sind 50 € für viele weit über der Schmerzgrenze. Fest steht zumindest, dass die Modelle von Verax das beste Lautstärke/Leistung Verhältnis im Test bieten. Laut Herstellerangaben dreht der auch als „Verax 80 KPE“ bezeichnete Lüfter standardmäßig mit rund 1300 Umdrehungen. Bei 40 °C in der Nähe des Sensors steigert er sich auf 2000 Touren und bei einer Temperatur von 45 °C hat er seine Maximaldrehzahl von 3500 Umdrehungen pro Minute erreicht. In der Praxis ist er bei Zimmertemperatur flüsterleise, auf maximaler Leistung ist er deutlich hörbar und in etwa auf dem Geräuschniveau eines Standard-Modells. Als Zubehör liegt allen Verax-Modellen eine „CustomerCard“, zu Deutsch „Kundenkarte“ bei, auf der die individuelle Produkt-ID des gekauften Exemplars aufgedruckt ist. Die Meisten hätten die Homepage und die Support E-Mail auch ohne solch eine Plastikkarte gefunden, in jedem Fall wirkt es aber exklusiver, schließlich hat man ja auch genug Geld investiert.

Antec SmartCool


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Schaut man sich den SmartCool das erste Mal an, wird man sich vielleicht fragen, warum er in transparentem Kunststoff gefertigt ist, obwohl er keine LEDs besitzt. Diese Frage können wir zwar auch nicht beantworten, aber wir müssen eingestehen, dass es uns auch verwundert hat. Zumindest ist sicher, dass bei der Suche nach den fehlenden LEDs jeder den direkt am Rotor befestigen Temperatursensor bemerkt hat. Somit ist auch frühzeitig klar, für welche Einsatzbereiche Antec diesen Lüfter konzipiert hat. Eine CPU kann man so nur schlecht kühlen, da dabei im Allgemeinen kühle Luft in den Kühlkörper geblasen wird und diese die Temperatur in der Nähe des Sensors bestimmt. Setzt man den SmartCool jedoch als Gehäuselüfter zum transportieren der warmen Luft aus dem Gehäuseinneren nach Außen ein, wird der Sensor ständig eben von dieser Luft erwärmt.

Zum abfassen der Temperatur an einer bestimmten Stelle, beispielsweise an einem Chip, eignet sich ein Temperaturfühler, wie er dem Thermaltake Modell beiliegt weitaus besser. Der Lüfter variiert in seiner Drehzahl zwischen insgesamt ca. 1500 und 2000 Umdrehungen pro Minute. Steigt die Temperatur über 20 °C, erhöht sich die Drehzahl, bei 50 °C ist die Maximalförderleistung erreicht. Dieser Temperaturbereich ist durchaus sehr praxisorientiert und sinnvoll, ob eine Steigerung von 500 Umdrehungen ausreicht, um einen Temperaturunterschied von 30 °C auszugleichen, muss von System zu System geprüft werden. Dabei gibt es natürlich die Möglichkeit, den Lüfter mittels Potentiometer in der Leistung nach unten zu setzen. Einem Passivkühler, beispielsweise einer CPU, dessen direkte Umgebungsluft sich auf 50 °C erhitzt hat, ist jedoch sicherlich nicht mit einem 2000er Lüfter beizukommen.

Papst 8412 NGMLV


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Unabhängig von der Umgebungstemperatur ist dieses Modell ein wirklicher Leisedreher. Bei Zimmertemperatur ist er ähnlich flüsterleise wie das Produkt von Verax, unter Volllast dreht er zwar etwas auf, ist aber immer noch „silent“ und sollte in den meisten PC-Systemen nicht weiter auffallen. Er ist dementsprechend auch der schwächste der drei temperaturgesteuerten Probanden. Knapp 16 € muss man für ein Exemplar auf den Tisch legen, dafür bekommt man nur den Lüfter, wie üblich kein Zubehör. Der Temperatursensor ist bei diesem Produkt übrigens im knapp 30cm langen Anschlusskabel mit 4-Pin Stecker untergebracht. Somit eignet er sich besonders gut zum Überwachen der Gehäusetemperatur oder zum Einsatz in einem Netzteil.

Wunderdinge darf man bei keinem der Produkte erwarten, auch wenn der Antec auf vollen Touren eine Menge Lärm macht und die maximal 3500 Umdrehungen eher ein Power-Modell vermuten lassen. Im Großen und Ganzen sind temperaturgesteuerte Lüfter zwar eine bequeme Lösung und in vielen Einzelfällen sinnvoll. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, dass sein System immer auf einer gewissen Temperatur ist und für beispielsweise LAN-Besuche gerne manuell etwas Leistung zuschaltet, sollte vielleicht doch eher zur konventionellen Potentiometermethode greifen.