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Test: Corsair H70 – Watercooling goes public?

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Seite 10: Fazit

Ist Corsair mit der kompakten Wasserkühlung Marke H70 also ein großer Wurf gelungen? Im Detail wartet die Corsair H70 als Nachfolger der H50 mit einigen Detailverbesserungen auf. Die Pumpe arbeitet insgesamt leiser, die Höhe der Pumpe ist geringer, von Werk an lassen sich zwei Lüfter montieren, der Radiator ist wesentlich tiefer und der Lamellenabstand etwas größer. Ob das reicht, klären wir jetzt.

Angefangen beim Lieferumfang fällt dieser recht üppig aus, neben den verschiedenen Montagematerialien und der beiden Lüfter finden sich noch ein dreipoliger Y-Adapter sowie zwei dreipolige Spannungsadapter, lediglich ein Molex-Adapter wäre noch wünschenswert gewesen. Die Verarbeitung der Wasserkühlung ist dem Preis von über 70 Euro angemessen, im Detail stört man sich aber an der recht rauen Kontaktfläche zum Prozessor. Die Montage stellt einen nicht vor ungelöste Probleme und ist in der Regel schnell erledigt, das Hartplastik der Schläuche ist etwas flexibler als bei der Cool-IT ECO A.L.C. und die Pumpeneinheit lässt sich bei der Installation leichter fixieren. Das "Eindreh-Prinzip" der Pumpeneinheit garantiert außerdem eine sichere Verankerung und einen gleichmäßigen Anpressdruck über die gesamte Oberfläche.

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Ist die Wasserkühlung soweit angeschlossen und in Betrieb genommen, machen sich zuerst die mitgelieferten Lüfter bemerkbar. Mit jeweils knapp 2000 Umdrehungen pro Minute ist der Durchsatz enorm, die Lautstärke leider ebenso. Durch eine gewisse Regelung kann man die Lüfter zwar bremsen, jedoch sinkt dann natürlich auch die Leistung und die Lager machen sich - im Verhältnis- durch ein leichtes Schleifen bemerkbar. Der sehr große Regelbereich der Lüfter kann überzeugen, bereits bei 2,4 Volt laufen diese mit 400 Umdrehungen pro Minute an. Leider wird die Drehzahl bis zu einer Spannung von 5 Volt falsch ausgegeben, was eine zielgerichtete Regelung erschwert. Die Pumpe lässt sich, im Gegensatz zur Cool-IT ECO A.L.C., ebenfalls per Spannungsvariation in ihrer Drehzahl regeln, jedoch ist stets ein leichtes Surren zu vernehmen.

Kommen wir nun zur Leistung der H70. Im Betrieb mit den Serienlüftern setzt die Corsair gleich neue Bestwerte und lässt die Konkurrenz alt aussehen, wenn die Lüfter auf 7 Volt heruntergeregelt werden ist der Abstand mit 13,5 Kelvin zum Coolermaster V6 GT mehr als beachtlich. Mit einem unserer Serienlüfter fällt die Leistung der H70 etwas ab und sie landet knapp im oberen Mittelfeld unserer Charts, im Betrieb mit beiden Referenzlüftern kann sie sich wieder an die Spitze der Bestenliste setzen und fällt nur im 7-Volt-Betrieb leicht hinter die Konkurrenz aus dem Hause Prolimatech alias Megahalems und Super Mega zurück. Bleibt festzuhalten: Solange der Durchsatz der beiden Lüfter nicht allzu sehr fällt, ist die Leistung der H70 referenzwürdig und weist auch teure Luftkühler in die Schranken. Aufgrund des aber immer noch recht engen Lamellenabstandes, fällt die Leistung der H70 bei weniger Frischluftzufuhr jedoch leicht exponentiell ab.

Positive Aspekte der Corsair H70

  • zahlreiche Detailverbesserungen zur Corsair H50
  • gleichmäßiger Anpressdruck
  • sehr großer Regelbereich der mitgelieferten Lüfter
  • Pumpe ist regelbar
  • Leistung ist - je nach Szenario - referenzwürdig

Negative Aspekte der Corsair H70

  • Kontaktfläche zur CPU recht grob gefertigt
  • Lüfter und Pumpe neigen zu leichten Nebengeräuschen
  • Lüfter geben unter 5 Volt eine falsche Drehzahl aus

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Corsair H70 für aktuell etwa 74 Euro zwar nicht gerade ein Schnäppchen ist. Im Detail stört man sich etwas am Finish der Bodenplatte und den leichten Nebengeräuschen, jedoch handelt es sich um Kritik auf einem hohen Niveau. Etwas ärgerlicher ist da schon die falsche Drehzahlausgabe der Lüfter, die leicht am positiven Gesamteindruck der H70 kratzt. In Sachen Performance kann die H70 aber klar überzeugen, weshalb sich die H70 zwar denkbar knapp aber verdient unseren Excellent-Hardware-Award gesichert hat. Für alle Sparfüchse lohnt sich, wenn es denn eine kompakte Wasserkühlung sein soll, ein Blick auf die Corsair H50, vier zusätzliche M3-Schrauben sind schnell besorgt und die Leistung mit zwei Lüftern kommt fast an die der H70 heran.

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