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PC-Gaming im Wohnzimmer: Alienware Steam Machine mit Steam OS und Steam Controller im Test

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Seite 7: Eindrücke SteamOS

Die Alienware Steam Machine wird in ihren vier Basisversionen jeweils mit Valves eigenem SteamOS ausgeliefert, lässt sich gegen Aufpreis allerdings auch mit einem vollwertigen Windows-System bestellen, was allerdings mit einem Aufpreis von fast 100 Euro zu Buche schlägt. Auch wenn das System kostenlos den Herstellern zur Verfügung gestellt wird, stellt es zumindest ab Werk nur sehr rudimentäre Features bereit und ist in Sachen Spieleunterstützung deutlich schlechter als Windows. Aktuell werden im Steam Store rund 13.000 Titel gelistet. Davon sind unter Linux und darauf baut SteamOS auf, nur gerade einmal rund 3.200 Titel lauffähig. Zieht man dann noch die zahlreichen DLCs, Erweiterungen oder Demos ab, welche im Steam Store separat ausgewiesen werden, reduziert sich die Zahl deutlich. Auffällig ist zudem, dass zahlreiche Triple-A-Titel wie Grand Theft Auto 5 oder Fallout 4 unter SteamOS überhaupt nicht laufen. Das wären eigentlich die Titel, die derzeit am meisten nachgefragt werden und die es auch für die beiden Konsolen von Microsoft und Sony gäbe. 

Abgesehen davon ist SteamOS eigentlich nichts anderes als ein überarbeiteter Big-Picture-Modus des Steam-Clienten, welcher die Controller-Steuerung bequem vom Sofa aus erst möglich macht. Wer Tastatur und Maus anschließt, kann in einer eigenen Desktop-Umgebung weitere Software nachinstallieren und die Steam Machine damit auch für Office-Arbeiten nutzen – sofern man sich ein bisschen mit Linux und Debian auskennt.

Eindrücke von SteamOS

SteamOS 08

Direkt nach dem Start von SteamOS müssen zunächst die Verbindungseinstellungen für das Internet wahlweise per Ethernet oder WLAN vorgenommen werden. Danach erhält man schnellen Zugriff auf die eigene Spielbibliothek oder kann im Onlineshop weitere Titel kaufen. Standardmäßig wird aber der gesamte Spiele-Katalog angezeigt. Um zu sehen, welche Spiele tatsächlich mit SteamOS laufen, muss man zunächst einen Filter einstellen. Unser Spiele-Katalog umfasst etwa 114 Spiele, nach Setzen des Filters bleiben nur noch 25 Titel übrig – hauptsächlich Valve-eigene und ältere Titel wie Duke Nukem 3D oder Half Life 2 sind dabei.

SteamOS 05

Über den Steam Store lassen sich alle Titel, aber auch verschiedene Software-Programme und Hardware-Produkte kaufen. Das Angebot ist vollumfassend und beschränkt sich nicht nur ausschließlich auf SteamOS.

SteamOS 03

Das Linux-Betriebssystem hält außerdem einen eigenen Browser bereit. Dieser rendert allerdings vergleichsweise langsam. Ein regelmäßiges Surfen in den sozialen Netzwerken oder ein Checken der aktuellen Nachrichten ist damit aber problemlos möglich. Die Eingabe der Webseite erfolgt über eine Bildschirm-Tastatur, welche sich über die beiden neuen Trackpads des Steam-Controllers steuern lässt.

SteamOS 14

Bringt ein Spiel keine Controller-Steuerung mit sich, muss der Steam Controller komplett selbst eingerichtet werden. Dabei lassen sich Tasten der Tastatur auf die Tasten des Controllers legen.

SteamOS 22

Alle wichtigen Einstellungen zum Steam-Account, dem Netzwerk, der Sprache oder aber alle wichtigen System-Parameter können bequem über das Einstellungs-Menü aufgerufen und abgeändert werden.

SteamOS 45

Einzelne Anwendungen, welche über die Desktop-Oberfläche von Debian bzw. SteamOS installiert wurden, können auch in der Steam-Oberfläche als Shortcut abgelegt werden.

SteamOS 50

In den Einstellung etwas versteckt, wird auch ein Zugriff auf die Desktop-Oberfläche des unter SteamOS liegenden Linux-Systems möglich. Dann lässt sich über den Paket-Installer weitere Software nachinstallieren. Dies ist jedoch nicht wirklich intuitiv und nur für Linux-Kenner geeignet. Alles, was auf der Steam-Oberfläche installiert wird, wird unter einem eigenen Steam-User abgespeichert. Wechselt man in die Desktop-Oberfläche, wird man automatisch als Desktop-User eingeloggt. Die Installationsdateien der Steam-Spiele und auch deren Spielstände lassen sich damit nicht einsehen – man hat als Desktop-Nutzer auch als eingerichteter Administrator keinerlei Zugriffsrechte – das lassen die Standard-Berechtigungen schlichtweg nicht zu. Ein Wechsel vom Desktop- zum Steam-Nutzer ist ebenfalls nicht möglich. Hier bleibt nur der umständliche Weg über das Terminal inklusive des Sudo-Befehls. Außerdem unschön: SteamOS wird ohne jegliches Root-Passwort installiert, was gewisse Angriffsflächen bietet. Wer mit SteamOS wirklich arbeiten möchte, der benötigt dringend Linux-Kenntnisse.

Benchmark-Vergleich

Benchmark-Vergleiche zwischen SteamOS und Windows 10 sind nicht einfach anzufertigen. Ein Mitschnitt der Bildrate über FRAPS ist nicht möglich, weshalb man bei SteamOS auf integrierte Benchmarks verschiedener Spiele angewiesen ist. Auch hier gibt es zahlreiche Stolperfallen, was die oben genannten User-Accounts zwischen der Desktop- und Steam-Oberfläche unter SteamOS anbelangt. Zwar werden CSV-Dateien beispielsweise von Metro 2033 angelegt, jedoch sind diese für den Desktop-Nutzer zunächst nicht sichtbar und müssen mühsam per Konsole herausgesucht werden. Zudem lassen sich je nach Benchmark die Einstellungen nicht hundertprozentig abgleichen – Metro unterstützt unter Linux beispielsweise keine Tessellation. Einen guten Richtwert zeigen unsere Benchmark-Vergleiche zwischen SteamOS und Windows 10 aber allemal. Das Ergebnis: Spiele laufen unter SteamOS durchgehend langsamer als unter Windows, was unter anderem an der schlechten Treiber-Unterstützung liegt, denn hier haben die beiden großen Grafikkartenhersteller AMD und NVIDIA noch ziemlichen Nachholbedarf. Sollte sich SteamOS tatsächlich durchsetzen, dürfte sich das aber schon bald ändern: Vor allem im Hinblick auf die Vulkan-Schnittstelle.

Benchmark SteamOS Windows 10
Company of Heroes 2 16,3 FPS 25,6 FPS
Half Life 2: Lost Coast 146,9 FPS 202,4 FPS
Mittelerde: Shadow of Mordor 14,7 FPS 21,4 FPS
BioShock: Infinite 25,6 FPS 50,4 FPS
Metro 2033: Last Light Redux 28,3 FPS 28,8 FPS
Unigine Heaven 4.0 18,3 FPS 25,8 / 26,3 FPS (DX/OpenGL)
Unigine Valley 1.0 17,7 FPS

19,9 / 18,4 FPS (DX/OpenGL)

Vom Drücken des Startknopfes bis zum Login-Feld in SteamOS vergehen knapp 35 Sekunden. Bis man das erste Spiel starten kann, muss man etwa 50 Sekunden warten. Die Dauer des Boot-Vorgangs sowie ein paar Eindrücke zur Oberfläche von SteamOS liefert dieses Video:

 

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Kommentare (10)

#1
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Registriert seit: 08.03.2014
Merzig
Oberbootsmann
Beiträge: 871
Viel zu teuer und zu wenig Auswahl. Mal davon abgesehen das alles viel schlechter läuft. Für mich persönlich keine alternative.
#2
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Registriert seit: 30.11.2013
Berlin
Oberbootsmann
Beiträge: 826
die graka ist ja ein witz oder?
#3
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Registriert seit: 08.03.2014
Merzig
Oberbootsmann
Beiträge: 871
Das Ding insgesamt ist ein Witz. Alleine der Preis. Dafür bekomme ich besseres. Wer nicht zusammenbauen kann, kann auch ein itx System zusammenbauen lassen.
#4
Registriert seit: 12.01.2013

Bootsmann
Beiträge: 606
DEFSKIDROW : Long Dong Silver würde nicht sagen das sein Ding ein Witz ist XDD


#5
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Registriert seit: 23.08.2008
Bitz
Anime und Hardware Otaku
Beiträge: 10924
Halb gare Kacke und überteuert.
#6
Registriert seit: 23.09.2009

Kapitänleutnant
Beiträge: 1928
"Auch wenn ich über Steam-In-Home-Streaming immer mal wieder einen fordernden Spieletitel auf meinen Fernseher bringe, wird der Spielspaß trotz dicker WLAN-Verbindung stark getrübt – selbst bei weniger anspruchsvollen Titeln wie Worms Clan Wars oder DayZ kommt es immer wieder zu Aussetzern des Streams und zu Bildfehlern."

Klingt eher nicht nach so einer fetten WLAN Anbindung. Mal mit dem LAN-Port gegengetestet? Nebenbei gibts dafür ja auch Steam-Link.
#7
customavatars/avatar31529_1.gif
Registriert seit: 16.12.2005
Augsburg
[online]-Redakteur
Beiträge: 14498
Zitat why_me;24069766

Klingt eher nicht nach so einer fetten WLAN Anbindung. Mal mit dem LAN-Port gegengetestet? Nebenbei gibts dafür ja auch Steam-Link.

Klingt eher nicht nach ein vollständigen Lektüre des Artikels. Wir haben Steam-In-Home-Streaming einer kompletten Seite gewidmet, inklusive eines Vergleichs zwischen WLAN und Gigabit-Ethernet und eines Hinweis auf Steam Link. Ob letzteres die angesprochen Probleme löst, wage ich zu bezweifeln.
#8
customavatars/avatar112847_1.gif
Registriert seit: 02.05.2009
Wartburgstadt Eisenach
Oberbootsmann
Beiträge: 987
Zitat HARDWARELUXX
die Sony PlayStation 4 ist in der neusten Revision mit 162 x 92 x 52 mm ein gutes Stück kleiner


Ihr meint doch sicherlich: Der Controller der Playstation 4 ist ... ein gutes Stück kleiner.
#9
Registriert seit: 12.06.2015

Oberbootsmann
Beiträge: 812
also wenn das nicht floppt weiß ich auch nicht..
Kostet mehr, birgt absolut keinen einzigen Vorteil gegenüber Konsole/normalen PC und die Spielauswahl ist auch noch eingeschränkt xD
#10
customavatars/avatar116788_1.gif
Registriert seit: 20.07.2009

Bootsmann
Beiträge: 580
Hardware aus der mobilen Mottekiste zum Premium Preis,dazu ein Frickel OS inkl. DRM an STEAM only,+ Verfallsdatum der Performanceanforderungen bereits erreicht.
Wer kauft sich so einen Müll? Geld im Lagerfeuer verbrennen macht da mindestens genausoviel Spass.
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