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Test: Corsair H70 – Watercooling goes public? - Montage, Lüfterleistung und Besonderheiten

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Seite 4: Montage, Lüfterleistung und Besonderheiten

Die Montage der Corsair H70 gestaltet sich, egal ob Intel oder AMD, sehr ähnlich. Entsprechend des Sockels wird die passende Backplate aus der Box gefischt und mit vier Gegengewinden bestückt. Das Gegenstück auf CPU-Seite, eine Art Metallring mit kleinen Haken, wird mit jeweils vier Nuten aus Plastik und vier Schrauben bestückt, die bei der Montage in die Gegengewinde der Backplate greifen. Die Schrauben rund um den Metallring werden leicht angezogen, danach wird die Pumpeneinheit auf die CPU aufgesetzt. Diese verfügt über entsprechende Aussparungen, die, nach einem seitlichen Dreh, in die Haken des Metallrings greifen und die Pumpeneinheit auf der CPU fixieren. Danach werden die Schrauben rundherum gleichmäßig angezogen und der Kühler sitzt. Die gesamte Prozedur hört sich schwieriger an, als sie es wirklich ist, in der Praxis kommt man, nach einer kurzen Eingewöhnung, gut damit klar. Ebenso ist der Anpressdruck sehr gleichmäßig, der Kühler hat an allen Stellen Kontakt zur CPU.

Ist die Pumpe soweit verschraubt, werden noch die Lüfter mittels der mitgelieferten M3-Schrauben am Radiator fixiert. Etwas schwierig ist hierbei die Montage des hinteres Lüfters an der Gehäuserückseite, da man den losen Radiator und den nicht fixierten Lüfter mit einer Hand halten muss, während man mit der anderen versucht, die Schrauben auf der Gehäuserückseite zu fixieren

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Sehen wir uns an dieser Stelle die Serienlüfter, die Corsair der H70 beilegt, einmal etwas genauer an. Bei einer Spannung von vollen 12 Volt liefern die Lüfter etwa 2000 Umdrehungen pro Minute und befördern sehr viel Luft durch den Radiator, Nebengeräusche wie das leichte Lagersurren werden durch die sehr hohe Förderlautstärke schlicht und ergreifend übertönt. Vom Lager übertragen sich leichte Vibrationen auf den Rahmen, bereits bei einer niedrigeren Spannung von 7 Volt sind diese aber nicht mehr wahrnehmbar. Mit 1350 Umdrehungen agieren die Lüfter immer noch recht performancestark und sind verhältnismäßig laut, das Lagersurren wird auch auf kurze Entfernung übertönt. Bei 5 Volt dreht der Lüfter mit 1050 Umdrehungen pro Minute, ist akustisch noch wahrnehmbar aber nicht aufdringlich und das Lagersurren wird zunehmend leiser.

Schier etwas ungläubig und damit positiv überrascht waren wir über das Anlaufverhalten der Lüfter, mit 400 Umdrehungen pro Minute bei 2,4 Volt beweist der Lüfter echte Silent-Qualitäten, ein dezentes Lagerrasseln ist auf kurze Distanz aber noch auszumachen. Aus unser Sicht ärgerlich: Wird eine Spannung unter 5 Volt angelegt, liefern die Lüfter falsche Rotationswerte, die Umdrehungsgeschwindigkeit kann nicht korrekt ausgelesen werden. Nur dank eines Tricks seitens unserer Aquaero 4.0 konnten wir die korrekte Drehzahl für das Anlaufverhalten auslesen, den realen Regelbereich konnten wir hingegen nicht bestimmen.

Eckdaten des mitgelieferten Lüfters
12 Volt 2000 Umdrehungen pro Minute, Lagersurren, leichte Vibrationen, sehr hohe Förderlautstärke
7 Volt 1350 Umdrehungen pro Minute, Lagersurren, Lagerschleifen, hohe Förderlautstärke
5 Volt 1050 Umdrehungen pro Minute, Lagersurren, Lagerschleifen
Anlaufverhalten
400 Umdrehungen pro Minute bei 2,4 Volt
Regelbereich
< 400 Umdrehungen pro Minute bei < 2,4 Volt bis 2000 Umdrehungen pro Minute bei 12 Volt

Ebenso interessant wie die Frage nach den Lüftern ist auch die Frage, wie man diese am besten am Radiator anbringen sollte. Bei der Verwendung von beiden Lüftern gibt es die Möglichkeit, diese die warme Luft aus dem Tower ausblasen oder frische Luft von außen ansaugen zu lassen. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt darstellen:

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Hinweis: Die Reihenfolge der Tests entspricht unser herkömmlichen Testmethode, lediglich den semi-passiven Test haben wir ausgeklammert.

Es zeigt sich, dass die einblasende Variante, wie sie von Corsair in der Montageanleitung auch empfohlen wird - also die Außenluft über die Lüfter in das Gehäuse eingezogen und über die Top-Lüfter unseres Lancool PC-K62 wieder herausbefördert wird - wesentlich niedrigere Temperaturen seitens des Kühlers ermöglicht, als es bei der ausblasenden Variante der Fall wäre. Voraussetzung dafür ist natürlich ein effizienter Airflow und das Vorhandensein entsprechender Lüfter im Gehäusedeckel, da sonst die erwärmte Luft nicht effizient abtransportiert werden kann.

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Ein paar abschließende Worte noch zur Pumpeneinheit der Corsair H70. Im Gegensatz zur Cool-IT ECO A.L.C. ist diese vollständig über die Variation der anliegenden Spannung regelbar. Bei maximaler Leistung neigt die Pumpe zu einem Surren, das allerdings durch die mitgelieferten Lüfter bei weitem überlagert wird und nur bei sehr leisen Systemen überhaupt auffallen dürfte. Je weiter man die Spannung und damit die Drehzahl reduziert, desto leiser wird die Nebengeräuschkulisse, gänzlich verschwindet sie allerdings nicht. Im Vergleich zur Corsair H50 arbeitet die Pumpe allerdings etwas leiser, außerdem ist sie in der Höhe um einige Zentimeter geschrumpft. Im Folgenden sind einige Eckdaten aufgelistet.

Eckdaten der Pumpeneinheit
12 Volt 1400 Umdrehungen pro Minute, Surren
7 Volt 1000 Umdrehungen pro Minute, leichtes Surren
5 Volt 780 Umdrehungen pro Minute, dezentes Surren
Anlaufverhalten
570 Umdrehungen pro Minute bei 3,7 Volt
Regelbereich
570 Umdrehungen pro Minute bei 3,7 Volt bis 1400 Umdrehungen pro Minute bei 12 Volt